In deutschen Häusern wird der Dachboden oft stiefmütterlich behandelt. In vielen Fällen dient er als Speicher oder Abstellkammer und ist angefüllt mit alten Möbeln, Büchern und Kisten mit allerlei Krimskrams. Dabei bringt ein ausgebauter Dachboden dem Hausbesitzer vielerlei Vorteile. Einerseits erweitert er den Wohnraum und erhöht damit den Wert der Immobilie. Seine weitreichendsten Einflüsse hat ein vollwertiger Dachboden jedoch durch sein Einsparungspotenzial hinsichtlich des Energieverbrauchs. Dies hat auch die Bundesregierung erkannt und in der zuletzt 2014 nivellierten Energieeinsparungsverordnung (EnEV) eine Nachrüstung für Dächer und Dachböden vorgeschrieben. Angesichts der Tatsache, dass mit einem gedämmten Dach ca. 30 % des Energieverbrauchs eingespart werden kann, hat die Verordnung verbindlichen Charakter. Im Gegenzug werden aber willigen Sanierern beträchtliche Fördermittel durch die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) in Aussicht gestellt.

Bei so viel Einsparungspotenzial ist es nicht verwunderlich, dass die Frage der richtigen Dachdämmung für Hausbesitzer interessant wird, insbesondere wenn eine neue Deckung des Daches anstehen sollte. Große Teile der Arbeiten können zudem in Eigenregie vorgenommen werden. Wer handwerklich etwas versiert ist und zudem beim eigenen Hausbau mit Hand angelegt hat, den stellt die Dämmung seines Dachbodens vor eher geringe Probleme

 

Welche Dämmung fürs Dach kommt infrage?

 

Es werden drei Arten unterschieden. Wer gerade sein Dach sanieren möchte, für den ist die Aufsparrendämmung die beste Lösung. Mit Blick auf den zu vermeidenden Wärmeverlust bietet sie das größte Potenzial zur Einsparung und erfüllt heute schon künftig zu erwartende Anforderungen der EnEV. Dabei wird das Dämmmaterial, im Normalfall Bahnen aus Stein- oder Glaswolle, zwischen der Hohlkonstruktion und den Ziegeln des Daches angebracht. Es entsteht eine lückenlose Dämmfläche ohne die Gefahr, dass sich Wärmebrücken ausbilden. Zudem bleiben die Dachsparren sichtbar, was durchaus mit ästhetischem Reiz verbunden ist.

Demgegenüber werden die beiden anderen Arten der Dachdämmung von innen vorgenommen. Insbesondere bei Bestandsbauten wird gerne nach dem Prinzip der Zwischensparrendämmung gearbeitet. Die Bahnen mit Dämmmaterial bzw. Mineralwolle werden zwischen den Sparren eingefügt und danach mit Dampfbremsfolie abgeklebt, bevor die Verkleidung angebracht werden kann. Da die Regelungen der EnEV vorgeben, dass mindestens 20 cm Dämmschicht aufgetragen werden, kann die Füllung der Zwischenräume der Dachsparren nicht ausreichen. Deshalb kann es sein, dass der betreffende Hausbesitzer noch eine Untersparrendämmung anbringen muss. Diese besteht in der Regel aus einer vergleichsweise dünnen Schicht Dämmmaterials.

 

Dachisolierung in Eigenarbeit anbringen

 

Die Zwischensparrendämmung ist die üblichste Art der Dachisolierung. Vor allem in Altbauten und Bestandsimmobilien stellt sie die günstigste Lösung dar. Während es sich empfiehlt, bei der Aufsparrendämmung zertifizierte Handwerksbetriebe zu verpflichten, kann die Alternative vom einigermaßen versierten Handwerker durchaus in Eigenregie durchgeführt werden. Dazu bedarf es zuerst einer Messung der Sparren. Sollten die Balken die erforderliche Dicke von 20 cm nicht erreichen, kann mit der Verschraubung von Kanthölzern das vorgegebene Maß geschafft werden.

Zwischen Ziegeln und Sparren ist nun eine Unterspannfolie anzubringen. Diese verhindert das Durchsickern von Feuchtigkeit ins Dämmmaterial. Stöße und Nähte brauchen 10 cm Überlappung, die mit handelsüblichem Klebeband versiegelt werden. Jetzt wird das Dämmmaterial mit einem scharfen Dämmstoffmesser zugeschnitten. Die Bahnen sollten etwas breiter sein als der Sparrenabstand. Diese werden dann in die Zwischenräume eingepasst. Es sollte darauf geachtet werden, Lücken mit Restmaterial zu schließen, da sonst die gesamte Wärmedämmung beeinträchtigt wird.

Nun wird die Dampfbremsfolie mit einem Elektro-Tacker angebracht. Auch hier wird mit Überlappung gearbeitet, um Lücken zu vermeiden. Die Dampfbremse darf nicht unter Spannung stehen und keine Verletzungen aufweisen. Danach werden die Übergangsbereiche und die Tackernadeln mit Spezialklebeband luftdicht verschlossen. An den Nahtstellen zu anderen Bauteilen wird die Isolierung mit Dichtkleber erledigt. An Unterbrechungen, wie sie Rohre eines Heizkörpers oder einer Wärmepumpe bedingen, ist auf absolute Dichtheit der Dampfbremse zu achten!Jetzt muss nur noch eine Querlattung angeschraubt werden, auf der die gewünschte Endverkleidung angebracht werden kann. Die Decke des Dachbodens ist nun vorbereitet für die anstehenden Verschönerungsmaßnahen in Form von Tapezieren oder Anstreichen!

Was bei einer Dachdämmung zu beachten ist - Mit der notwendigen Dachisolierung den Geldbeutel entlasten

Jana El Amrani

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