Sommerlicher Wärmeschutz im Überblick

Der sommerliche Wärmeschutz reduziert das Aufheizen von Gebäuden durch Sonneneinstrahlung und bildet damit das Gegenstück zum winterlichen Wärmeschutz, der das Auskühlen von Gebäudenverhindern soll. Die Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz werden in Deutschland in der DIN 4108 geregelt und durch folgende Faktoren beeinflusst: 

  • Raumgröße und -Abmessung
  • Fenstergröße, -Anzahl und -Orientierung
  • Qualität der Verglasung
  • Sonnenschutz über Rollladen, Jalousien oder Vorhänge
  • Bauphysikalische Eigenschaften des Gebäudes
  • Wärmequellen im Gebäude
  • Lüftungsverhalten der Gebäudenutzer

Neben der DIN 4018 fordert auch die Energieeinsparverordnung (EnEV) entsprechende Maßnahmen zum Einhalten der Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz. Um diese Vorgaben einhalten zu können, sind entweder die Sonneneintragskennwerte oder die Übertemperatur-Gradstunden sinnvoll zu begrenzen.

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Sommerlichen Wärmeschutz durch Architektur und Konstruktion

Die Berücksichtigung des sommerlichen Wärmeschutzes beginnt bereits in der Planungsphase eines Gebäudes. Dabei sind Effekte wie die  passive Nutzung der solaren Strahlung, die im Winter erwünscht sind, im Sommer zu verhindern. Eine erste Möglichkeit ist die Planung der Gebäudegeometrie und der Fensteröffnungen, angepasst an den Gebäudestandort. Auskragende Bauteile, wie Balkone oder Vordächer, können dabei im Sommer für eine hohe Verschattung sorgen. Da die Sonne im Winter tiefer steht, trägt ihre Strahlung dann auch weiterhin zur Gebäudeheizung bei.

Neben Ausrichtung und Geometrie beeinflusst auch die Wahl der richtigen Baustoffe den sommerlichen Wärmeschutz. Während sich Gebäude in Leichtbauweise sehr schnell aufheizen, speichern massive Bauteile die Wärme der auftreffenden Strahlung zwischen und die Temperatur in den Innenräumen steigt langsamer. Der Vergleich von Gartenhaus und Kirche verdeutlicht den Unterschied sehr gut. Während sich ein Gartenhaus aus Blech oder Holz sehr schnell aufheizt, bleibt es im inneren einer Kirche mit starken Sandsteinwänden lange kühl.

Sommerlichen Wärmeschutz durch Fensterglas

Ein weiteres Kriterium für den sommerlichen Wärmeschutz sind die Fenster. Dabei kommt es neben Ausrichtung und Größe vor allem auch auf ihre Qualität an. Kennzeichnend für den Wärmeschutz über Fensterglas ist der Energiedurchlassgrad (g-Wert). Trifft Licht auf Fensterglas, gelangt nur ein Teil der Strahlungsenergie auch ins Gebäudeinnere. Der Rest wird entweder vom Glas aufgenommen oder abgestrahlt. Der Energiedurchlassgrad gibt dabei an, wie viel der auftreffenden Strahlung tatsächlich ins Innere der Räume gelangt.

Sommerlichen Wärmeschutz durch künstliche Verschattung

Bei einer Sanierung können bauliche Faktoren oft nicht beeinflusst werden. Hilfreiche Maßnahmen für den sommerlichen Wärmeschutz sind dann künstliche Verschattungseinrichtungen wie Rollos, Jalousien oder Vorhänge. Der Grad der Verschattung hängt dabei von der Einbaulage, dem Material und Farbe der Verschattungseinrichtung ab. Die folgende Tabelle gibt einen groben Überblick darüber, wie wirkungsvoll verschiedene Verschattungseinrichtungen sind.

Der Abminderungsfaktor gibt an, wie viel Strahlung bei Einsatz der jeweiligen Maßnahme trotzdem noch in die Innenräume eintritt.

Im Vergleich schützen außenliegende Verschattungseinrichtungen besser vor zu starker Sonneneinstrahlung als innere.

Sommerlichen Wärmeschutz durch gezielte Lüftung

Neben der Verschattung und der Zwischenspeicherung der Strahlungsenergie in massiven Bauteilen, trägt auch ein gezieltes Lüftungsverhalten zum sommerlichen Wärmeschutz bei. Da die Luft selbst nur wenig Wärme speichern und transportieren kann, ist für eine merkbare Absenkung der Raumtemperatur ein hoher Luftaustausch notwendig. Um diesen über die Fenster gewährleisten zu können, ist zusätzlich ein ausreichender Temperaturunterschied zwischen dem Innen- und Außenbereich erforderlich. Da dieser an heißen Sommertagen oft nicht gegeben ist, kann eine zentrale oder dezentrale Lüftungsanlage in der Nacht helfen, wenn Verbraucher ihre Zimmer kühlen möchten.

Fazit und Zusammenfassung

Der sommerliche Wärmeschutz hat die Aufgabe, die Innenräume eines Gebäudes vor zu starkem aufheizen durch Sonneneinstrahlung zu schützen. Während das im Neubaubereich schon bei der Planung berücksichtigt werden kann, ist die Auswahl effektiver Lösungen im Altbau geringer.

Mögliche Maßnahmen sind zum Beispiel:

  • künstliche Verschattungseinrichtungen wie Vorhänge, Jalousien oder Rollläden
  • hochwertige Fenster mit geringem Energiedurchlassgrad (im Winter negativ)
  • gezielte Lüftung über Fenster oder Lüftungsanlagen

Bei einem Gebäude mit technischer Kühlung durch eine Klimaanlage für die Wohnung, helfen Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz zusätzlich auch dabei, die Energiekosten der Kühlung zu reduzieren und bares Geld zu sparen. In allen anderen Gebäuden erhöhen sie den Komfort im Sommer erheblich. 

Sommerlicher Wärmeschutz - kühler Kopf an heißen Tagen

eccuro Redaktion

3 Kommentare

Marco Puchalski 24.04.2015, 13:34

Prima, dass sehe ich genauso. Wird leider oftmahls vernachlässigt "wir haben doch eine Klimaanlage". Ergänzend lässt sich noch sagen, dass neben einer effizienten Beschattungssteuerung oftmals insbesondere gedämmte Jalousien zur zusätzlichen Dämmung in der kalten Jahres Zeit insbesondere bei nicht Nutzung der Räume, bei besonders tiefen Temperaturen oder starken Wing gut geeignet sind. Hier könnte eine Steuerung dieses automatisch und sehr komfortabel lösen. Ein Beispiel, die Nutzer einer Einheit sind nicht anwesend und haben die Alarmanlage aktiviert. Dann könnte an Hand der Sensorik (oder Wetterdaten aus dem Internet) Temperatur und Windgeschwindigkeit einzelne oder ganze Fassaden geschlossen werden. Kommt der Nutzer nun zurück und deaktiviert die Alarmanlage fahren die Jalousien wieder hoch (sofern es nicht ohnehin dunkel ist und man diese nachts sowieso geschlossen haben möchte.

 

Marco Puchalski TPN Berlin

eccuro GmbH 26.04.2015, 12:05

Vielen Dank für die Wertvolle ergänzung :)

Gunar Wünsch 22.06.2015, 16:10

Leider sehe ich hier keine Sonnenschutzfolien. Scheinbar ist dieses Produkt in seiner Vielfalt noch nicht am Bau angekommen oder wird in der Planung berücksichtigt.

Das ist Schade. Sonnenschutzfolien sind immer durchsichtig, wirken immer ( auch am Wochenende, bei Wind, wenn keiner da ist) lassen sich nachträglich installieren, sind kostengünstig, halten mehr als 15 Jahre und reduzieren um bis zu 86% die Sonnenwärmeenergie direkt am Fenster.

Ab August wird es eine Folie geben, die den Wärmeverlust im Winter signifikant werringert. Das ist vor allem für Einfach- oder ältere Isolierglasfenster interessant.

Egal ob für komplette Bürohäuser oder nur einzelne Fenster, Sonnenschutzfolien sind ein Optimaler Sonnenwärmeschutz. Eine Fachkundige Beratung ist bei der Folienauswahl vorteilhaft, denn, es können auch negative Effekte, wie Scheibensprung, eintreten.

 

Gunar Wünsch DasFolienKartell

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