Heizungsförderung vom BAFA: Diese Mittel gibt es ab 2020

Seit 02. Januar 2020 ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) der wichtigste Ansprechpartner für Bauherren und Hausbesitzer, die mit erneuerbaren Energien heizen möchten. Denn das Amt fördert den Einbau neuer Heizungen bei Neubau- und Sanierungsvorhaben. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über geförderte Anlagen und die Konditionen der BAFA-Förderung ab 2020.

Gasbrennwertheizungen mit 20 %
BAFA-Förderung 2020 im Neubau

(In der Regel mit sehr hohen technischen Anforderungen verbunden)
BAFA-Förderung 2020 bei der Sanierung

(Bestehende Heizung muss seit mindestens 2 Jahren in Betrieb sein)
Solarkollektoranlagen mit 30 % Für erneuerbare Energien vorbereitete
Gasbrennwertheizungen
mit 20 %
Biomasseanlagen (Scheitholz, Pellets, Hackschnitzel) mit 35 % Gas-Hybridheizungen (Kombinationen aus
Gasbrennwertheizung und Solar, Biomasse
oder Wärmepumpe) mit 30 %
Wärmepumpenanlagen (elektrisch und gasbetrieben) mit 35 % EE-Hybridheizungen (Kombination aus
Solarthermie, Biomasse und/oder Wärmepumpe)
mit 35 %
  Solarkollektoranlagen mit 30 %
  Biomasseanlagen (Scheitholz, Pellets, Hackschnitzel) mit 35 %
  Wärmepumpenanlagen (elektrisch und
gasbetrieben) mit 35 %
  Austausch von Ölheizungen mit 10 % zusätzlich

Die Übersicht zeigt: Im Vergleich zum Jahr 2019 sind die Fördermittel im BAFA-Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ deutlich gestiegen. Sie sind nicht mehr als Festbetrag erhältlich, sondern hängen prozentual von den förderfähigen Kosten ab. Diese dürfen bei Wohngebäuden maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit betragen. Bei Nichtwohngebäuden sind sogar förderfähige Kosten von bis zu 3,5 Millionen Euro pro Gebäude anrechenbar. Daraus ergibt sich eine maximale Zuschusshöhe von:

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  • 17.500 Euro pro Wohneinheit in Wohngebäuden
  • 22.500 Euro pro Wohneinheit in Wohngebäuden, wenn Sanierer eine Ölheizung ersetzen
  • 1.225.000 Euro pro Gebäude in Nichtwohngebäuden

Die Installation oder das Umrüsten auf eine Heizung mit erneuerbaren Energien ist durch die BAFA-Förderung ab 2020 somit noch attraktiver als zuvor.

Förderfähige Kosten für die BAFA-Förderung ab 2020

Wie berechnen sich eigentlich die förderfähigen Kosten zur BAFA-Förderung ab 2020? Diese Frage dürfte viele Bauherren und Sanierer interessieren. Die Antwort ist ganz einfach: Anrechenbar sind alle Ausgaben, die mit der Installation der neuen Heizungsanlage verbunden sind. Von der Technik, über die Montage bis hin zu Demontage- und Entsorgung der Altanlage. Auch Anschlusskosten für den Energieträger Gas oder Erdsondenbohrungen zählen zu den förderfähigen Kosten. Einen detaillierten Überblick gibt das Amt in der Liste förderfähiger Kosten für die BAFA-Förderung ab 2020.

Übrigens: Seit 01.01.2020 sind auch die Ausgaben für einen Energieberater bei der Heizungsförderung anrechenbar. Bauherren oder Sanieren können die Experten dabei zur fachgerechten Planung und zur Überwachung der Bauleistungen heranziehen. Förderfähig sind darüber hinaus auch die Kosten für die Bestätigung der fachgerechten Ausführung der Arbeiten durch ausführende Betriebe.

Fördermittel gibt es nicht mehr für alle Heizungsanlagen

Während Sanierer bis Ende 2019 noch hohe Zuschüsse für „einfache“ Gasbrennwertthermen bekamen, sind diese Mittel inzwischen gestrichen. Gleiches betrifft Fördergelder für Ölheizungen, die es heute ebenfalls nicht mehr gibt. Aufpassen müssen darüber hinaus aber auch Hausbesitzer, die eine besonders alte Heizung austauschen möchten. Denn: Greift bereits die Austauschpflicht der Energieeinsparverordnung (in Zukunft Gebäudeenergiegesetz kurz GEG), gibt es die BAFA-Förderung ab 2020 nicht mehr für die Heizungserneuerung. In diesen Fällen können Hausbesitzer lediglich die Lohnkosten absetzen, die bei der Montage der Technik anfallen.  

Übrigens: In § 10 der Energieeinsparverordnung heißt es, dass Hausbesitzer 30 Jahre alte Öl- und Gaskessel austauschen müssen, wenn diese noch nicht auf Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik basieren. Ausgenommen sind Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die eine Wohnung seit mindestens 2002 selbst bewohnen. Greift die Nachrüstpflichten der EnEV gibt es die BAFA-Förderung ab 2020 nicht mehr für die Heizungssanierung.

Ergänzungskredite der KfW stehen auch 2020 zur Verfügung

Während die BAFA-Förderung 2020 die Heizungsförderung der KfW fast komplett ersetzt hat, gibt es nach wie vor Mittel von der Förderbank. So zum Beispiel über das KfW-Programm 167 „Ergänzungskredit“. Über dieses bekommen Sanierer ein zinsgünstiges Darlehen, wenn sie eine vom BAFA geförderte Heizung einbauen, um eventuelle Finanzierungslücken zu schließen.

Darüber hinaus gibt es Zuschüsse und vergünstigte Darlehen auch 2020 über die KfW-Programme 430 und 152. Erhältlich sind die Mittel für die Heizungsoptimierung. Über die BAFA-Förderung zur Heizungsoptimierung sind hier allerdings deutlich höhere Zuschüsse zu bekommen.

Auch Bauherren und Sanierer, die eine neue Brennstoffzellenheizung einbauen, können sich weiterhin an die KfW wenden. Denn hier bekommen sie über das KfW-Programm 433 Zuschüsse in Höhe von bis zu 40 Prozent für Technik, Montage und Wartung.

Technische Anforderungen: Das gilt ab 20020

Die Zuschüsse vom BAFA sind hoch. Sie können die Wirtschaftlichkeit einer Anlage merklich verbessern, sind dafür aber auch mit hohen Voraussetzungen verbunden. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Anforderungen an neue Heizungen.

Heizungsart Sanierung Neubau
„Renewable Ready“
Gasbrennwertheizung (Zuschuss 20 %)
  • Einbau einer Gasbrennwertheizung
    mit hybridfähiger Regelung (zumindest vorhalten) und Wärmespeicher
  • Gesamtkonzept der Anlage
  • EE-Anlage ist spätestens 2 Jahre nach Inbetriebnahme nachzurüsten (EE-Anlage muss mindestens 25 Prozent der Heizlast decken)
  • jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz mindestens 92 % bei Nutzlast
  • hydraulischer Abgleich
keine BAFA-Förderung ab 2020 im Neubau
Gas-Hybridheizung
(Zuschuss 30 %)
  • Einbau einer Gasbrennwertheizung mit hybridfähiger Regelung und Wärmespeicher
  • Kombination mit Solar, Biomasse oder Wärmepumpe (EE-Anlage muss mindestens 25 Prozent der Heizlast decken; bestehende Anlagen sind anrechenbar und gehen zu null Euro in die förderfähigen Kosten ein) 
  • jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz mindestens 92 % bei Nutzlast
  • hydraulischer Abgleich
keine BAFA-Förderung ab 2020 im Neubau
Austausch Ölheizung
(Zuschuss + 10 %)
  • Austausch einer bestehenden Ölheizung und Einbau ein der genannten Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien
keine BAFA-Förderung ab 2020 im Neubau
Solarkollektoranlage
(Zuschuss 30 %)
  • Einsatz für Warmwasserbereitung und/oder Raumheizung
  • Kollektoren müssen Solar-Keymark-Zertifikat tragen
  • Mindestkollektorfläche
    (9 m² bei Flach- und 7 m² bei Röhrenkollektoren)
  • Mindestgröße des Pufferspeichers (40 l/m² bei Flach- und 50 l/m² bei Vakuumkollektoren)
  • reine Warmwasser-Solaranlagen müssen mindestens 200 Liter Speicher und 3 m² Kollektorfläche haben

Zusätzlich zu den Anforderungen bei der Sanierung gilt:

  • Mindestens 20 m² Kollektorfläche
  • Solaraktivhaus (Solaranlage deckt mindestens 50 % des Wärmebedarfs) ODER
  • Wohngebäude müssen mindestens 3 Wohneinheiten haben
  • Nichtwohngebäude müssen mindestens 500 m² Nutzfläche haben
  • Mischung aus Wohn- und Nichtwohngebäude ist möglich
Biomasseheizung wie
Pelletöfen mit
Wassertasche,
Scheitholzvergaser-, Pellet-,
Hackschnitzel- oder
Kombikessel
(Zuschuss 35 %)
  • Nennwärmeleistung mindestens 5 kW
  • Einsatz naturbelassener Biomasse
  • CO-Grenzwerte
    (200 mg/m³ bei Nennwärmeleistung, 250 mg/m³ bei Teillastbetrieb)
  • Feinstaub-Grenzwerte (15 mg/m³ bei Scheitholz; 20 mg/m³ bei allen anderen)
  • Kesselwirkungsgrad mindestens 89 %
  • feuerungstechnischer Wirkungsgrad von Pelletöfen mit Wassertasche mindestens 90 %
  • Pufferspeicher (30 l/kW für Hackschnitzel- und 55l/kW für Holzvergaserheizung)
  • hydraulischer Abgleich

Zusätzlich zu den Anforderungen bei der Sanierung gilt:

  • Brennwertnutzung ODER
  • Feinstaubfilter einbauen
Wärmepumpe
(Zuschuss 35 %)
  • Wärmezähler einbauen
  • Stromzähler bei elektrischen Wärmepumpen einbauen
  • Gaszähler bei Gaswärmepumpen
    einbauen
  • Erreichen der geforderten Jahresarbeitszahlen (Sole/Wasser- und Wasser/Wasser Wärmepumpen in Wohngebäuden: 3,8; Sole/Wasser- und Wasser/Wasser Wärmepumpen in Nichtwohngebäuden: 4,0; Luft-Wasser-Wärmepumpen: 3,5; Gaswärmepumpen in Wohngebäuden: 1,25; Gaswärmepumpen in Nichtwohngebäuden: 1,3)
  • hydraulischer Abgleich
  • Heizkurve einstellen

Zusätzlich zu den Anforderungen bei der Sanierung gilt:

  • höhere Jahresarbeitszahl (elektrische Wärmepumpen: 4,5; Gaswärmepumpen 1,5)
  • Alternativ: verbesserte Systemeffizienz (geringere Stromaufnahme in der Heizperiode)
  • Qualitätscheck nach einem Betriebsjahr 
  • Flächenheizung als Wärmeverteilsystem
EE-Hybridheizung
(Zuschuss 35 %)
Hier gelten die Anforderungen der
jeweils eingebundenen
erneuerbaren Energieanlagen
(Solar, Biomasse, Wärmepumpe).
Hier gelten die Anforderungen der jeweils eingebundenen erneuerbaren Energieanlagen (Solar, Biomasse, Wärmepumpe).

Wir empfehlen, die Voraussetzungen im Rahmen der Fachplanung mit einem ausführenden Betrieb zu besprechen. Auf diese Weise lassen sich unangenehme Überraschungen wie eine Ablehnung der BAFA-Förderung verhindern. Welche Wärmeerzeuger infrage kommen, weiß der Fördergeber. Hier sind die entsprechenden Gerätelisten zu finden. (grauer Kasten am unteren Ende der Seite)

Beantragung der BAFA-Förderung ab 02.01.2020

Nach der Umstellung der BAFA-Förderung zum 01.01.2020 können Bauherren und Hausbesitzer die Mittel seit 02.01.2020 online über die Webseite des BAFA beantragen. Wichtig ist, dass sie das noch vor der Beauftragung eines ausführenden Unternehmens erledigen. Ansonsten verwehrt der Fördergeber die Mittel.

Unser Tipp: Die Kosten im Antrag sind ausschlaggebend für die BAFA-Förderung der Heizung ab 2020. Antragsteller können diese im Nachhinein nicht mehr nach oben korrigieren. Aus diesem Grund lohnt es sich, die Kostenvoranschläge und Angebote detailliert erstellen zu lassen.

Die Beantragung der BAFA-Förderung kann auch ein Dritter übernehmen. So zum Beispiel ein Bekannter, ein Familienangehöriger, ein Handwerksbetrieb oder eine Agentur. Nötig ist dazu lediglich eine entsprechende Vollmacht. Ist diese ausgestellt, erfolgt die Kommunikation nur zwischen BAFA und bevollmächtigtem.

Alternative zur BAFA-Förderung ab 2020: Neuer Steuerbonus

Mit dem Jahreswechsel 2019/2020 haben sich weitere Änderungen in der Förderkulisse ergeben. So gibt es neben der geänderten BAFA-Förderung ab 2020 auch einen neuen Steuerbonus. Wer Sanierungsarbeiten an Haus oder Heizung durchführt, kann damit nun 20 Prozent der förderfähigen Kosten (maximal 40.000 Euro) über einen Zeitraum von drei Jahren von der Einkommenssteuer absetzen.

Wichtig: Das Haus muss selbst bewohnt und zum Zeitpunkt der Sanierung mindestens 10 Jahre alt sein. Förderbar sind neben dem Heizungstausch auch der Einbau oder die Erneuerung von Lüftungsanlagen, Dämmarbeiten am Haus sowie der Austausch von Fenstern und Türen.

Die entsprechenden Anforderungen finden sich im  neuen § 35c des Einkommenssteuergesetzes und in der dazugehörigen „Verordnung zur Bestimmung von Mindestanforderungen für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden nach § 35c des Einkommensteuergesetzes“ (kurz: Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung – ESanMV).

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