KfW-430: Das Förderprogramm im Überblick

„Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“. So lautet der volle Name des Förderprogramms Nummer 430 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Erhältlich sind dabei hohe Zuschüsse für Einzelmaßnahmen sowie ganzheitliche Sanierungen, sofern diese den energetischen Gebäudezustand deutlich verbessern. Mit Zuschussraten von 20 bis 40 Prozent bekommen Sanierer dabei 10.000 bis 40.000 Euro vom Staat. Dieser will damit Anreize schaffen, um die stockende Sanierungsrate in Deutschland zu steigern. Denn nur so kann es gelingen, den CO2-Ausstoß drastisch zu senken und die Klimaziele für 2030 doch noch zu erreichen.

Wer profitiert von der Förderung im KfW-Programm 430?

Von der KfW-430 Förderung profitieren alle Eigentümer und Käufer energetisch sanierter Ein- und Zweifamilienhäuser. Antragsberechtigt sind darüber hinaus auch Mitglieder einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG), sofern diese ausschließlich aus Privatpersonen besteht. Wichtig ist allerdings, dass das entsprechende Gebäude ein gewisses Alter hat. So ist eine wesentliche Voraussetzung, dass der Bauantrag oder die Bauanzeige für das jeweilige Haus bereits vor dem 01.02.2002 gestellt wurde.

Was ändert sich bei der KfW-430 Förderung ab 2020?

Bis Ende 2019 nutzten viele Hausbesitzer die attraktiven Zuschüsse im KfW-Programm 430, um den Einbau einer neuen Gas- oder Ölbrennwerttherme fördern zu lassen. Mit dem Inkrafttreten der Maßnahmen aus dem Klimapaket ist das heute nicht mehr möglich. Denn seit Anfang 2020 gibt es die Mittel aus dem KfW-Programm 430 nicht mehr für den Heizungstausch. Seit 24.01.2020 bekommen Sanierer dafür wesentlich höhere Zuschüsse über das Förderprogramm.

Kurz und knapp: Die wichtigsten Änderungen der KfW-430 Förderung ab 2020 im Überblick:

  • keine Förderung von Ölbrennwertheizungen
  • keine Fördermittel für einen Heizungstausch
  • höhere Zuschüsse für geplante Sanierungen

Das KfW-Programm 430 erfährt dabei bereits wichtige Änderungen, die auch für die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gelten sollen.

Förderung für Einzelmaßnahmen im KfW-Programm 430

Unter der Kategorie „Einzelmaßnahmen“ gibt es im KfW-Programm 430 Zuschüsse in Höhe von 20 Prozent für viele Arbeiten am Haus. So zum Beispiel für Dämmmaßnahmen, den Austausch der Fenster oder die Optimierung der Heizungsanlage. Voraussetzung ist jedoch, dass Sanierer bei der Durchführung hohe technische Mindestanforderungen einhalten. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über geförderte Maßnahmen und die wichtigsten Anforderungen im Programm KfW-430.

KfW-430: Geförderte Maßnahmen Technische Anforderungen
Fassadendämmung

Anforderungen an den U-Wert bei:

  • Außendämmung: 0,20 W/m²K
  • Dämmung im Denkmal: 0,45 W/m²K
  • Fachwerk-Innendämmung: 0,65 W/m²K
  • Gefacherneuerung im Fachwerk: 0,65 W/m²K
  • Wänden gegen unbeheizt: 0,25 W/m²K
  • Wänden gegen Erdreich: 0,25 W/m²K Bei Kerndämmung gilt eine WLG 035 der Dämmstoffe als Voraussetzung.
Dachdämmung

Anforderungen an den U-Wert bei:

  • Schrägdächern: 0,14 W/m²K
  • Gauben (inkl. Wangen): 0,20 W/m²K
  • Flachdächern: 0,14 W/m²K

Bei der Dachdämmung im Denkmal ist die höchstmögliche Dämmschicht mit einem Dämmstoff der WLG 040 einzubringen.

Dämmung von Geschossdecken

Anforderungen an den U-Wert bei:

  • Oberste Geschossdecke: 0,14 W/m²K
  • Kellerdecke: 0,25 W/m²K • Decken zu unbeheizten Räumen: 0,25 W/m²K
  • Böden gegen Außenluft: 0,20 W/m²K
  • Böden gegen Erdreich: 0,25 W/m²K
Türen- und Fenstertausch

Anforderungen an den U-Wert bei:

  • Fenstern, Balkon- und Terrassentüren mit Isolierverglasung: 0,95 W/m²K
  • Dachflächenfenstern: 1,0 W/m²K
  • Außentüren: 1,3 W/m²K
  • barrierearmen oder einbruchhemmenden Fenstern: 1,1 W/m²K
  • Ertüchtigung von Fenstern, Kastenfenstern und Sonderverglasungen: 1,3 W/m²K
  • Austauschfenstern an Baudenkmalen oder erhaltenswerter Substanz: 1,4 W/m²K (1,6 W/m²K bei echten, glasteilenden Sprossen)
  • Ertüchtigung von Fenstern in Baudenkmalen oder erhaltenswerter Substanz: 1,6 W/m²K

Widerstandsklasse RC2 für einbruchhemmende Fenster

U-Wert der Fenster schlechter als U-Wert der Außenwand oder Maßnahmen zum Feuchteschutz (Lüftungsanlage)

Anschluss an Nah- und Fernwärmenetze ---
Heizungsoptimierung Folgende Maßnahmen sind immer umzusetzen: • Bestandsaufnahme der Heizungsanlage • Hydraulischer Abgleich des Systems • Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz
Einbau von Lüftungsanlagen zentrale Abluftanlagen mit Bedarfsregelung und maximal 0,20 W/(m³/h) Ventilatorleistung

Zentrale, dezentrale und raumzentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung mit Wärmerückgewinnungsgrad von mindestens 80 Prozent und maximal 0,45 W/(m³/h) Ventilatorleistung ODER mit Wärmerückgewinnungsgrad von mindestens 75 Prozent und maximal 0,35 W/(m³/h) Ventilatorleistung

Kompaktgeräte für energieeffiziente Gebäude mit Luft-Luft-Wärmeübertrager und Abluftwärmepumpe mit Wärmerückgewinnungsgrad von mindestens 75 Prozent, Jahresarbeitszahl von mindestens 3,5 und maximal 0,45 W/(m³/h) Ventilatorleistung

Kompaktgeräte mit Luft-Luft-/Wasser-Wärmepumpe ohne Luft-Luft-Wärmeübertrager mit einer Jahresarbeitszahl von mindestens 3,5 und maximal 0,35 W/(m³/h) Ventilatorleistung

Alle Lüftungsanlagen müssen einreguliert sein und den Anforderungen der Öko-Design-Richtlinie entsprechen

Wer über das KfW-Programm 430 eine Förderung zur Heizungsoptimierung beantragen möchte, bekommt Zuschüsse für viele Arbeiten an der Heizung. So zum Beispiel für:

  • neue Heizungs- und Trinkwasserpumpen
  • voreinstellbare Thermostatventile
  • Optimierungsarbeiten an Einrohrsystemen
  • Umbauarbeiten von Einrohr- zu Zweirohrsystemen
  • neue Pufferspeicher
  • die Installation einer Flächenheizung
  • den Austausch von Heizkörpern
  • die Dämmung von Rohrleitungen
  • Bauteile zum hydraulischen Abgleich
  • Mess-, Steuer- und Regelungstechnik

Übrigens: Die Heizungsoptimierung lohnt sich immer dann, wenn der Kessel oder die Therme noch zuverlässig läuft, das Gesamtsystem aber zu viel Energie verbraucht. Alternativ kommt hier auch die BAFA-Förderung zur Heizungsoptimierung infrage, über die es einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent gibt.

KfW-Programm 430: Förderung für Sanierung zum Effizienzhaus

Wer das Haus nicht nur an einzelnen Stellen sanieren möchte, kann sich gleich für eine ganzheitliche Sanierung zum KfW-Effizienzhaus entscheiden. Das Besondere daran: Die Arbeiten führen nicht nur zu geringeren Verbrauchskosten, sie sind auch mit höheren Zuschüssen im KfW-Programm 430 verbunden. Wie hoch die Fördergelder ausfallen, hängt dabei vom erreichten Effizienzhausstand ab, wie die folgende Tabelle zeigt.

KfW-430: Effizienzhaus Höhe der Zuschüsse Zuschuss pro Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus Denkmal 25 % 30.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 115 25 % 30.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 100 27,5 % 33.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 85 30 % 36.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 70 35 % 42.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 55 40 % 48.000 Euro

Wichtig zu wissen ist, dass die förderfähigen Kosten in allen Effizienzhausklassen auf 120.000 Euro begrenzt sind. Außerdem gilt: Wer den Effizienzhausstand mit einer Ölheizung erreicht, bekommt die Förderung entsprechend den Angaben in der Tabelle. Die Kosten der Ölheizung zählen dabei jedoch nicht zu den förderfähigen Kosten.

Anforderungen an ein KfW-Effizienzhaus

Um die hohen Fördermittel aus dem KfW-Programm 430 beantragen zu können, müssen Sanierer hohe Voraussetzungen erfüllen. Messen lassen sich diese am Primärenergiebedarf und am Transmissionswärmeverlust (Wärmeverlust über die Gebäudelüftung). Beide Kennwerte müssen dabei in einem bestimmten Verhältnis zu einem vergleichbaren Neubau nach Energieeinsparverordnung (EnEV) stehen. Wie dieses aussieht, zeigt die folgende Tabelle.

KfW-Effizienzhaus Denkmal 115 100 85 70 55
Primärenergiebedarf
im Vergleich zum
Wert eines EnEV-
Referenzhauses
160 % 115 % 100 % 85 % 70 % 55 %
Transmissions-
wärmeverlust
im
Vergleich zum Wert
eines EnEV-
Referenzhauses
175 % 130 % 115 % 100 % 85 % 70 %

Zur Erklärung: Ein KfW-Effizienzhaus 115 darf die Neubauanforderungen der EnEV an den Primärenergiebedarf um 15 Prozent überschreiten. Ein KfW-Effizienzhaus 70 muss diese zum Beispiel um 30 Prozent unterschreiten, um die KfW-430-Förderung zu bekommen.

KfW-Programm 430: Fördermittel richtig beantragen

Die Beantragung der KfW-430-Förderung muss vor dem Beginn der Sanierung erfolgen. Wichtig ist, dass Hausbesitzer zuvor einen Energieberater mit der fachgerechten Planung der Maßnahme beauftragen. Der Experte erstellt dann eine Bestätigung zum Antrag (BzA-ID). Mit der Kennnummer können Sanierer die Förderung anschließend online über das KfW-Zuschussportal beantragen.

Verlief die Prüfung der Antragsunterlagen durch die Förderbank positiv, erteilt diese einen Bewilligungsbescheid. Nun können Sanierer die geplanten Maßnahmen umsetzen. Ist alles erledigt, muss ein Energieberater die Arbeiten prüfen. Er erstellt eine Bestätigung nach Durchführung (BnD-ID), mit der Verbraucher die beantragten Mittel aus dem KfW-Programm 430 ausgezahlt bekommen.

Übrigens: Wer plant, einen Großteil der Arbeiten in Eigenleistung durchzuführen, kann die Förderung aus dem KfW-Programm 430 ebenfalls beantragen. Förderbar sind in diesem Fall allerdings nur die Materialkosten. Außerdem muss ein Energieberater die fachgerechte Durchführung aller Arbeiten in Eigenleistung bestätigen.

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