KfW fördert den Umbau zum barrierefreien Badezimmer

Alte oder kranke Menschen sind in ihrer Bewegungsfreiheit oft eingeschränkt und kommen auch im eigenen Zuhause nicht immer allein zurecht. Vor allem dann, wenn es um Grundbedürfnisse wie die Hygiene geht, kann das ein selbstbestimmtes Leben unmöglich machen. Abhilfe schafft hier der Einbau geeigneter Einrichtungsgegenstände oder die Anpassung der Raumgeometrie. Mit der KfW-Förderung für das Bad bekommen Sanierer dabei finanzielle Unterstützung.

Ganz genau gibt es die Mittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) dabei für:

  • die Anpassung der Raumgeometrie (Mindestraumgröße: 1,80 x 2,20 Meter; Bewegungsflächen von 0,90 x 1,50 Meter vor den Sanitärobjekten, Abstand von 0,25 Meter zwischen Sanitärobjekten und Wänden; außerdem müssen Vorkehrungen für Sicherheitssystem und Schiebetüren oder nach außen aufschlagende und von außen entriegelbare Türen vorhanden sein)
  • den Einbau bodengleicher Duschplätze mit oder ohne Klappsitze (Mit einem unterschied von maximal 20 Millimeter zu angrenzenden Flächen und rutschhemmenden Bodenbelägen)
  • neue Waschbecken und Waschtische (Tiefe: mindestens 0,48 Meter; Montagehöhe an den Nutzer angepasst; Kniefreiraum muss vorhanden sein)
  • den Einbau von WCs, Dusch-WCs und Urinalen sowie Haltegriffen (Montage in angepasster oder flexibler Höhe)
  • neue Badewannen und Liftsysteme (Wannenhöhe: maximal 0,50 Meter; alternativ: Wannen mit Tür oder Wannen, die mit Liftsystem benutzbar sind)
Darüber hinaus gibt es die KfW-Förderung für das Bad auch für sämtliches Zubehör, wie den Einbau von Trennwänden für bodengleiche Duschen, Duschvorhangstangen oder bedienfreundlichen Armaturen. Auch für neue Spiegel, Lampen sowie Stütz- und Haltegriffe bekommen Sanierer staatliche Zuwendungen. Wer darüber hinaus Wände abbrechen, neu aufbauen, malern, verputzen oder fließen möchte, profitiert ebenfalls von den Fördermitteln der KfW. Übrigens: Benötigt das neue Bad eine Einrichtung zur Be- und Entlüftung, beteiligt sich der Staat auch an den dafür anfallenden Kosten.

Zuschüsse und Darlehen als KfW-Förderung für das Bad

Möchten Hausbesitzer von den finanziellen Zuwendungen profitieren, können sie sich für Darlehen oder Zuschüsse entscheiden. Darlehen gibt es dabei bis zu einer Höhe von 50.000 Euro pro Wohneinheit. Die Zinsen richten sich unter anderem nach der vereinbarten Laufzeit und beginnen bei einem Satz von 0,75 Prozent. Wichtig zu wissen ist, dass jeder, der eine Wohnimmobilie umbauen oder eine umgebaute Wohnimmobilie kaufen möchte Kredite aus dem KfW-Programm 159 beantragen kann.

Die Zuschüsse aus dem KfW-Programm 455 stehen hingegen nur Eigentümern oder Ersterwerbern von Ein- oder Zweifamilienhäusern, Eigentumswohnungen oder Mietern zur Verfügung. Sie erhalten dabei 10 Prozent der Kosten, sofern es im Antrag um Investitionskosten von mindestens 2.000 Euro geht. Die Höchstsumme der KfW-Förderung für das Bad liegt bei 5.000 Euro. Das entspricht Investitionskosten von bis zu 50.000 Euro.
Wie hoch die Kosten einer Badsanierung sein können, zeigen wir im Beitrag "Badsanierung Kosten".

Die KfW Förderung für das Bad rechtzeitig beantragen

Während Hausbesitzer Anträge für Darlehen bei ihrer Hausbank einreichen, können sie Zuschüsse direkt über das Zuschussportal der KfW beantragen. Wichtig ist, dass sie das noch vor dem Beginn der Sanierungsarbeiten oder der Unterzeichnung eines Kaufvertrages tun. Andernfalls bekommen sie die KfW-Förderung für das Bad nicht mehr.

Wichtig: Da die Fördertöpfe im Jahr 2017 bereits erschöpft sind, können neue Anträge für Zuschüsse frühestens Januar 2018 wieder gestellt werden. Die Bank informiert auf Ihrer Internetseite, ob und wann die KfW-Förderung für das Bad neu aufgelegt wird.

Alternativen zur KfW-Förderung für das Bad

Neben staatlichen Fördermitteln für ein barrierefreies Bad, zahlt auch die Pflegekasse bis zu 4.000 Euro. Während es die KfW Mittel unabhängig von Alter oder Gesundheitszustand gibt, müssen für den Zuschuss der Pflegekasse bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So müssen Sanierer in der Regel eine Pflegebedürftigkeit (Pflegestufe) nachweisen.

Eine weitere Alternative zur KfW-Förderung für das Bad bieten steuerliche Vergünstigungen. Hier bekommen Hausbesitzer 20 Prozent der Handwerkerkosten über die jährliche Steuererklärung erstattet. Der Höchstbetrag liegt bei 1.200 Euro. Das entspricht Ausgaben von 6.000 Euro. Wichtig: Die Handwerkerkosten müssen eindeutig aus der Rechnung hervorgehen.

Wer die KfW-Förderung für das Bad mit anderen Fördermöglichkeiten kombinieren möchte, kann auch das tun. Da der Staat jede Maßnahme jedoch nur einmal fördert, sollten sich Hausbesitzer unbedingt einzelne Rechnungen ausstellen lassen. Sinnvoll ist das vor allem bei sehr hohen Umbaukosten. 

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