Flachdachfenster: Verschiedene Arten im Überblick  

Neben großen Industriehallen versorgen Fenster für das Flachdach auch moderne Wohngebäude mit viel Licht und Luft. Sie bringen mehr Lebensqualität und sind oft sogar echte architektonische Highlights. Geht es um die Funktion, eignen sich die Elemente als komfortabler Dachausstieg, ebenso wie zum Schutz vor Feuer und Rauch. Die folgenden Abschnitte geben einen Überblick über typische Flachdachfenster Arten und ihre Eigenschaften.

Festverglaste Fenster für das Flachdach

Die einfachste Art der Flachdachfenster sind festverglaste Elemente. Diese lassen Tageslicht durch die Dachfläche und sind fest verschlossen. Während die Fenster einen hohen Einbruchschutz bieten, müssen Hausbesitzer zum Reinigen erst einmal auf das Dach steigen. Wie alle anderen Dachflächenfenster eignen sich auch diese meist für den Einbau in Dächer mit einer Neigung von bis zu 15 Grad.

Flachdachfenster mit öffenbarer Verglasung

Wer neben Licht auch für frische Luft im Dachgeschoss sorgen möchte, sollte ein öffenbares Fenster wählen. Die Bauteile sind in verschiedenen Formen erhältlich und lassen sich entweder manuell oder über einen Motor bedienen. Letzteres ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Räume im Dachgeschoss sehr hoch sind. Während Verbraucher zum Putzen auch hier aufs Dach müssen, sorgt ein Selbstreinigungseffekt genau wie bei den festverglasten Fenstern dafür, dass das nicht allzu oft nötig ist. Geeignet sind die Flachdachfenster, die es unter anderem von VELUX oder FAKRO gibt, meist für Flachdächer mit einer Neigung von bis zu 15 Grad.

Übrigens: Ganz gleich, für welche Flachdachfenster Art sich Hausbesitzer entscheiden, sind diese heute in unterschiedlichen Formen verfügbar. Neben den typischen Lichtkuppeln, bei denen sich das Glas wie ein Berg auftürmt, gibt es auch flache Fenster oder Bauteile in Pyramidenform. Letztere bestehen meist aus verschiedenen Elementen und lassen sich daher optimal an die bauliche Situation anpassen. Wir empfehlen, vor der Kaufentscheidung die Kataloge bekannter Hersteller wie VELUX oder FAKRO zu studieren, um einen Eindruck der verschiedenen Möglichkeiten zu bekommen.

RWA zum Schutz vor Rauch und Hitze

Eine besondere Funktion übernehmen die sogenannten Rauch- und Wärmeabzugsfenster (kurz RWA). Denn diese öffnen im Brandfall und lassen Rauch und Hitze nach oben abziehen. Während die Fenster häufig motorisch arbeiten, funktioniert die Betätigung manuell über einen Taster oder automatisch durch die Meldung angebundener Rauchmelder. Besonders interessant: Einige Flachdachfenster lassen sich auch zur Komfortlüftung installieren. Eingebaut in Treppenhäusern öffnen sie dann zum Beispiel durch das Betätigen eines Schalters und lassen die Sommerhitze nach oben entweichen.

Ausstiegsfenster zur Montage auf dem Dach

Wer das Flachdach häufiger betreten möchte, zum Beispiel um die Fläche als Terrasse zu nutzen, der sollte sich für ein Ausstiegsfenster entscheiden. Dieses ist meist etwas größer, sodass Hausbesitzer mit viel Komfort und Platz hindurchsteigen können. Möglich ist das natürlich nur, wenn die Fenster auch mit Bodentreppen verbunden sind.

Flachdachfenster einbauen: Bei Neubau und Sanierung

Fenster für das Flachdach lassen sich im Neubau und im Altbau einbauen. Möglich ist das durch einen speziellen Aufsetzkranz, der die Fensterfläche auf eine Höhe von 15 Zentimetern über der Dachoberfläche anhebt. Das ist nötig, um die Elemente unter anderem vor stehender Feuchtigkeit zu schützen. Befindet sich eine Dämmung (auch ein Gefälledämmung) im Flachdach oder wurde die Oberfläche mit Kies oder einer Begrünung versehen, kommen zusätzliche Adapterkränze zum Einsatz. Diese ermöglichen einen luftdichten Anschluss und heben die gesamte Konstruktion noch einmal etwas an.

Da es beim Flachdachfenster Einbauen auf eine besonders sorgfältige Arbeitsweise ankommt, empfehlen wir die Montage durch einen erfahrenen Handwerker. Der stellt sicher, dass keine Feuchtigkeit von außen in das Dach gelangt und die vorhandene Dämmebene nach wie vor Luft- und Wasserdampfdicht bleibt (siehe auch Flachdachabdichtung). Außerdem kann er die nötigen elektrischen Anschlüsse verlegen, wenn das Dachfenster über einen Motor zum Öffnen verfügt.

Video: Flachdachfenster nachträglich einbauen

 Handwerker zeigen, wie sich ein Fenster für das Flachdach nachträglich einbauen lässt

Nachfolgend geben wir eine kurze Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Flachdachfenster einbauen:

  • Schritt 1: Herstellen der Öffnung im Dach passend zur Größe der Eindeckrahmen
  • Schritt 2: Aufsetzen vom Adapterkranz, sofern eine Dachämmung oder eine Schüttung vorhanden ist; Alternativ: Aufsetzen vom Eindeckrahmen/Aufsatzkranz auf der Dachoberfläche
  • Schritt 3: Fenster und Aufsetzkranz verschrauben und verbinden
  • Schritt 4: Verschrauben und Abdichten von Eindeckrahmen/Aufsetzkranz oder Adapterkranz
  • Schritt 5: Heranführen der Dämmung an den Eindeckrahmen/Aufsetzkranz oder Adapterkranz
  • Schritt 6: Adapterkranz an der Dachoberfläche abdichten und Befestigungsschienen montieren

Im Einzelfall sind die jeweiligen Herstellerunterlagen zu beachten. In der Regel geht aus diesen hervor, wie der Einbau der Fenster im Detail zu erfolgen hat.

Übrigens: Zum Eindichten werden Dachbahnen mit dem Dach und dem Flachdachfenster verschweißt. Um die Fenster nicht zu beschädigen, dürfen Hand- und Heimwerker mit der Flamme nie direkt auf diesem Arbeiten.

Flachdachfenster kaufen: Darauf sollten sie achten

Wer ein neues Fenster für das Flachdach kaufen möchte, muss sich nicht nur zwischen Lichtkuppel oder Ausstiegsfenster entscheiden: Auch die Eigenschaften der Bauteile spielen heute eine große Rolle. Denn diese wirken sich auf den Komfort, die Heiz- und unter Umständen sogar die Kühlkosten aus. Die folgende Checkliste zeigt, worauf Hausbesitzer beim Flachdachfenster Kaufen achten sollten:

Checkliste: Flachdachfenster kaufen Erklärung
Wärmeschutz der Flachdachfenster Die Energiekosten spielen heute eine immer größere Rolle. Wer hier sparen möchte, sollte auf den U-Wert vom Wärmeschutzglas achten. Dieser gibt an, wie viel Energie die Elemente nach außen hindurchlassen. Gut sind hier vor allem kleine Werte.
Hitzeschutz durch Verschattung Im Sommer prasselt die Sonne meist mit voller Kraft auf das Flachdach. Wer nicht auf den Hitzeschutz achtet, heizt Haus oder Wohnung dann schnell auf. Vor allem in modernen und energiesparenden Gebäuden sind die Temperaturen dann nur schwer wieder in den Griff zu bekommen. Für Abhilfe sorgen Verschattungssysteme, an die Hausbesitzer bereits beim Flachdachfenster Kaufen denken sollten.
Durchsturzsichere Fenster Wer sich häufig auf dem Dach befindet, etwa auf einer Dachterrasse, muss auch an die Sicherheit denken. Hier geht es vor allem darum, durchsturzsichere Fenster im Flachdach einzubauen. Wie der Name bereits vermuten lässt, sind diese so stabil, dass sie sicher vor dem Herunterfallen durch Glasbruch schützen.
Geräuschreduzierter Aufbau Entscheidend für den Komfort ist auch das Verhalten der Fenster bei Regen. Dröhnt das Prasseln der Regentropfen ständig durch das Haus, ist es mit dem Wohnkomfort schnell vorbei. Bekannte Hersteller wie VELUX bieten daher heute spezielle geräuschreduzierte Fenster für das Flachdach an.

Flachdachfenster Preise und Fördermittel im Überblick

Die Preisspanner moderner Fenster für das Flachdach ist heute sehr groß. Denn sie hängen neben der Größe auch von der Funktionalität und der Qualität der Bauteile ab. Typische Preise bewegen sich in einem Bereich von 300 bis 1.000 Euro.

Steht ohnehin eine Dachsanierun an? Wie viel Hausbesitzer dafür zahlen müssen, erklärt der Beitrag Was kostet ein neues Dach?

KfW-Förderung für neue und energieeffiziente Fenster

Sparen können alle, die sich für Fenster mit Wärmeschutzglas entscheiden. Denn diese werden von der KfW mit zinsgünstigen Darlehen oder einmaligen Zuschüssen in Höhe von 10 Prozent der Kosten gefördert. Wichtig ist, dass die neuen Flachdachfenster einen U-Wert von 1,0 W/m²K erreichen müssen. Außerdem gibt es die Mittel über das Programm 430 der KfW nur, wenn Hausbesitzer diese vor dem Vorhabensbeginn zusammen mit einem Experten beantragen. Gleiches gilt für das Programm 152 (Kredit) der KfW.

Übrigens: Ob vorher schon ein Fenster im Flachdach war oder Sanierer dieses nachträglich einbauen, spielt für die Förderung keine Rolle.

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