Welche Qualität ist die richtige?

Bei der Frage nach der richtigen Qualität, muss zunächst zwischen Normen und Zertifikaten unterschieden werden. Denn während Normen grundlegende Anforderungen an den Brennstoff selbst regeln, berücksichtigen Zertifikate unter anderem auch den Prozess der Pelletherstellung. Das heißt, sie ermöglichen auch Aussagen zur Rohstoffgewinnung und Produktion.

Grundlegende Anforderungen werden in der europaweit geltenden Norm DIN EN 14961-2 geregelt, die genaue Anforderungen an Größe, Heizwert und Schadstoffgehalt der Brennstoffe gibt. In drei Klassen unterscheidet die Norm dabei zwischen zwei Qualitätsstufen für Verbraucher und einer für die Industrieanwendung.

  • Pellets der Klasse A1 bieten die höchsten, von der Norm geforderten Qualitätseigenschaften. Das heißt neben einem hohen Heizwert, sind Wasser- und Aschegehalt sehr niedrig. Auch Größe und Durchmesser der Pellets sind dabei genormt, um einen problemlosen automatischen Betrieb gewährleisten zu können.
  • Pellets der Klasse A2 bieten eine ähnlich hohe Qualität wie die der Klasse 1, lassen aber einen etwas geringeren Energieinhalt zu. Auch die Anforderungen an den Aschegehalt sind niedriger.
  • Pellets der Klasse B eignen sich für den industriellen Einsatz, weshalb sich die Anforderungen im Wesentlichen auf den Wassergehalt und enthaltene Stofflasten beziehen. 

Beste Qualität bieten Pellets, die nicht nur die Anforderungen der EN 14961-2 einhalten, sondern auch mit zusätzlichen Zertifikaten, wie dem DIN-Plus oder dem EN-Plus-Zertifikat, gekennzeichnet sind. Neben einer hohen Qualität der Holzpellets, gewährleisten diese Auszeichnungen:

  • Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit
  • Transparenz von der Produktion bis zu Auslieferung
  • Unterstützung durch die Hersteller

Eine detaillierte Übersicht der einzelnen Anforderungswerte finden Sie in einem Beitrag auf energieheld.de. >> Pellets - DIN Plus und EN 14961-2 garantieren Qualität

Insgesamt sichern Normen eine hohe Qualität der Pellets, die sich nicht nur auf die Umwelt, sondern auch auf den Anlagenbetrieb auswirkt. Denn neben einem hohen Energieinhalt, sichern sie zum Beispiel auch eine hohe Festigkeit, die zusammen mit einer einheitlichen Größe dazu führt, dass die Pellets ohne Verklemmen, automatisch vom Speicher zur Verbrennung befördert werden können. Zusätzliche Zertifikate sichern einen nachhaltigen Umgang mit den nachwachsenden Rohstoffen und ermöglichen auch in Zukunft eine hohe Versorgungssicherheit.

Sackware, BigBag oder Silo-LKW?

Eine wichtige Frage, wenn es um die Wahl der richtigen Pellets geht, ist oft die nach der passenden Lieferform.

Verpackt in einzelnen Säcken, sind Holzpellets oft sogar im Baumarkt erhältlich. Die 15 kg Säcke enthalten in etwa so viel Energie, wie sieben Liter Heizöl und können einzeln und palettenweise gekauft werden. Im Alltag eignen sie sich vor allem für Pelletöfen. Denn die dezentralen Geräte, die wie ein Scheitholz-Kamin Wärme und Gemütlichkeit in die eigenen vier Wände bringen, haben oft nur einen kleinen Pellettank, der regelmäßig nachgefüllt werden muss. Vor allem bei wenig Platz, ermöglichen Holzpellets als Sackware eine einfache und saubere Lagerung.

Über BigBags können Pellets auch in loser Schüttung gekauft werden. In Packmaßen von etwa einer Tonne werden die erneuerbaren Brennstoffe dabei in großen Gewebesäcken geliefert. Big Bags eignen sich zum Beispiel zum Betrieb von teilautomatischen Pelletanlagen mit Kleintanks. Denn wie Pellet-Einzelöfen, müssen auch diese platzsparenden Alternativen zu automatischen Pelletheizungen regelmäßig manuell befüllt werden. In typischen Einfamilienhäusern reichen die Pellets aus dem BigBag für über einen Monat und sparen im Vergleich zu automatischen Anlagen Platz und Kosten.

Die üblichste Lieferform von Holzpellets ist in loser Schüttung und eignet sich hauptsächlich für zentrale Pelletanlagen mit angebundenem Lagerraum oder Speicher. Dabei werden die Pellets mit einem Silo-LKW geliefert und direkt in das Pelletlager eingeblasen. Da die Brennstoffversorgung im Pelletkessel selbständig abläuft, kann die Anlage über längere Zeit automatisch arbeiten.

Zusammenfassend eignet sich Sackware vor allem für Pellet-Einzelöfen, denn Sie bietet eine einfache und saubere Lagerung. Pellets in BigBags eignen sich hingegen für teilautomatischen Pelletanlagen mit Kleintanks, die in Häusern mit geringem Platzangebot auch ohne aufwändige Lagertechnik auskommen. Holzpellets in loser Schüttung, transportiert mit einem Silo-LKW, eignen sich für vollautomatische Anlagen, in denen sie einen komfortablen Anlagenbetrieb ermöglichen.

Aus dem Wald oder der Industrie?

Die Frage nach der Herkunft der Pellets ist entscheidend für eine Aussage zur Nachhaltigkeit. Denn wie in unserem Beitrag „Pelletanlagen – Nachhaltige Alternative zu Gas und Öl?“ herausgestellt, sind Pellets immer dann besonders nachhaltig, wenn sie aus Reststoffen der Industrie anstatt zerkleinerter Holzreste aus dem Wald bestehen. Grund dafür ist die höhere Feuchte der Waldhölzer, die im Herstellungsprozess zu einem deutlich erhöhten Energiebedarf führen kann. Nach Aussagen des Deutschen Pelletinstitut werden in Deutschland über 90% der Pellets aus Resten der holzverarbeitenden Industrie gewonnen. 

Weiterhin sollten die Holzpellets auch in der eigenen Region gewonnen und produziert werden, um die Nachhaltigkeit weiter zu fördern. 

Ein Beitrag von Alexander Rosenkranz

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