Dämmung der Bodenplatte senkt die Heizkosten

Ist der Keller im Haus beheizt oder gar keiner vorhanden, grenzen beheizte Räume oft an das Erdreich. Dieses hat das ganze Jahr über geringe Temperaturen und sorgt so für Fußkälte und höhere Heizkosten. Für Abhilfe sorgt hier die Dämmung der Bodenplatte. Die isolierende Schicht befindet sich unter oder über dem Boden zum Erdreich und erhöht dessen energetische Qualität. Wie viel sich damit sparen lässt, hängt von zahlreichen Bedingungen ab. So kommt es unter anderem auf die Tiefe des Gebäudes im Erdreich und die Geometrie der Bauteile an. Auch das Grundwasser kann einen erheblichen Einfluss auf die Wärmeverluste haben.

Übrigens: Die Wärmeverluste an das Erdreich lassen sich aufgrund vielfältiger Einflussgrößen und Wechselbeziehungen zwischen Haus und Erdreich nicht verallgemeinert darstellen. Ein Experte kann die örtlichen Gegebenheiten jedoch schnell untersuchen und eine sichere Aussage zu möglichen Einsparungen treffen.

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Arten der Dämmung der Bodenplatte im Überblick

Wer sich für eine Dämmung der Bodenplatte interessiert, hat heute zwei Möglichkeiten: Zum einen lässt sich die Perimeterdämmung beim Hausbau unterhalb des Kellerbodens verlegen. Zum anderen ist es auch möglich, bestehende Bodenplatten nachträglich von innen (von oben) zu dämmen. In den folgenden Abschnitten erklären wir, wie das funktioniert und welche Dämmstoffe dabei zum Einsatz kommen. 

Die Perimeterdämmung im Neubau

Die einfachste und effektivste Art der Dämmung der Bodenplatte ist von unten. Also noch vor dem Gießen der Betonplatte. Dabei kommen spezielle wasser- und frostresistente Dämmstoffe auf eine Schicht aus Magerbeton oder Sand. Unter Umständen sind zusätzliche Dichtungsbahnen nötig, um die Konstruktion vor aufsteigendem Wasser zu schützen. Schalungselemente liegen rings um die Dämmschicht und sorgen für die nötige Stabilität. Anschließend gießen Fachmänner die Bodenplatte über der dämmenden Schicht. Die nachfolgende Liste zeigt dem Aufbau noch einmal im Überblick:

Möglicher Aufbau: Dämmung der Bodenplatte von unten
Kiesschicht zum Frostschutz
Magerbeton oder Sand
Dämmung der Bodenplatte mit Schalungselementen (bei Bedarf über einer Feuchtesperre)
Beton-Bodenplatte

Geht es um die Auswahl der Dämmstoffe, kommen Platten aus Polystyrol (EPS oder XPS) sowie Schaumglasplatten oder Schüttungen aus Schaumglasschotter infrage. Polystyrol liegt dabei häufig in mehreren Lagen auf einer absolut ebenen Bodenschicht und wird von einer Folie vor eindringendem Betonwasser geschützt. Schaumglasplatten lassen sich als beschichtete Elemente auch einlagig anwenden. Sie sind wasserdicht und resistent gegen Druck. Ein Vorteil ist, dass die Platten (wie auch der Glasschaumschotter) zu einem großen Teil aus recyceltem Altglas bestehen. Glasschaumschotter wird in mehreren Lagen geschüttet und verdichtet. Das Material ist überall da geeignet, wo Wasser keinen Druck ausübt. Es wirkt kapillarbrechend und eignet sich daher auch als flächige Drainage.

Übrigens: Ver- und Entsorgungsleitung werden beim Bau der Bodenplatte mit sogenannten Dichtkragen vor drückendem Wasser von unten geschützt. Sie führen durch Dämmung und Bodenplatte und werden samt Dichtung einbetoniert.

Video: Dämmung unter der Bodenplatte

Nachträgliche Dämmung der Bodenplatte

Möchten Sanierer einen Keller ausbauen oder die Wohnqualität im eigenen Haus steigern, können sie die Bodenplatte auch nachträglich dämmen. Da das kaum von unten funktioniert, müssen sie die Materialien in der Regel auf der Bodenplatte verlegen. Das Problem: Durch die Dämmschicht steigt die Aufbauhöhe des Kellerbodens. Die lichte Höhe nimmt ab und Türen lassen sich unter Umständen nicht mehr öffnen. Wichtig: Damit Hausbesitzer die Dämmung der Bodenplatte einbringen können, müssen sie meist den alten Estrich (sofern vorhanden) entfernen, wodurch der Aufwand der Dämmmaßnahme steigt.

Die nachfolgende Liste zeigt den Aufbau im Überblick:

Möglicher Aufbau: Dämmung der Bodenplatte von oben
Bestehende Bodenplatte
Abdichtung zum Schutz vor Feuchtigkeit
Dämmstoffe (zum Beispiel Vakuumdämmplatten mit Schutzvlies)
Estrich und neuer Bodenbelag

Für einen hohen Wärmeschutz bei niedrigen Aufbauhöhen sorgen sogenannte Vakuumdämmplatten. Diese bestehen aus vorgefertigten Platten mit einem hohlen und nahezu luftleeren Zwischenraum. Die Wirkung der Gebäudedämmung ist dabei wesentlich höher. So gibt es Platten der Wärmeleitgruppe 007, die 5-mal besser vor Wärmeverlusten schützen, als konventionelle Dämmstoffe. Alternativ kommen zahlreiche druckfeste Dämmplatten aus mineralischen oder synthetischen Dämmstoffen infrage.

Übrigens: Entscheiden sich Hausbesitzer für die Verlegung von Vakuumdämmplatten, müssen sie deren Einbau vorher genau planen. Denn durch die luftleere Schicht im Inneren lassen sich die Platten bauseits nicht ohne Weiteres zurechtschneiden. Nötig ist hier ein individueller Verlegeplan.

Böden im Haus von innen dämmen

Kosten und Fördermittel für die Dämmarbeiten

Während die Dämmung der Bodenplatte im Neubau mit Mehrkosten von 20 bis 40 Euro pro Quadratmeter zu Buche schlägt, sind die Ausgaben bei der Sanierung höher. Denn hier müssen Hausbesitzer zunächst den alten Boden entfernen. Außerdem sind Hochleistungsdämmstoffe, wie die beschriebenen Vakuumplatten vergleichsweise teuer. Rechnen können Interessierte hier mit Ausgaben von 80 bis 120 Euro pro Quadratmeter. Eine individuelle und zuverlässige Aussage gibt es von einem Fachhandwerker aus der eigenen Region.

KfW-Förderung für die nachträgliche Dämmung der Bodenplatte

Wer den Kellerboden bei der Sanierung dämmen lässt, bekommt dafür hohe Fördermittel von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Sofern der U-Wert nach der Maßnahme mindestens 0,25 W/m²K beträgt, vergibt die Förderbank zinsgünstige Darlehen oder einmalige Zuschüsse. Dabei gibt es:

  • ein Darlehen mit Tilgungszuschuss in Höhe von 7,5 Prozent über das KfW-Programm 152
  • einen Zuschuss in Höhe von 10 Prozent über das Programm 430 der KfW

Wichtig: Damit Hausbesitzer für die Dämmung der Bodenplatte eine Förderung erhalten, müssen sie die Mittel unbedingt vor dem Beginn der Umbauarbeiten zusammen mit einem Energieberater beantragen.

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