Die Herstellung von Schaumglasschotter zur Wärmedämmung

Glasschaum, Glasschaumschotter oder Blähglas ist ein sehr robuster Wärmedämmstoff. Er eignet sich durch seine besonderen Eigenschaften vor allem zum Einsatz in extremen Bereichen, wie Regionen mit drückendem Wasser. Zurückführen lässt sich die besondere Eignung auf die Herstellung.

Ausgangsmaterialien für die Herstellung des mineralischen Dämmstoffs

Genau wie herkömmliches Glas besteht auch Schaumglasschotter aus Quarzsand und verschiedenen Zusätzen. Diese werden bei der Produktion stark erhitzt und anschließend in Form gebracht. Da das besonders energieaufwendig ist, setzen Schaumglas-Hersteller heute vor allem auf recyceltes Glas. Insbesondere Flachglasrecyclat aus alten Fenster- oder Autoscheiben. Hinzu kommen verschiedene Substanzen, wie Feldspat, Dolomit, Eisenoxide, Mangandioxid und Natriumkarbonat.

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Übrigens: Kommt bei der Herstellung von Schaumglas Altglas zum Einsatz, reduziert das den Energieverbrauch der Produktionsprozesse erheblich, da die energieintensive Vorstufe der Glasproduktion wegfällt.

Die Produktion von Schaumglas zur Wärmedämmung im Erdreich

Die Fertigung vom Schaumglasschotter erfolgt in industriellen Anlagen. Hier wird das Altglas zunächst so stark erhitzt, dass es schmilzt. Anschließend zermahlen Kugelmühlen das Material zu einem feinen Pulver. Dieses läuft zusammen mit Kohlenstoff durch einen sogenannten Aufschäumofen. Das Material nimmt an Volumen zu und es entstehen dünne Zellglaswände, die durch die kontrollierte Abkühlung auch nach der Herstellung erhalten bleiben. In der hermetisch geschlossenen Zellstruktur entsteht durch die Abkühlung außerdem auch ein Unterdruck, durch den das Schaumglas später besonders gut wärmedämmend ist.  

Eigenschaften: Was zeichnet Glasschaumschotter eigentlich aus?

Schaumglas lässt sich in Form von Dämmplatten oder als Granulat herstellen. Das Material ist wärmedämmend und erreicht eine Wärmeleitfähigkeit von 0,04 bis 0,06 W/mK. Es dämmt damit zwar schlechter als Kunststoff-Dämmplatten oder Dämmwolle, besticht jedoch mit anderen Besonderheiten: So ist vor allem der bei hohen Temperaturen hergestellte Glasschaumschotter resistent gegen viele Umwelteinflüsse. Er nimmt nahezu kein Wasser auf und ist damit auch frostsicher. Darüber hinaus erreicht der Dämmstoff eine hohe Druckfestigkeit (abgesehen von Punktlasten). Er ist nicht brennbar, dampfdicht und in der Regel auch schädlingssicher. Das heißt, dass sich weder Mäuse noch andere Tiere durch das Material fressen.

Nachfolgend die wichtigsten Eigenschaften noch einmal in der Übersicht:

  • wärmedämmender Dämmstoff
  • hohe Druckfestigkeit
  • nicht brennbar
  • kapillarbrechende Wirkung
  • frostbeständig
  • geringes Schüttgewicht
  • Rohdichte von 120 bis 200 kg/m³
  • resistent gegenüber Nagern und Insekten

Übrigens: Glasschaumschotter eignet sich für verschiedenste Bereiche und lässt sich dementsprechend auch in unterschiedlichen Formen herstellen. So gibt es das Material als Schaumglasplatten oder als Granulat in unterschiedlichen Lieferformen. Letztere ist je nach Einsatzgebiet auch in unterschiedlicher Korngröße erhältlich.

Die Ökobilanz des Dämmstoffs 

Während die Herstellung mit thermischen Verfahren zwar energieintensiv ist, besteht Schaumglasschotter aus nahezu unbegrenzt vorhandenen Rohstoffen. Diese sind meist über kurze Transportwege zu beziehen und entlasten die Entsorgungsbetriebe. Altes Material ist als Bauschutt deponierbar und lässt sich teilweise sogar wiederverwenden. Geht es um den hohen Energieverbrauch bei der Fertigung, wirkt sich der Einsatz von Altglas positiv auf die Bilanz aus. Denn damit entfällt die energieintensive Herstellung von Glas aus Quarz. Auch Technologien zur Wärmerückgewinnung senken den Energieverbrauch und beeinflussen die Energiebilanz damit positiv.

Übrigens: Im eingebauten Zustand scheidet Glasschaumschotter (auch Foamglas oder Blähglas) keine umweltschädlichen Stoffe aus. Da es im Erdreich häufig mit Bitumen verklebt wird, ist das Material oft nicht wiederverwertbar.

Verschiedene Einsatzgebiete der Schaumglas-Dämmung im Überblick

Schaumglas, wie die Produkte von Glapor oder Geocell, eignen sich heute für viele unterschiedliche Anwendungsbereiche im Hochbau und im Tiefbau. So zum Beispiel zur Dämmung der Bodenplatte oder anderer erdberührender Bauteile (Perimeterdämmung). Besonders günstig ist hier die kapillarbrechende Wirkung, durch die das Material neben der Kälte auch Wasser vom Haus fernhält.

Übrigens: Soll Glasschaumschotter in loser Schüttung verarbeitet werden, ist es wichtig, dass ein Experte die einzelnen Schichten immer wieder verdichtet.

Weitere Anwendungsbereiche sind:

  • Dämmsysteme von Flach- und Steildächern sowie von begrünten Dächern
  • Dämmung der Fassade, Innendämmung und energetische Ertüchtigung der Geschossdecke
  • Wärmedämmung unter Parkdecks, Terrassen oder einem Fundament
  • zum Rohre Dämmen sowie für die Isolierung von Tanks und Behältern
  • große Luftansaugschächte, Industrieschornsteine und Kühlhäuser
  • im Landschaftsbau und im Straßenbau

Video: Herstellung und Einbau von Glasschaumschotter im Hoch- und Tiefbau

Das Video zeigt am Beispiel von Geocell Schaumglas, wie sich Glasschaumschotter herstellen und in der Praxis einsetzen lässt.

Schaumglasschotter: Preise für die wirksame Wärmedämmung

Im Vergleich mehrerer Dämmstoffe untereinander ist Schaumglas etwas teurer. So verlangen Hersteller abhängig von der Abnahmemenge etwa 45 bis 60 Euro pro Kubikmeter. Hinzu kommt der Preis für die Lieferung, den Bauherren und Sanierer mit 5 bis 15 Euro kalkulieren können. Wie hoch die Ausgaben in der Praxis sind, zeigt letztlich nur das Angebot von einem Hersteller oder einem Handwerksbetrieb aus der eigenen Region.

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