Technische Sanierung: Gewinn für Mieter, Vermieter und Umwelt

Die Sanierungsrate in Deutschland zeigt - ganzheitliche Sanierungen sind nicht gerade an der Tagesordnungen. Dabei kann eine Modernisierung durchaus auch zu einem Gewinn für Mieter, Vermieter und Umwelt werden. Der Schlüssel dazu heißt technische Sanierung. Am Beispiel eines Sanierungsprojekts in Oldenburg zeigen wir, wie sich das in der Praxis umsetzen lässt und Vermieter sogar zum Energieversorger werden können.

Technische Sanierung: Gewinn für Mieter, Vermieter und Umwelt
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Warum die Wärmewende stockt

Schaut man auf die aktuellen Zahlen der Energiewende in Deutschland wird eines klar: Das Erreichen der politischen Ziele der Energiewende scheint noch in weiter Ferne zu liegen. Denn Sanieren zählt nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen der Deutschen. Ganz im Gegenteil treten viele Hausbesitzer dem Thema sogar eher skeptisch entgegen. Gründe dafür liegen laut Deutscher Energie-Agentur dena vor allem in einer mangelnden Markttransparenz, einer hohen Komplexität der Sanierungsvorhaben und fehlendem Vertrauen in die Fachpartner.

Erprobte und skalierbare Sanierungskonzepte, belastbare Sanierungsergebnisse und einfach aufbereitete Informationen könnten dabei helfen, bestehende Hemmungen abzubauen. In den folgenden Abschnitten möchten wir Ihnen dazu das vielversprechende Sanierungs-Projekt Henne-Haus vorstellen.

Kurz und knapp: Das Projekt Henne-Haus

Bei dem Projekt handelt es sich um ein 40-Jahre altes Mehrfamilienhaus in Oldenburg, das bereits seit vielen Jahren im Besitz der Familie Henne ist. Während das Gebäude mit Klinkerfassade  allgemein in gutem Zustand ist, verursachen Undichtigkeiten im Flachdach sowie die alte Gas-Zentralheizung Bauchschmerzen bei Herr Dr. Thomas Henne, dem Eigentümer der Immobilie. Denn vor allem bei der Sanierung des Flachdachs, die nach EnEV 2014 Pflicht für den Vermieter ist, muss regelmäßig mit Reparaturen und hohen Kosten gerechnet werden.

Die Lösung: Technische Sanierung

Ein passendes Konzept zur Sanierung fand Dr. Henne bei dem Fachplaner und Elektromeister Holger Laudeley, der zusammen mit Handwerkern aus der Region, bereits ein skalierbares Sanierungskonzept entwickelt und umgesetzt hatte. Das Besondere daran: Bis auf die Dachsanierung werden ausschließlich technische Maßnahmen umgesetzt.

Energiefarming nennt Holger Laudeley das Prinzip, bei dem Energie intelligent erzeugt, gespeichert und verbraucht wird. Die ganze Anlage besteht dabei aus:

  • einer PV-Anlage in Ost-West-Ausrichtung mit 28,8 kWp
  • zwei Mikro-BHKWs 
  • als Kombigeräte mit integriertem Brennwertkessel
  • zwei Stromspeichern mit je 15 kWh Speichervermögen (Energiefarm)
  • einer Brauchwasserwärmepumpe mit 300 Liter Warmwasserspeicher
  • mehreren intelligenten Stromzählern 

Laut Fachplaner Laudeley kann das technisch sanierte Haus stromseitig nahezu ganzjährig autark betrieben werden.

Möglich wird das über die intelligente Regelung und Verknüpfung der einzelnen Komponenten. Denn im Winter erzeugen die wärmegeführten BHKW-Kombigeräte neben der Wärme für Heizung und Warmwasser auch Strom, der direkt in das Speichersystem eingespeist wird. Im Sommer, wenn die Heizung aus ist, werden die BHKWs abgeschaltet und eine Brauchwasserwärmepumpe übernimmt die Warmwasserbereitung. Da der elektrische Anteil komplett aus den Überschüssen der PV-Anlage bezogen werden kann, arbeitet im Sommer selbst die Wärmepumpe nahezu autark. 

Mit intelligenten Zählern bekommen alle Bewohner des Hauses einen transparenten Überblick über den eigenen Stromverbrauch und natürlich auch die Kosten, die in Echtzeit anfallen. In Zukunft sollen intelligente Wärmemengenzähler auf gleiche Weise auch für mehr Transparenz beim Wärmeverbrauch sorgen.

Im Video präsentiert Herr Laudeley  das Projekt in Oldenburg.

Vermieter-Energieversorger – Ein Gewinn für Eigentümer und Mieter

Das innovative Sanierungskonzept ermöglicht es, einen Großteil des erzeugten Stroms selbst zu nutzen. Denn wenn der Strom im eigenen Haus erzeugt wird, kann auf den Einkauf vom Energieversorger verzichtet und viel Geld gespart werden. Während Besitzer privater Eigenheime davon direkt profitieren, stellen sich Vermieter oft die Frage, wie mit dem erzeugten Strom umzugehen ist.

Für Dr. Henne, Eigentümer und Vermieter der 6 Wohneinheiten im Henne-Haus, gab es dabei nur eine Möglichkeit. Er wurde zum Vermieter-Energieversorger. Das heißt, er gründete eine GbR und organisierte über diese die Strom-, Warmwasser- und Wärmelieferung an die Mieter.

Da er die Preise ganz anders kalkulieren kann als große Versorger, kann er die Einsparungen direkt an die Mieter weitergeben. Denn die profitieren im Henne-Haus von niedrigen Strom- und Gaspreisen, die sich in den nächsten 10 Jahren nicht verändern.

Mehr über das Henne-Haus erfahren Sie auf der Projektseite, die in Kooperation mit Cleantech Media eingerichtet wurde:
>> www.hennehaus.de

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