Durch Fenster und Türen verliert ein Gebäude zwischen 12 und 25 Prozent der Energie in der Heizperiode. Aus diesem Grund ist der Austausch von alten Fenstern nicht nur energiesparend, sondern auch Pflicht bei einer Sanierung. Dennoch müssen die neuen Fenster richtig montiert und abgedichtet werden, um unnötige Wärmeverluste und andere Schäde zu vermeiden.
Die neuen Fenster verfügen über eine Dreifachverglasung und dürfen nach der EnEV ein U-Wert haben, der den Wert 1,3 W/m²·K nicht überschreitet. Moderne Fenster erreichen bereits einen U-Wert von 0,7. Der Wärmedurchgangskoeffizient bzw. U-Wert gibt den Wärmeverlust über eine Fläche bei einem Temperaturunterschied von einem °C an und wird in W/m²K angegeben. Je niedriger der U-Wert ist, desto kleiner der Energieverlust durch das Fenster.
Eine schlechte Abdichtung lässt sich durch einen leichten oder sogar starken Luftzug hinter dem Fenster spüren. Schlimmer noch ist der Fall auch beim Einlass von Regenwasser. Fenstererneuerung sollte idealerweise zur gleichen Zeit mit der Modernisierung der Fassade durchgeführt werden. Auf diese Weise kann die Außenwanddämmung die äußere Rahmenabdichtung überdecken. Das hat optische sowie energetische Vorteile und sie sparen durch die Dämmung eine gesonderte Laibung.

Vorgehensweise


Wenn es sich um den Einbau von neuen Fenstern in einem Neubau handelt, muss der Bauherr zuerst an die Positionierung denken. Um Wärmebrücken (umgangssprachlich auch Kältebrücken genannt) zu reduzieren, sollte sich das Fenster bestenfalls in der Mitte der Wand befinden. Dies ist allerdings von dem Wandaufbau und von den Befestigungsmöglichkeiten abhängig. Für die Erhaltung einer guten Dämmung, ist es empfohlen Kunststoff-oder Holzfenster einzubauen.
Alte Rollladenkästen sind bei einer Fenstersanierung ein möglicher Ort, wo Wärmebrücken entstehen könnten. Dabei sollten sie entweder ausgetauscht oder zusätzlich eingedämmt werden. Die Abdichtung alter Kästen kann mit einem angepassten Formteil oder einer flexiblen Dämmplatte erfolgen. Die Gurtdurchführung lässt sich mit einer Bürstendichtung dämmen oder sie sollten die alten Rollläden ganz mit einem elektronisch gesteuertem Rollladensystem austauschen
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Das sollten Sie beim Fenstereinbau nicht vergessen:
1. Genug Platz einlassen - Die Große der Wandöffnung, indem ein Fenster montiert wird, bezeichnet man als Blendrahmenmaß. Es sollte zwischen dem Fensterrahmen und dem Mauerwerk etwa 1 bis 2 Zentimeter für die Abdichtung frei bleiben. Dabei sollte auch die Höhe der Fensterbank miteingeplant werden. In dem Fall, indem die Demontage eines alten Fenster benötigt wird, können Sie hier eine Anleitung finden.
2. Abmontieren und Rahmen reinsetzen - Bei einer Sanierung kann es sein, dass die Fensterbank abmontiert oder ausgetauscht werden muss. Zuerst werden die Fensterrahmen auf Bauklötze innerhalb der Öffnung gesetzt.
3. Rahmen zur Montage vorbereiten - Mit einer Wasserwaage und Unterlegscheiben können Sie das Fenster einsetzen und ausrichten. Bei Holzfenstern sollten alle Fensterteile, die Später unzugänglich sind, mit Schutzfarbe zuerst gestrichen werden. Ein Dekompressionsdichtband wird normalerweise mit dem Fenster geliefert und sollte an der Außenseite des Fensterrahmens angebracht werden.

 


4. Die Abdichtung des Fensters ist in drei Funktionen geteilt:
Innere Abdichtung - Diese Schicht ist dampfdiffusionsdicht konzipiert. Sie soll die Entstehung von Tauwasser verhindern. Materialien, wie dampfdicht ausgeführte Folie oder eine Acryl-Verfugung sind dafür geeignet.
Zwischenraum - Diese Dichtungsebene besteht aus luftdichten Dämmmaterialien, welche die Wärme- und Schalldämmung verbessern. Hier kommen Stoffe wie Hanf oder Mineralwolle in Frage.
Äußere Abdichtung - Die äußere Ebene schützt vor Wind und Regen. Sie soll dampfdiffusionsoffen und elastisch bleiben. Vorkomprimierten Dichtungsbändern aus imprägniertem Schaumkunststoff oder eine dampfdiffusionsoffene Folie wird diesen Zweck erfüllen.
5. Befestigen - Mit jeweils zwei Schrauben (drei bei einem längeren Fenster) werden die Fensterrahmen in dem Mauerwerk verschraubt. Dabei sollen die Schrauben weiter als 10 cm von den Ecken und etwa 70 cm voneinander entfernt positioniert werden.
6. Ausschäumen, Abdichten, Fensterflügel einhängen - Der Schaum wird von unten nach oben zwischen Rahmen und Mauer angebracht. Nach deren Trocknung werden die Tragklötze entfernt und die übrig bleibende Öffnungen geschäumt. Zuletzt werden die Fensterflügel eingehängt. Prüfen Sie, ob sie sich gut schließen und öffnen lassen. Wenn dies nicht gleich funktioniert, benötigt das Fenster weitere Einstellung. Einstellungsanleitung für Fenster finden sie hier.

Nach der Montage - Was soll man nachprüfen?


Mit einem dünnen Blatt Papier können Sie einen einfachen Test durchführen und dabei erfahren, ob das geschlossene Fenster genügend Dichtung aufweist. Dabei klemmen Sie das Papier zwischen den Fensterrahmen und -flügel in verschiedene Positionen ein. Wenn sich das Papier nicht mehr herausziehen lässt, ist das Fenster richtig installiert.
Wird das Fenster so gut abgedichtet, dass es bessere U-Werte als der Wand herum aufweist, kommt es zur Gefahr der Schimmelbildung auf den umliegenden Außenwänden. Thermografie sowie eine Luftdichtheitsprüfung wie die Blower-Door-Messung können nach der Montage darauf hinweisen, ob der Einbau neuer Fenster und Türen gut gelaufen ist. Nach einer erfolgreichen Abdichtung der Fensterrahmen muss man sich um einen regelmäßigeren Luftaustausch im Raum kümmern. Wie man ein passendes Lüftungskonzept findet lesen sie hier.
Türen lassen sich ähnlich wie Fenster montieren. Alte Haustüren und Türen zu unbeheizten Räumen, können durch eine Erneuerung zusätzlich Energie einsparen. Ist der Türaustausch nicht möglich oder zu teuer, stehen Ihnen einige billige Maßnahmen zur Verfügung: Zugluftstopper und Profildichtungsbänder verhindern starke Luftströmung rund um die Tür, sind im Baummarkt verfügbar und lassen sich einfach montieren. Türen mit einer alten Verglasung können zur Entstehung von Wärmebrücken führen. Hierbei lohnt es sich von einer Fachperson Rat einzuholen, ob die Verglasung ausgetauscht werden sollte, statt die ganze Tür zu tauschen. Sie können sich hier über den Aufbauprozess einer Haustür informieren.

 

 

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