Verschiedene Maßnahmen einer Dachsanierung

Sitzen die Ziegel nicht mehr fest oder dringt viel Feuchtigkeit durch die Dacheindeckung? Dann kommen Hausbesitzer um eine Dachsanierung nicht herum. Oft reicht es jedoch nicht, die alten Ziegel durch neue zu ersetzen. Auch Unterbau, Verlattung und Dachentwässerung sind meist zu erneuern. Wer plant, den Dachboden auszubauen, kann im gleichen Zuge auch eine Dämmung einbringen. Vor allem die sogenannte Aufsparrendämmung, bei der die Dämmstoffe auf den Dachsparren liegen, sorgt dabei für exzellente Ergebnisse. Auch eine neue Dachgaube oder eine Dachaufstockung kann sich bei einer Dachsanierung anbieten.

Waren die Sparren der Witterung lange ausgesetzt, müssen Hausbesitzer nicht selten auch den Dachstuhl sanieren lassen. Das gilt zumindest dann, wenn die Statik so stark geschwächt ist, dass die Konstruktion die neue Dacheindeckung nicht mehr zuverlässig tragen kann. Wer fragt, wie hoch beim Dachdecken die Kosten ausfallen, sollte sich über den groben Umfang der anstehenden Arbeiten im Klaren sein. Die folgende Übersicht zeigt typische Maßnahmen:

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  • Dachbeschichtung bzw. Dacheindeckung erneurn
  • Unterkonstruktion inklusive Verlattung sanieren
  • Dachentwässerung komplett neu anbringen 
  • Dachaufstockung oder neue Dachgauben einbauen
  • Dachfenster installieren und Wohnqualität schaffen
  • Dämmung unter der neuen Dacheindeckung anbringen
  • Schornsteinverkleidung zum Schutz des alten Kamins
  • Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren

Dachdecken: Kosten für Nachweise und Genehmigungen nicht vergessen

Wer lediglich die Dachziegel tauschen muss, hat rechtlich wenig zu beachten. Geht es stattdessen um umfangreichere Arbeiten, wirken sich auch Nachweise und Genehmigungen beim Dachdecken auf die Kosten aus. Neben Baugenehmigungen betrifft das vor allem statische Nachweise, die Hausbesitzer bei einer Neukonstruktion oder einer Dachaufstockung erstellen lassen müssen.

Übrigens: Wer böse Überraschungen vermeiden möchte, sollte die Maßnahmen von vornherein mit dem örtlichen Bauamt abstimmen. Von diesem erfahren Hausbesitzer, ob sie eine Genehmigung benötigen oder durch regionale Bebauungspläne bestimmte Anforderungen erfüllen müssen.

Dachdecken: Kosten für Abriss und die neue Dacheindeckung

Müssen Hausbesitzer ihr Dach neu eindecken lassen, steht in der Regel erst einmal ein Abriss an. Dabei geht es vor allem darum, die alte Eindeckung samt Lattung vom Dach zu entfernen. Bei Bedarf installieren Dachdecker dann ein wasserdichtes Unterdach mit Unterspannbahn, bevor Sie die Verlattung mit der neuen Dachbeschichtung aufbringen. Ist das erledigt, montieren Fachbetriebe auf Wunsch eine neue Dachentwässerung. Neben Titanzink oder Kunststoff kommt hier auch eine Kupferdachrinne infrage. Für die Dacheindeckung kommen je nach Dachneigung zum Beispiel Systeme aus Zinkblech, Tondachziegel oder andere Dachsteine zum Einsatz. Auch das Kupferdach ist eine interessante Lösung. Wer sich fragt, wie hoch beim Dachdecken die Kosten sind, kann überschlägig mit 50 bis 150 Euro pro Quadratmeter rechnen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die einzelnen Positionen:

Dachdecken - Kosten für Demontage und neue Eindeckung Kosten in Euro pro Quadratmeter Gesamtkosten für eine Fläche von 100 m²
Abriss der alten Eindeckung mit Lattung ca. 30 bis 40 €/m² ca. 3.000 bis 4.000 €
Installation eines wasserdichten Unterdachs
(wenn nötig)
ca. 10 bis 30 €/m² ca. 1.000 bis 3.000 €
Aufbringen einer neuen Lattung ca. 5 bis 15 €/m² ca. 500 bis 1.500 €
Neue Dacheindeckung
(ausgenommen Reetdach, Kupfer, Schiefer etc.)
ca. 10 bis 50 €/m² ca. 1.000 bis 5.000 €
Neue Dachentwässerung ca. 5 bis 15 €/m² ca. 500 bis 1.500 €
Kosten der neuen Dacheindeckung ca. 60 € bis 150 €/m² ca. 6.000 bis 15.000 €

Kosten für einen neuen Dachstuhl

Müssen Hausbesitzer den Dachstuhl sanieren, sollten sie beim Dachdecken mit höheren Kosten rechnen. Anfallen könnten diese zum Beispiel dann, wenn die alte Konstruktion von der Witterung angegriffen oder vom Holzwurm befallen ist. Die Kosten der Dachsanierung belaufen sich dabei je nach Art und Form des Daches auf etwa 50 bis 100 Euro pro Quadratmeter. Inbegriffen sind dabei bereits Abriss und Montagekosten, wie die nachfolgende Tabelle zeigt.

Kosten für einen neuen Dachstuhl Kosten in Euro pro Quadratmeter Gesamtkosten für eine Fläche von 100 m²
Abriss der alten Konstruktion ca. 20 bis 45 €/m² ca. 2.000 bis 4.500 €
Neuer Dachstuhl
(ohne Dämmung und Eindeckung)
ca. 50 bis 80 €/m² ca. 5.000 bis 8.000 €
Kosten für einen neuen Dachstuhl ca. 70 € bis 125 €/m² ca. 7.000 bis 12.500 €

Dachdecken: Kosten für die Dachdämmung einkalkulieren

Etwas mehr als 20 Prozent der gesamten Wärmeverluste eines Hauses fallen auf das Dach. Geht es darum Heizkosten zu sparen, bietet sich die Dachdämmung dabei als günstige und effektive Maßnahme an. Und das erst recht, wenn Hausbesitzer ohnehin eine neue Dacheindeckung aufbringen lassen. Als besonders günstig gilt in diesem Fall die Aufsparrendämmung, bei der Dachdecker die Dachdämmung von außen auf den Sparren aufbringen. So entstehen keine Wärmebrücken und das neue Dach ist optimal vor Wärmeverlusten geschützt. Heizkosten können Sanierer aber auch mit einer Zwischensparrendämmung oder einer Untersparrendämmung sparen. Bei der ersten Variante verursacht vor allem die Einblasdämmung geringe Ausgaben. Wer beim Dachdecken eine Dämmung anbringt, muss mit zusätzlichen Kosten von 20 bis 150 Euro pro Quadratmeter rechnen. Entscheidend ist hier vor allem die Art der Dachdämmung.

Dachdecken: Kosten für die Dachdämmung Kosten in Euro pro Quadratmeter Gesamtkosten für eine Fläche von 150 m²
Aufsparrendämmung
(ohne Kosten für die Eindeckung)
ca. 50 bis 100 €/m² ca. 7.500 bis 15.000 €
Zwischensparren-dämmung
(auch mit Einblasdämmung)
ca. 20 bis 100 €/m² ca. 3.000 bis 15.000 €
Untersparrendämmung ca. 30 € bis 70 €/m² ca. 4.500 bis 10.500 €
Flachdachdämmung (Gefälledämmung) ca. 40 € bis 140 €/m² ca. 6.000 bis 21.000 €

Kosten für weitere Arbeiten am Hausdach

Neben dem Dachdecken entstehen Kosten auch für eine neue Gaube, eine neue Schornsteinverkleidung oder die Montage neuer Dachfenster. Wer im gleichen Zuge auch die Heizung modernisieren möchte, kann außerdem auch eine Solarthermie oder eine Photovoltaik-Anlage installieren. Die folgende Tabelle zeigt, mit welchen Kosten Hausbesitzer in diesen Fällen rechnen können.

Dachdecken: Kosten für Nebenarbeiten Überschlägige Gesamtkosten für die aufgeführten Maßnahmen
Dachfenster austauschen oder neu einbauen 600 bis 1.500 € pro Stück
(abhängig von Größe, Art und Material)
Neue Schornsteinverkleidung anbringen 200 bis 1.000 € pro Stück
(abhängig von Größe, Art und Material)
Neue Dachgaube installieren 5.000 bis 10.000 €
(abhängig von Größe, Art und Material)
Solarthermie für Trinkwasser oder zur Heizungsunterstützung 4.000 bis 11.000 €
(abhängig von Größe und Art)
Photovoltaik mit Stromspeicher 10.000 bis 14.000 €
(abhängig von Größe und Art)

Fördermittel senken die Kosten für Dacheindeckung und Co.

Ob Hausbesitzer die Arbeiten in Eigenleistung ausführen oder einen Dachdecker beauftragen: Beim Dachdecken entstehen hohe Kosten. Und das nicht nur für die neue Dacheindeckung, sondern auch für zahlreiche weitere Arbeiten der Dachsanierung. Sparen können vor allem die Verbraucher, die sich im gleichen Zuge auch für eine neue Dachdämmung entscheiden. Denn diese senkt die Heizkosten und ist Voraussetzung für hohe staatliche Fördermittel. So gibt es zum Beispiel Zuschüsse in Höhe von mindestens 10 Prozent über das Programm 430 der KfW. Voraussetzung ist, dass Hausbesitzer die Mittel vor dem Beginn der Sanierung mit einem Energieberater beantragen.

Dachdecken: Kosten für Handwerker von der Steuer absetzen

Lohnkosten für Handwerker lassen sich darüber hinaus auch von der Steuer absetzen. Mit einer maximal anrechenbaren Summe von 6.000 Euro und eine Zuschussquote von 20 Prozent bekommen Verbraucher dabei bis zu 1.200 Euro im Jahr zurück. Vergütet wird die Förderung über die jährliche Einkommenssteuererklärung.

Übrigens: Die Doppelförderung ist hier nicht möglich. Wer also beim Dachdecken die Kosten für Handwerker von der Steuer absetzen möchte, muss auf die KfW-Förderung verzichten.

Ausgaben für Solarthermie mit Förderung senken

Auch die Ausgaben für eine neue Solarthermieanlage lassen sich mit staatlichen Fördermitteln senken. Diese gibt es über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Die Zuschüsse belaufen sich hier auf mindestens:

  • 500 Euro für eine neue Solaranlage zur Trinkwassererwärmung
  • 2.000 Euro für eine Solaranlage, die auch die Heizung unterstützt
  • 50 Euro pro Quadratmeter für die Erweiterung bestehender Anlagen

Die Anträge müssen Hausbesitzer auch hier unbedingt vor dem Beginn der Dachsanierung stellen.

Photovoltaik und Stromspeicher Förderung von der KfW

Solarstromanlagen mit Stromspeicher werden aktuell von der KfW gefördert. Während es für Photovoltaikanlagen zinsgünstige Kredite über das Programm 270 gibt, können Hausbesitzer neue Stromspeicher über das Programm 275 fördern lassen hier gibt es zinsgünstige Darlehen mit einem Tilgungszuschuss von 10 Prozent. Wichtig zu wissen ist, dass die Speicherförderung über das Programm 275 Ende 2018 auslaufen soll. Außerdem müssen Sanierer auch diese Fördermittel vor dem Dachdecken beantragen, wenn sie die Kosten senken möchten.

Übrigens: Erfordert die Montage der Photovoltaikanlage eine neue Dacheindeckung oder Arbeiten am Dachstuhl, können Hausbesitzer die beim Dachdecken entstehenden Kosten ebenfalls über das Programm 270 der KfW fördern lassen.

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