Marmorheizung: Aufbau und Funktion der Heizung

Die Marmorheizung ist eine Natursteinheizung, die Wärme über große Flächen an den Raum abgibt. Diese bestehen, wie der Name bereits vermuten lässt, aus Marmor (Marmorheizung), Granit oder Schiefer.  

Elektroheizung mit wohliger Infratotstrahlung

Technisch gesehen ist der Marmor-Heizkörper eine Elektroheizung, genau wie der Elektroheizkessel. Denn er lässt sich allein mit Strom betreiben. Die Wärme entsteht dabei im Heizleiter, der in Fräsungen auf der Rückseite der Marmor-Platten verläuft. Im Heizbetrieb wandelt dieser elektrische Energie in thermische um. Die Natursteinplatten nehmen die Wärme auf und geben sie zeitversetzt an den Raum ab. Wie bei einer Fußbodenheizung funktioniert das sonnengleich in Form von Strahlung. Dabei geht die thermische Energie nicht auf die Luft, sondern direkt auf feste Körper über. Steht ein Mensch im Strahlungsbereich der Heizkörper, spürt er die wohlige Wärme sofort auf der Haut.

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Übrigens: Wer sich die Wirkung der Marmorheizung nicht vorstellen kann, denkt einfach an das Gefühl, wenn im Frühling die ersten kräftigen Sonnenstrahlen auf die Haut treffen. Auch wenn es draußen noch recht kalt ist, sorgen diese schnell für ein angenehm warmes Empfinden.

Massiver Naturstein hält Wärme lange vor

Marmor ist ein massiver und schwerer Naturstein, der Wärme wie eine Nachtspeicherheizung lange vorhalten kann. Das heißt: Selbst dann, wenn Hausbesitzer das Thermostat längst abgedreht haben, geben die Heizflächen noch wohlige Wärme an den Raum ab. Aufheiz- und Abschaltzeiten sollten Hausbesitzer dabei also früh genug planen und einstellen.  

Ein Thermostat zur Regelung der Watt-Zahl

Wie viel Wärme Marmorheizungen abgeben, hängt hauptsächlich von ihrer Watt-Zahl ab. Je höher diese ist, umso mehr Energie kommt dem Raum zugute. Da sich der Wärmebedarf mit den Außentemperaturen ändert, lohnt sich die Anschaffung einer Heizung mit Thermostat. Über dieses können Hausbesitzer die Heizleistung herunterdrehen, wenn es draußen immer wärmer wird.

Übrigens: Ein Thermostat sorgt nicht nur für einen höheren Komfort. Er hilft auch dabei, Heizkosten zu sparen. So verbraucht eine Elektroheizung mit der richtigen Einstellung nie mehr Energie als nötig.

Video: Funktion und Montage einer Marmorheizung

Das Magazin Bauen und Wohnen zeigt, wie Steinheizungen funktionieren, wie sie sich montieren lassen und welche Heizkosten entstehen.

Eine Marmorheizung kaufen: Darauf kommt es an

Wer sich für die schönen Infrarotheizkörper interessiert sollte sich zunächst eine Frage stellen: „Wozu möchte ich die Marmorheizung kaufen? Als Zusatz- oder doch eher als Alleinheizung?“. Die Antwort wirkt sich maßgebend auf die Leistung der Elektroheizkörper aus, wie der folgende Abschnitt zeigt.  

Die richtige Watt-Zahl der Marmorheizungen

Ganz gleich, ob es sich um eine elektrische Infrarotheizung (auch Wärmewellenheizung) oder eine zentrale Gasheizung handelt: Die Leistung muss immer so hoch sein, dass sie die Wärmeverluste über die Gebäudehülle selbst bei knackig kalten Außentemperaturen ausgleichen kann. Während eine Zusatzheizung dabei meist zusammen mit einer zentralen Warmwasseranlage arbeitet, bringt die Elektroheizung die gesamte Wärme allein in einen Raum ein. Die Watt-Zahl muss dementsprechend höher sein. Wie hoch genau, zeigt die nachfolgende Tabelle:

Baujahr vor 1970 1970 bis 1980 1980 bis 1990 1990 bis 2000 nach 2000
Heizlast 170 bis 150 W/m² 150 bis 100 W/m² 100 bis 75 W/m² 75 bis 50 W/m² 50 bis 15 W/m²
Pro 10 m² 1,7 bis 1,5 kW 1,5 bis 1 kW 1 bis 0,75 kW 0,75 bis 0,5 kW 0,5 bis 0,15 kW

Wichtig zu wissen ist, dass die angegebenen Leistungsdaten in der Praxis auch anders ausfallen können. So sind niedrigere Werte nötig, wenn das Haus zwischenzeitlich saniert wurde. Heizen Verbraucher hingegen sehr verschwenderisch, könnten sie unter Umständen eine Marmorheizung mit einer größeren Leistung benötigen. Niedriger ist die Leistung in der Regel auch dann, wenn die Elektroheizung eine bereits bestehende Zentralheizung unterstützen soll.

Die passende Halterung für die Heizplatten

Damit sich die Heizplatten sicher an der Wand befestigen lassen, liefern gute Hersteller in der Regel auch das nötige Montagematerial. Dabei geht es vor allem um Halterungen, mit denen sich die Heizung zuverlässig und einfach an der Wand befestigen lässt. Wer eine Marmorheizung kaufen möchte, sollte darauf achten, dass passende Systeme im Lieferumfang enthalten sind.

Verschiedene Marmorheizung Hersteller

Zu den bekanntesten Anbietern dieser Heizungsart gehören die Hersteller Magma, Granotech und Marmony. Die Magma Energiesparheiztechnik GmbH befasst sich bereits seit dem Jahr 1992 mit Infrarotheizungen und hat neben den Marmor-Heizgeräten unter anderem auch Infrarot-Kaminofen im Angebot. Auch der Hersteller Granotech ist auf das Thema Natursteinheizung spezialisiert. Seine Produkte sind unter anderem auch einfach über Amazon oder eBay erhältlich. Marmony ist ebenfalls ein deutscher Hersteller für Marmor-Infrarotheizungen und Infrarot-Bildheizungen.

Marmorheizung: Kosten bei Anschaffung und Betrieb

Wie viel kann eine Marmorheizung kosten? Eine Antwort auf diese Frage hängt von vielen Faktoren ab. Während die Anschaffungskosten vor allem von Leistung, Größe und Qualität bestimmt werden, geht es bei den Betriebskosten um die Heizdauer, wie die folgenden Abschnitte zeigen.

Anschaffungskosten für die Heizung mit Marmor

Wer eine Natursteinheizung kaufen möchte, sollte Kosten von 250 bis 500 Euro einplanen. Denn so viel kosten Geräte mit einer Leistung von 500 bis 800 Watt. Soll die Leistung höher sein, fallen in der Regel auch die Preise höher aus. So kostet eine Marmorheizung mit mehr als 1.000 Watt Leistung 500 bis 1.000 Euro.

Betriebskosten der Naturstein-Elektroheizung

Geht es um die Betriebskosten der elektrischen Heizkörper, kommt es neben der Leistung auch auf die Heizdauer und die aktuellen Strompreise an. Sollen die Wärmeplatten einzelne Räume die gesamte Heizperiode über etwa eine Stunde am Tag mit Wärme versorgen, verursacht das bei einer Leistung von 500 Watt Ausgaben von rund 25 Euro. Teurer wird es, wenn die Heizung ein Haus allein beheizen soll. Denn dann kommen bei einem Energiebedarf von 15.000 Kilowattstunden im Jahr rund 4.200 Euro zusammen. Zum Vergleich: Der Verbrauch einer Gasbrennwerttherme verursacht im gleichen Zeitraum Kosten von nur 1.000 Euro.

Übrigens: Wer über die Anschaffung einer Marmorheizung nachdenkt, kann die möglichen Kosten einfach selbst abschätzen. Möglich ist das über folgende Gleichung: Heizkosten = Heizleistung (in Kilowatt) x Heizdauer (in Stunden) x Strompreis (in Euro pro Kilowattstunden).

Günstiger Betrieb mit Photovoltaik und Stromspeicher

Sparsamer ist die Marmorheizung, wenn sie den Strom einer Photovoltaik-Anlage in thermische Energie umwandelt. Damit das auch nachts funktioniert, ist jedoch ein Stromspeicher erforderlich. Der speichert den aufgenommenen Sonnenstrom am Tage und stellt ihn selbst dann noch zur Verfügung, wenn die Sonne längst untergegangen ist. Aber: Wer eine Solaranlage zum Heizen sucht, ist mit einer Solarthermie oft besser beraten. Denn die arbeitet mit einem höheren Wirkungsgrad und muss die kostenfreie Solarenergie nicht mehrfach umwandeln.

Vor- und Nachteile der edlen Natursteinheizung

Die Marmorheizung ist günstig in der Anschaffung und lässt sich darüber hinaus auch einfach selbst anschließen. Denn das funktioniert bei einzelnen Geräten auch mit einem Schuko-Stecker über die handelsübliche Steckdose. Der Betrieb mit Strom ist jedoch teuer und mit hohen Emissionen verbunden. Zumindest dann, wenn er aus fossilen Kraftwerken stammt. Die folgende Tabelle zeigt die Vor- und Nachteile der Marmorheizung im Vergleich.

Vorteile Nachteile
einfach und günstig in der Anschaffung hohe Betriebskosten durch immer weiter steigende Strompreise
wohltuende Strahlungswärme indirekt sehr hohe CO2-Emissionen durch Kraftwerke zur Stromerzeugung
geringe Staubemissionen und daher gesunde Heizung, vor allem für Allergiker Verbrauch fossiler Rohstoffe und Schädigung der Umwelt, wenn Strom aus fossilen Quellen stammt
optisch einzigartig und ansprechend  
Viele Marmorheizungen sind mobil einsetzbar  

Der Vergleich zeigt: Die Marmorheizung hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Ob sie sich letztendlich lohnt, hängt vom jeweiligen Einsatzbereich ab. Der folgende Abschnitt gibt einen Überblick.

Einsatzbereiche der elektrischen Natursteinheizung

Wer die Heizung nicht im Dauerbetrieb nutzen möchte, kann durchaus von den Vorteilen der Technik profitieren. Infrage kommt die Elektroheizung dabei zum Beispiel für selten beheizte Sommerhäuser, als Ergänzung einer konventionellen Warmwasserheizung (zum Beispiel im Bad) sowie zum Austausch einer alten Nachtspeicherheizung.

Marmorheizung im Test: Produkte im Vergleich

Das Portal infrarot-heizung-test.de hat sich die Produkte mehrerer Hersteller einmal genauer angesehen. Heraus kam ein Marmorheizung-Vergleich, der die Top-Produkte herausstellt. Diese sind:

  • die Marmorheizung von Magma, die sich leicht installieren und sogar mobil einsetzen lässt
  • die Granotech-Marmor-Infrarotheizung, die auf Wunsch auch mit einer Rückstrahlwanne erhältlich ist
  • die Heizung von Marmony, die wie die der anderen Hersteller auch mit einem Thermostat ausgestattet ist

Der Vergleich zeigt, dass sich die Produkte wenig nehmen. Beim Kauf sollten Hausbesitzer dabei auf Qualitätsversprechen und die Garantiezeiträume der Hersteller achten. Selbst 5-Jahress-Garantien sind dabei keine Seltenheit.

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