Materialien für die Fassadenverkleidung in Holzoptik

Holz ist ein natürlicher Rohstoff, der Wärme und Gemütlichkeit ausstrahlt. Das Material ist aber auch aufwendig zu pflegen und verrottet ohne regelmäßigen Anstrich. Eine Alternative bietet die Fassadenverkleidung in Holzoptik. Sie ist von echtem Holz oft kaum zu unterscheiden und auch ohne Pflege besonders langlebig. Zur Auswahl stehen dabei unter anderem Fassadenpaneele und -platten aus Kunststoff, Faserzement und Verbundwerkstoffen. Im Folgenden geben wir einen Überblick und zeigen, welche Hersteller die Fassadenverkleidungen mit Holzstruktur anbieten.

Übrigens: Viele Hersteller bieten Fassadenverkleidungen nicht nur in Holzoptik an. Wer möchte, findet die Produkte auch in Schieferoptik, Natursteinoptik oder Putzoptik.

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Kunststoffpaneele und Fassadenplatten mit Holzstruktur

Ein weit verbreitetes Material zur Fassadenverkleidung in Holzoptik ist Kunststoff. Erhältlich sind dabei Platten und Paneele aus PVC sowie GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff). Die Materialien sind farbecht, UV-Beständig und besonders leicht. Je nach Herstellung lassen sie sich in Holzoptik oder sogar mit einer fühlbaren Holzstruktur produzieren. Die Elemente gelten darüber hinaus als sehr stabil, leicht zu reinigen und äußerst robust gegen äußere Witterungseinflüsse.

Namhafte Hersteller sind:

  • Dolle / Gebr. Dolle GmbH
  • Keralit / Heering Kunststoffprofile GmbH
  • Zierer / ZF - Zierer Fassaden GmbH
  • Vinylit (Multipaneel, VinyPlus, VinyTop) / Vinylit Fassaden GmbH
  • Novik (Novik Shake)

Faserzementplatten für elegante Fassadenverkleidungen

Faserzementplatten bestehen aus Zellulose, Zement sowie speziellen Fasern zum Erhöhen der Stabilität. Die Fassadenplatten werden heute überwiegend in großen Formaten hergestellt und verleihen Gebäuden ein modernes Äußeres. Das Material eignet sich dabei auch für die Fassadenverkleidung in Holzoptik. Es gilt als robust, witterungsbeständig und besonders langlebig. Wer alte Fassadenverkleidungen austauschen möchte, sollte prüfen, ob die Platten asbesthaltig sind. Moderne Platten entsprechen allen gesetzlichen Anforderungen und sind heute frei von Asbest.

Namhafte Hersteller sind:

  • Eternit (u. a. Programm Cedral) / Eternit GmbH
  • James Hardie / James Hardie Bauprodukte GmbH

Holz-Polymer-Werkstoffe sind täuschend echt und robust

Eine weitere Möglichkeit für die Fassadenverkleidung in Holzoptik bieten Fassadenpaneele aus Holz-Polymer-Verbundwerkstoffen (WPC oder Wood Polymer Composites). Die Elemente bestehen zu 80 Prozent aus Holz und nur zu 20 Prozent aus Kunststoff. Sie sind in unterschiedlichen Farben erhältlich, lassen sich aber gut von echtem Holz unterscheiden. Im Vergleich zu anderen Materialien benötigen WPC-Paneele eine gewisse Pflege. Sie können mit der Zeit verblassen und sind bei schlechter Qualität anfällig gegen Dauerfrost. Wer sich für das interessante Material entscheidet, sollte daher auf das Siegel der Qualitätsgemeinschaft Holzwerkstoffe e.V. achten.

Namhafte Hersteller sind:

  • NATURinForm / NATURinFORM GmbH
  • UPM Facade / UPM GmbH

Energieeinsparverordnung: Dämmpflicht bei der Sanierung

Was viele nicht wissen: Wer sich für eine neue Fassadenverkleidung in Holzoptik entscheidet, muss auch die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV 2016) einhalten. Denn diese fordert, dass Hausbesitzer bei Arbeiten an der Außenwand auch eine Dämmung anbringen müssen. Zumindest dann, wenn sie:

  • die Wand austauschen oder erstmals einbauen
  • Verkleidungen auf der Außenseite anbringen
  • den alten Putz abschlagen und neuen aufbringen

Die energetische Qualität muss dabei durch die Gebäudedämmung so weit verbessert werden, dass die entsprechenden Wände einen U-Wert von 0,24 W/m²K erreichen.

Übrigens: Nicht jeder Sanierer muss auch dämmen. So gibt es eine Ausnahme, wenn Hausbesitzer nur 10 Prozent der Fassadenfläche verändern. Darüber hinaus greift die Dämmpflicht auch dann nicht, wenn die Bauteile bereits den energiesparrechtlichen Anforderungen vom 01. Januar 1984 entsprechen.

Montage von Paneelen und Fassadenplatten vor dem Haus

Die Montage der Fassadenverkleidung in Holzoptik erfolgt in der Regel auf einer sogenannten Traglattung. Soll auch eine Dämmung zum Einsatz kommen, hält die Unterkonstruktion die Platten oder Fassadenpaneele so weit vom Gebäude weg, dass zwischen den Dämmmaterialien und der Verkleidung ein Luftspalt bleibt. Durch diesen zirkuliert dann die Außenluft, um eventuell eingetretene Feuchtigkeit abzuführen. Dieser Aufbau schützt wirksam vor Schimmel und sorgt dafür, dass die Materialien an der Außenseite des Gebäudes lange wie neu aussehen. Ist die Dämmung der Fassade nicht nötig, montieren Fachhandwerker eine schlanke Unterkonstruktion aus Holz oder Alu in der Regel direkt auf der alten Außenwand.

Die Fassadenverkleidungen werden dann nach Herstellerangaben montiert. Bei Paneelen mit Nut und Feder funktioniert das in der Regel horizontal, vertikal und diagonal an der Hauswand. Wer die Materialien wie eine Stülpschalung (überlappend) installieren möchte, kann das nach Angaben der Hersteller in der Regel horizontal erledigen.

Übrigens: Platten und Paneele eignen sich nicht nur zum Verkleiden der Außenwand. Auch als Giebelverkleidung oder für ein Leichtdach kommen die Bauelemente aus den vorgestellten Materialien infrage.

Video: Montage einer Fassadenverkleidung in Holzoptik mit Dämmung

Der Hersteller Zierer zeigt im Video, wie einfach die Verkleidung der Hauswand mit Paneelen aus Fiberglas funktioniert.

Kosten und Förderung für die Verkleidung der Hausfassade

Eine Fassadenverkleidung in Holzoptik kostet heute zwischen 150 und 300 Euro pro Quadratmeter. Darin inbegriffen sind die nötigen Materialien samt Zubehör und Montage. Eine genaue Preisangabe bekommen Hausbesitzer mit dem Angebot, das ein Experte aus der eigenen Region individuell erstellt.

Förderung der Fassadenverkleidung in Holzoptik durch die KfW

Wer mit der neuen Verkleidung auch eine Dämmung anbringt, kann von hohen Fördermitteln profitieren. Zur Auswahl stehen dabei günstige Darlehen und einmalige Zuschüsse von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). So bekommen Hausbesitzer:

  • Darlehen mit einem Tilgungszuschuss in Höhe von 7,5 Prozent über das KfW-Programm 152
  • Zuschüsse in Höhe von 10 Prozent der anfallenden Kosten über das Programm 430 der KfW

Wichtig ist, das Interessierte die Mittel noch vor dem Beginn der Bauarbeiten mit einem Energieberater beantragen. Dieser prüft das Vorhaben und bestätigt gegenüber der KfW, dass alle Voraussetzungen eingehalten sind.

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