Verschiedene Arten der Dämmung im Überblick

Unsanierte Altbauten verlieren viel Wärme über ihre Außenwände. Die Folge sind höhere Heizkosten, Feuchteprobleme und eine sinkende Behaglichkeit. Denn ungenügend gedämmte Fassaden sind im Winter oft sehr kalt. Sie begünstigen die Kondensation von Feuchtigkeit aus der Raumluft und sorgen dafür, dass sich selbst auf 20 Grad Celsius beheizte Wohnräume kalt anfühlen. Möchten Verbraucher eine Dämmung anbringen, haben sie dabei verschiedenste Möglichkeiten zur Auswahl. So zum Beispiel:

  • das Anbringen eines Wärmedämmverbundsystems (Fassade mit WDVS)
  • die Installation einer vorgehängten und hinterlüfteten Fassade (VHF)
  • das Einbringen einer Einblasdämmung in zweischalige Außenwände
  • die nachträgliche Dämmung der Fassade von innen (Innendämmung)

Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Merkmale der genannten Maßnahmen vor und zeigen, was eine Fassadendämmung kosten kann. Einen schnellen Überblick gibt dabei auch die nachfolgende Tabelle.

Art der Fassadendämmung Kosten pro Quadratmeter Kosten für 140 Quadratmeter
Wärmedämmverbundsystem (WDVS) 75 bis 150 €/m² 10.500 bis 21.000 €
Hinterlüftete Vorhangfassade (VHF) 150 bis 275 €/m² 21.000 bis 38.500 €
Einblasdämmung 25 bis 75 €/m² 3.500 bis 10.500 €
Innendämmung 50 bis 100 €/m² 7.000 bis 14.000 €

Fassadendämmung: Kosten pro Quadratmeter

Die Preise einer Außendämmung hängen von der Art der gewünschten Dämmung ab. Während die Einblasdämmung am günstigsten ist, liegen Innendämmung und Wärmedämmverbundsystem (WDVS) im Mittelfeld. Die Außendämmung mit Vorhangfassade kostet im Durchschnitt am meisten.

Übrigens: In den folgenden Abschnitten geben wir Richtwerte, mit denen Sie bei einer Fassadendämmung die Kosten überschlagen können. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass von Fall zu Fall auch unterschiedliche Ausgaben entstehen können. Für eine konkrete und zuverlässige Aussage empfehlen wir Ihnen daher den Kontakt zu einem Experten.

Preise für die Dämmung mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

Geht es bei einer Fassadendämmung um die Kosten, interessieren sich viele Hausbesitzer für die Preise eines Wärmedämmverbundsystems. Denn das WDVS ist die am weitesten verbreitete Art der Außendämmung. Die ganzheitlichen Lösungen bestehen aus speziellen Dämmplatten, die sich mit Klebern oder Dübeln auf einer tragfähigen Fassade aufbringen lassen. Sind die Platten sicher montiert, folgen weitere Schichten aus Putz und Farbe. Alle Komponenten sind dabei optimal aufeinander abgestimmt, um Feuchteprobleme oder Algen auf der Fassade zu verhindern.

Geht es bei der Fassadendämmung um die Kosten, liegt das Wärmedämmverbundsystem mit Preisen von 75 bis 150 Euro pro Quadratmeter im Mittelfeld.

Wichtig zu wissen: Ein Großteil der Ausgaben fällt auf Arbeitsleistung, Gerüst, Putz und Farben. Da diese auch bei einer konventionellen Fassadensanierung anfallen, sprechen Experten dabei von den sogenannten Sowieso-Kosten. Steht eine Fassadensanierung an, lohnt es sich daher, auch über eine Außendämmung nachzudenken.

Fassadendämmung: Kosten für eine neue Vorhangfassade (VHF)

Die vorgehängte und hinterlüftete Fassade (VHF) ist eine spezielle Art der Außendämmung. Dabei installieren Experten ein Tragwerk auf der bestehenden Fassade. Dieses kleiden sie anschließend mit Dämmstoffen aus, bevor sie an der Außenseite Fassadenplatten installieren. Infrage kommen dabei verschiedenste Materialien und sogar eine Fassadenverkleidung in Holzoptik. Das Besondere an der VHF-Fassadendämmung ist, dass sich zwischen Dämmung und Fassadenverkleidung ein Luftspalt befindet. Durch diesen zirkuliert Außenluft, die eventuell angefallene Feuchtigkeit zuverlässig abführt.

Aber wie viel kann eine solche Fassadendämmung kosten? Die Preise einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade hängen vom Gebäude ab und liegen zwischen 150 und 275 Euro pro Quadratmeter. Die Maßnahme ist damit eine der teuersten im Vergleich.

Aber: Abhängig von der gewählten Verkleidungsart ist eine vorgehängte Fassade besonders witterungsbeständig, wartungsarm und lange haltbar. Trotz der höheren Anschaffungskosten ist sie damit eine interessante Alternative zum WDVS.

Kosten für die Kerndämmung einer zweischaligen Außenwand

Am günstigsten ist die Fassadendämmung bei zweischaligem Mauerwerk. Zum Einsatz kommt dabei die sogenannte Einblasdämmung, bei der Experten flockige oder granulare Dämmstoffe durch kleine Bohrungen in den Spalt des Mauerwerks einblasen. Damit das zuverlässig funktioniert, müssen sie zuvor allerdings feststellen, ob der Mauerspalt groß genug und frei von Verunreinigungen ist. Denn nur so lassen sich die wärmedämmenden Materialien auch lückenlos einbringen.

Die Kosten für eine Einblasdämmung sind mit 25 bis 70 Euro pro Quadratmeter vergleichsweise günstig.

Wichtig zu wissen: Befinden sich bereits Dämmstoffe im Mauerwerk, können Experten diese oft absaugen und durch moderne, effizientere Materialien ersetzen. Möglich ist das, indem sie die Fassade von den Ecken her erschließen.

Preise für die Innendämmung einer Fassade im Gebäudebestand

Wie der Name bereits vermuten lässt, bringen Fachhandwerker die Innendämmung von innen an den Außenwänden an. Nötig ist das zum Beispiel dann, wenn die Fassade unter Denkmalschutz steht und nicht verändert werden darf. Um Feuchteprobleme zu verhindern, ist die Fassadendämmung allerdings besonders sorgfältig anzubringen. Was dabei zu beachten ist, erklären wir im Beitrag zur Fassadendämmung (363).

Die Kosten der Dämmung von innen liegen in der Regel bei 50 bis 100 Euro pro Quadratmeter. Durch die anspruchsvolle Umsetzung empfehlen Experten die Maßnahme allerdings nur dann, wenn keine Alternative infrage kommt.  

Förderung senkt die Kosten der Außendämmung

Mit Unterstützung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können Hausbesitzer die Kosten einer Fassadendämmung deutlich senken. Infrage kommen dabei:

  • Zuschüsse in Höhe von 10 Prozent der Kosten über das Programm 430 der KfW
  • Darlehen mit Tilgungszuschuss in Höhe von 7,5 Prozent über das KfW Programm 152

Wer sein Haus zum KfW-Effizienzhaus saniert, profitiert von noch besseren Konditionen. Denn dann steigt die Zuschusshöhe auf bis zu 30 Prozent (maximal 30.000 Euro pro Wohneinheit) an. Bei der Kreditvariante steigen die Tilgungszuschüsse außerdem auf 27,5 Prozent (maximal 27.500 Euro pro Wohneinheit) an.

Übrigens: Bei den Tilgungszuschüssen handelt es sich um Gutschriften, die den zurückzuzahlenden Kreditbetrag und damit auch die Kosten der Fassadendämmung senken.

Voraussetzung für die Förderung der Außendämmung ist, dass die Wände hohe U-Werte erreichen. Dabei gelten folgende Grenzwerte:

  • Außenwände: 0,20 W/m²K
  • Außenwände im Baudenkmal: 0,45 W/m²K
  • Innendämmung im Fachwerk: 0,65 W/m²K (gilt auch für neue Ausfachungen)
  • Wände gegen unbeheizte Räume: 0,25 W/m²K
  • Wände gegen Erdreich: 0,25 W/m²K
  • Kerndämmung: Wärmeleitfähigkeit 0,35 W/mK oder besser (keine Vorgabe zum U-Wert)

Erfüllen Hausbesitzer die technischen Mindestanforderungen der Fassadendämmung, müssen sie die Förderung vor dem Baubeginn mit einem Energieberater beantragen. Während sie sich für Kredite an ihre Hausbank wenden, lassen sich Zuschüsse einfach online über das Zuschussportal der KfW beantragen.

Kommt die KfW-Förderung nicht infrage: Wenn die KfW-Förderung für die Außendämmung nicht infrage kommt, können Verbraucher die Lohnkosten der Handwerker steuerlich geltend machen. So bekommen sie 20 Prozent der Handwerksleistungen (maximal 1.200 Euro im Jahr) über ihre Einkommenssteuererklärung erstattet. Wie das funktioniert, erklären wir im Beitrag Lohnkosten absetzen.

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