Einsatzbereiche: Wann kommt ein Flüssiggastank infrage?

Flüssiggas (auch LPG oder Liquefied Petroleum Gas) ist ein brennbarer Rohstoff, der sich als Nebenprodukt der Erdgas- und Erdölförderung gewinnen lässt. Das Besondere: Unter Druck wechselt er von der gasförmigen in die flüssige Phase. Das Volumen schrumpft auf 1/260 und viel Energie lässt sich auf kleinstem Raum bevorraten. Möglich ist das in einem Flüssiggastank. Die stabilen Vorratsbehälter aus Stahl sind nahezu überall aufstellbar und versorgen auch entlegenste Regionen mit Energie. Zum Einsatz kommen sie, wenn ein Erdgasanschluss nicht möglich oder zu teuer ist. Aber auch in Wasserschutzgebieten, in denen die Installation einer Öltankanlage nur unter hohen Auflagen erlaubt ist, kommen Flüssiggastanks infrage. Einsetzen lässt sich der darin gespeicherte Brennstoff für sehr viele Anwendungen. So zum Beispiel:

  • zum Heizen und für die Warmwasserbereitung
  • zum Betrieb innovativer Gas-Wärmepumpen
  • zum Kochen mit verschiedenen Gasküchengeräten
  • zur Bereitstellung von Prozessenergie in der Industrie
  • zur Energieversorgung landwirtschaftlicher Betriebe

Der Rohstoff hat dabei einen weiteren Vorteil: Er lässt sich regenerativ herstellen. Wer das Gas aus einem Flüssiggastank bezieht, kann also CO2-neutral heizen und das Klima schützen.

Größe: Welcher Flüssiggastank ist der Richtige?

Flüssiggastanks sollten einen Jahresvorrat an Energie speichern können. Wie groß die Behälter sein müssen, hängt dabei von den individuellen Voraussetzungen ab. In Wohngebäuden lassen sich die passenden Tankgrößen vergleichsweise einfach finden. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die verschiedenen Größen der Flüssiggastanks und zeigt, wann diese in der Praxis zum Einsatz kommen.

Flüssiggastank-Größe Flüssiggasinhalt

Abmessungen

(Länge x Durchmesser)

Einsatzbereich
1,2 Tonnen 2.700 Liter 2,5 x 1,25 Meter 80 bis 125 Quadratmeter Wohnfläche
2,1 Tonnen 4.860 Liter 4,3 x 1,25 Meter 125 bis 250 Quadratmeter Wohnfläche
2,9 Tonnen 6.400 Liter 5,5 x 1,25 Meter 250 bis 500 Quadratmeter Wohnfläche

Soll der Flüssiggastank im Gewerbe zum Einsatz kommen, hängt die Größe von den Anwendungen und Prozessen ab, die er mit Energie versorgen muss. Fachberater können diese individuell bestimmen und so bei der Auswahl geeigneter Gastanks helfen.

Wichtig zu wissen: Aus Sicherheitsgründen lassen sich Flüssiggastanks nur zu 85 Prozent befüllen. Die Reserve gleicht Schwankungen im Volumen aus und hilft, den Gastank vor übermäßig hohen Druckbelastungen zu schützen. Bei der Planung einer Flüssiggasanlage ist diese Angabe unbedingt zu berücksichtigen.

Aufstellung: Wo kann ich einen Flüssiggastank platzieren?

Gastanks lassen sich in der Regel frei im Garten, halb- oder komplett unterirdisch aufstellen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist darüber hinaus auch die Installation in Innenräumen möglich.

Günstig und unkompliziert: Die oberirdische Aufstellung

Die Mehrheit der Hausbesitzer entscheidet sich heute dafür, den Flüssiggastank frei im Garten aufzustellen. Denn die Installation auf einer stabilen Bodenplatte ist günstig und mit einem sehr geringen baulichen Aufwand verbunden. Um die großen Behälter zu verstecken, lassen sie sich dabei mit einer Hecke umpflanzen.

Versteckt und sicher: Flüssiggastank unterirdisch aufstellen

Ist der Platz auf dem eigenen Grundstück begrenzt, lassen sich die Gastanks auch unterirdisch installieren. Dazu heben Hausbesitzer oder Handwerker eine ausreichend große Grube aus. Anschließend bringen sie eine Sandschicht ein, die den Lagerbehälter sicher trägt. Ist der Gastank eingesetzt, lässt sich die Grube mit Sand auffüllen und mit Erdreich überdecken. Anschließend können Hausbesitzer den Boden mit flach wurzelnden Gewächsen bepflanzen.

Soll der Tank teilweise oder komplett (auch der Schachtdeckel) überfahrbar sein, sind besondere Anforderungen zu erfüllen. So kommen zum Beispiel stabilere Tanks zum Einsatz. Die Überdeckung ist höher und die Schachtdeckel müssen besonders stabil ausgeführt sein. Die Lage der Grube ist grundsätzlich so zu wählen, dass ein LKW mit Kran direkt daneben Parken kann, um den Flüssiggastank einzusetzen.

Während die unterirdische Aufstellung mit einem höheren baulichen Aufwand verbunden ist, hat sie doch einige Vorteile: Der Gastank verschwindet unauffällig im Garten und der Platz bleibt frei verfügbar. Außerdem ist diese Art der Aufstellung besonders sicher. 

Unter bestimmten Voraussetzungen: Aufstellung in Innenräumen

Auch Räume über der Erdgleiche, die sich nur von außen öffnen lassen, kommen zur Aufstellung der Flüssiggastanks infrage. Wichtig ist, dass diese über eine feuerbeständige Abtrennung zu anderen Gebäudeteilen verfügen. Außerdem muss der Gastank mit seinem Durchmesser von 1,25 Metern auch in das Haus einzubringen sein. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, stellt die Innenaufstellung eine platzsparende Lösung dar.

Hohe Sicherheitsanforderungen für die Aufstellung der Gastanks

Flüssiggas ist ein leicht entzündlicher Rohstoff, dessen Dichte über der von Sauerstoff liegt. Tritt er unkontrolliert aus, kann es dabei zu lebensgefährlichen Unfällen kommen. Um diese auszuschließen, sind bei der Aufstellung von Flüssiggastanks hohe Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. So gibt es zum Beispiel verschiedene Schutzzonen um die Armaturenhaube.

  • Schutzzone 1: Radius von einem Meter um die Armaturenhaube; Feuer und offenes Licht sind untersagt
  • Schutzzone 2: Radius von drei Metern um die Armaturenhaube; Feuer und offenes Licht sind während der Befüllung untersagt; hier dürfen keine Kellerfenster, Kanalöffnungen, Bodenabläufe oder Brandlasten vorhanden sein

Lassen sich die Anforderungen vor Ort nicht einhalten, können Hausbesitzer den Gastank mit einer Mauer abgrenzen. Diese senkt die Schutzzonen, darf sich aber nur über zwei Seiten des Behälters erstrecken. 

Übrigens: In Hochwasser- und Überschwemmungsgebieten sind höhere Anforderungen zu erfüllen. Hier ist es wichtig, den Flüssiggastank mit einer entsprechenden Auftriebssicherung (Stahlbänder oder Flügel im Erdreich) vor dem Auf- und Wegschwimmen zu schützen. Vor der Aufstellung in Überschwemmungsgebieten ist außerdem eine Genehmigung nach Wasserhaushaltsgesetz (WHG) §78 einzuholen.

Regelmäßige Prüfung der Flüssiggastanks ist Pflicht

Um die Risiken der Flüssiggasbevorratung zu minimieren, sind Gastanks in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. Unterscheiden müssen Hausbesitzer dabei zwischen der inneren, der äußeren und der Rohrleitungsprüfung. Die folgende Tabelle informiert über Intervalle, Prüfaufgaben und Kosten.

Prüfung Was passiert? Wer prüft? Welche Kosten?
Äußere Prüfung
(alle zwei Jahre)
Sichtprüfung von Tank, Armaturen und Leitungen; Prüfung der Korrosionsschutzanlage bei unterirdischen Tanks (falls vorhanden) befähigte Person (zum Beispiel Gasanbieter) 50 bis 120 Euro (oberirdisch)
Innere Prüfung
(alle zehn Jahre)
Prüfung von Tank, Armaturen und Rohrleitungen, Kontrolle der Behälterummantelung, Messung zur Überprüfung des Korrosionsschutzes zugelassene Überwachungsstellen (ZÜS) wie TÜV oder Dekra ab 300 Euro (oberirdisch) ab 550 Euro (halb und komplett unterirdisch)
Rohrleitungsprüfung
(alle zehn Jahre)
Druckprüfung der Rohrleitungen zugelassene Fachbetriebe 50 bis 90 Euro

Wichtig zu wissen: Die Prüfunternehmen sind meist lange im Voraus ausgebucht. Wir empfehlen daher, frühzeitig Angebote zu vergleichen. Anschließend können Verantwortliche (Hausbesitzer oder Anbieter von Miettanks) eine Fachfirma beauftragen und den Termin abstimmen.

Flüssiggastank kaufen oder mieten: Die Kosten im Vergleich

Wer sich für eine Flüssiggasanlage entscheidet, kann die Vorratsbehälter kaufen oder mieten. Die meisten Hausbesitzer entscheiden sich für die Miet-Variante, dabei zahlen sie in der Regel 10 bis 15 Euro monatlich für den Flüssiggastank. Sie haben keine hohen Anfangsinvestitionen, beziehen das Flüssiggas aber dann vom Vermieter des Gastanks. Während die Konditionen hier teilweise etwas schlechter als am freien Markt sind, müssen sich Mieter nicht um Wartungs- oder Prüfungsarbeiten kümmern.

Die Alternative: Einen Flüssiggastank kaufen. Wer sich für diese Variante entscheidet, zahlt einmal für Anschaffung und Aufstellung. Die Kosten hängen dabei von der Art und der Größe der Flüssiggasbehälter ab, wie die folgende Tabelle zeigt.

Größe der Flüssiggastanks Kosten bei oberirdischer Aufstellung Kosten bei unterirdischer Aufstellung
2.700 Liter
(1,2 Tonnen)
ca. 2.300 Euro ca. 2.900 Euro
4.850 Liter
(2,1 Tonnen)
ca. 2.900 Euro ca. 3.500 Euro
6.400 Liter
(2,9 Tonnen)
ca. 3.400 Euro ca. 4.100 Euro

Wichtig zu wissen: Eigentümer können sich am freien Markt für einen Gasanbieter ihrer Wahl entscheiden. Sie müssen sich aber auch um Wartungs- und Prüfarbeiten kümmern und die dabei anfallenden Kosten tragen.

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