Weich und sauber: Vorteile des Regenwassers

Nach langen Dürrephasen warten vor allem Gärtner sehnsüchtig auf anhaltende Regenschauer. Denn das kühle Nass ist Lebensgrundlage für Rasen und Pflanzen. Anders als Trinkwasser aus der Leitung enthält Niederschlagswasser dabei üblicherweise weniger Kalk. Es ist umgangssprachlich „weicher“ und frei von Zusatzstoffen wie Chlor, Fluor oder Ozon. Kurz und knapp: Wenn Gärtner Regenwasser sammeln und zum Gießen nutzen, versorgen sie ihre Pflanzen optimal.

Hinzu kommt natürlich die Tatsache, dass Regenwasser Sammeln nichts kostet. Ganz im Gegenteil: Je mehr Niederschlagswasser im Haus und im Garten zum Einsatz kommt, umso niedriger fällt die Wasserrechnung aus. Wer im Wochenendhaus oder im Mobilheim keinen Wasseranschluss hat, kann mit der Regenwassernutzung auf fließend Wasser zurückgreifen. Zumindest für einige ausgewählte Verwendungszwecke.

Regenwasser sammeln: Tonne, Tank oder Zisterne

Wer Regenwasser sammeln möchte, hat heute verschiedenste Möglichkeiten zur Auswahl. So gibt es neben einfachen Tonnen zum Beispiel Fässer oder Zisternen. Die folgende Übersicht zeigt, welche Lösungen wann infrage kommen.

Regentonne: Regenwasser sammeln mit kleinem Budget

Die Regentonne speichert je nach Größe etwa 100 bis 500 Liter Wasser. Sie ist günstig und die optimale Lösung für alle Gelegenheitsgärtner mit kleinem Wasserbedarf. Denn die Tonnen lassen sich nahezu überall aufstellen. Sie sind in runder oder eckiger Form lieferbar und kommen komplett ohne Zubehör aus. Um Regenwasser sammeln zu können, legen Nutzer das Fallrohr vom Gartenhaus einfach in die Tonne. Eine Alternative sind Klappen oder Regenwassersammler, die sich direkt im Fallrohr befinden.

Verteilen lässt sich das Niederschlagswasser mit einer Gießkanne oder mit einer kleinen Tauchpumpe. Pumpen mit Solarmodulen fördern das Wasser dabei problemlos durch Gärten ohne Stromanschluss. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Eigenschaften im Überblick.

Regentonne zum Regenwasser sammeln Eigenschaften
Volumen: 100 bis 500 Liter
Aufstellung: oberirdisch
Entnahme: Hahn, Schlauchanschluss, Gießkanne, Tauchpumpe, Solarpumpe
Einsatzbereich: Verbraucher mit kleinem Wasserbedarf
Kosten: 20 bis 60 Euro

IBC Wassertank: Neue und gereinigte Gittercontainer

IBC Tanks (Intermediate Bulk Container oder Großpackmittel) sind würfelförmige Tanks für Flüssigkeiten. Sie bestehen aus Kunststoff, stehen auf einer Holz- oder Metallpalette und sind von einem schützenden Gitter umhüllt. Während viele Bau- und Fachmärkte neue Container als Regenwassertanks zum Kauf anbieten, gibt es die Behälter vielerorts auch gebraucht und gereinigt. Sie fassen in der Regel 800 bis 1.000 Liter und sind vergleichsweise günstig. Ein weiterer Vorteil: IBC Container lassen sich einfach transportieren und sogar stapeln. Wer sich am eher einfachen Aussehen stört, kann die Behälter problemlos mit einer Hecke oder einer Holzmatte verstecken. Die Entnahme erfolgt hier in der Regel über eine Pumpe. Stehen die Tanks zum Regenwasser sammeln auf einem Podest, können Gärtner das Wasser aber auch mit einer Gießkanne am integrierten Hahn entnehmen. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Eigenschaften im Überblick.

IBC-Tank zum Regenwasser sammeln Eigenschaften
Volumen: 300 bis 1.000 Liter
Aufstellung: oberirdisch
Entnahme: Hahn, Gießkanne, Pumpe (mit Stecker oder Solar)
Einsatzbereich: Garten
Kosten: 80 bis 120 Euro gebraucht
150 bis 250 Euro neu

Regenspeicher: Dekorative Behälter für Haus und Garten

Eine Alternative zu einfachen Regentonnen und günstigen IBC Tanks sind dekorative Speicher. Sie bevorraten etwa 100 bis 1.000 Liter Regenwasser und sind oft nicht als Vorratsbehälter zu erkennen. So gibt es die dekorativen Speicher in Form von großen Amphoren, Säulen oder Mauern. Die Entnahme erfolgt dabei meist über einen Hahn oder eine Pumpe. Geht es um die Kosten, schlagen dekorative Regenspeicher häufig mit höheren Preisen zu Buche. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Eigenschaften im Überblick.

Regenspeicher zum Regenwasser sammeln Eigenschaften
Volumen: 100 bis 1.000 Liter
Aufstellung: oberirdisch
Entnahme: Hahn, Gießkanne, Pumpe (mit Stecker oder Solar)
Einsatzbereich: Garten
Kosten: 100 bis 500 Euro

Faltbare Tanks: Flexible Nutzung und einfacher Transport

Wer unterwegs Regenwasser sammeln möchte, findet in faltbaren Tanks eine interessante Lösung. Die Vorratsbehälter lassen sich klein zusammenlegen. Sie sind leicht und zum Beispiel für Camper oder Mobilheim-Besitzer geeignet. Verfügbar sind die kleinen Behälter dabei mit Volumen von etwa 50 bis zu 1.000 Liter. Die Entnahme erfolgt dabei in der Regel über einen integrierten Hahn oder einen Schlauchanschluss. Auch der Einsatz von Tauchpumpen ist bei größeren faltbaren Regentonnen möglich. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Eigenschaften im Überblick.

Faltbarer Tanks zum Regenwasser sammeln Eigenschaften
Volumen: 50 bis 1.000 Liter
Aufstellung: oberirdisch
Entnahme: Hahn, Schlauchanschluss
Einsatzbereich: Camping, Tiny House, Mobilheim und Garten
Kosten: 20 bis 100 Euro

Zisterne: Viel Regenwasser sammeln und versteckt speichern

Ist der Sommer lang und trocken, sind 1.000 Liter Wasser schnell verbraucht. Wer einen größeren Bedarf hat und das Regenwasser auch im Haus nutzen möchte, kann sich für eine Zisterne entscheiden. Dabei handelt es sich um große Tanks aus Beton oder Kunststoff.

Zisternen befinden sich unter der Erde und sind mit einer Pumpe zu entleeren. Zum Regenwasser Sammeln sind die Anlagen über unterirdisch verlegte Rohrleitungen mit den Fallrohren vom Dach verbunden.

Wichtig zu wissen ist, dass Hausbesitzer die Installation einer solchen Anlage bei der unteren Wasserbehörde anzeigen müssen. Wer mehr als 50.000 Liter Regenwasser sammeln möchte, benötigt üblicherweise eine Genehmigung. Da sich die gesetzlichen Vorgaben in Deutschland von Region zu Region unterscheiden, sollten Hausbesitzer in jedem Fall Kontakt zum örtlichen Bauamt aufnehmen. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Eigenschaften der Zisternen im Überblick.

Zisterne zum Regenwasser sammeln Eigenschaften
Volumen: 1.500 bis 65.000 Liter
Aufstellung: unterirdisch
Entnahme: Pumpe; Regenwassernutzungsanlage
Einsatzbereich: Haus und Garten
Kosten: 700 bis 10.000 Euro (zzgl. Montage)

Regenwassernutzung in Haus und Garten

Mit Tonnen, Speichern oder Zisternen lässt sich viel Regenwasser sammeln. Aber wie können Gärtner und Hausbesitzer das Wasser nutzen? Am einfachsten funktioniert das mit einer Gießkanne. Diese können Verbraucher über einen Hahn am Boden befüllen oder bei der Entnahme direkt in die Tonne tauchen. Etwas komfortabler sind Garten- oder Tauchpumpen. Diese befördern das Niederschlagswasser in Schläuchen problemlos über längere Strecken. So lässt es sich zum Beispiel für Bewässerungssysteme oder Ähnliches nutzen. Ist der Tank leer, können Verbraucher diesen manuell mit Trinkwasser befüllen oder gleich Trinkwasser vom Hausanschluss zapfen.

Komfortable Regenwassernutzung mit Regenwassermanager

Einfacher ist eine vollautomatische Regenwassernutzungsanlage. Diese besteht im Kern aus einer druckgesteuerten Pumpe, die Wasser über ein fest installiertes Rohrsystem durch den Garten und/oder das Haus befördert. Öffnen Verbraucher einen angeschlossenen Hahn, sinkt der Leitungsdruck und die Wasserpumpe nimmt ihren Betrieb auf. Ist das Regenwasser aufgebraucht, speist ein Regenwassermanager automatisch frisches Trinkwasser nach. Auf diese Weise spendet die Anlage immer Wasser – ganz ohne manuelles Zutun. Die Kosten für ein solches System liegen bei etwa 1.000 bis 2.000 Euro. Hinzu kommen Ausgaben für das Rohrsystem, das von der Zisterne zu den jeweiligen Verbrauchern führt.

Wichtig zu wissen: Trink- und Regenwassersysteme müssen in Deutschland konsequent getrennt sein. Wer das Wasser zum Beispiel für die Toilettenspülung oder die Waschmaschine nutzen möchte, muss daher ein separates Leitungsnetz installieren. Regenwasser- und Trinkwasser-Anschlüsse an Spülkästen oder andere Verbindungen zwischen beiden Systemen sind tabu, um die hohe Trinkwasserqualität zu erhalten.

Tanks und Tonnen richtig pflegen: So funktioniert es

Mit den richtigen Tipps können Gärtner und Hausbesitzer lange die gleichen Behälter nutzen, wenn sie Regenwasser sammeln. Die folgenden Tipps zeigen, worauf es dabei ankommt:

  • Wasser regelmäßig austauschen, um die Qualität hochzuhalten
  • überlaufendes Regenwasser ab- oder in eine andere Tonne leiten
  • Wasser oberirdischer Tonnen im Winter ablassen (Tonnen bersten bei Frost)
  • Regenwasser und Tonne vor direkter Sonneneinstrahlung schützen

Wer die Tipps befolgt, kann problemlos Regenwasser sammeln und dieses für lange Zeit mit hoher Qualität nutzen.

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