Gründerzeitvilla – Alte Substanz im Passivhaus-Gewandt

Das erste Beispiel zeigt die Sanierung einer Wiener Gründerzeitvilla zum modernen Passivhaus. Das Besondere daran ist aber nicht nur die deutliche Reduzierung des Heizwärmebedarfs um 140,14 kWh/m²a, sondern auch die Tatsache, dass die umfangreiche Sanierung im bewohnten Zustand durchgeführt wurde. 

Da die Fassade der Wiener Gründerzeitvilla aufgrund eines Bombenschadens schon früher erneuert wurde, musste die äußere Ansicht trotz vollflächiger Wärmedämmung kaum verändert werden. Neben der Dämmung von Außenhülle und Kellerdecke sorgen moderne Passivhaus-Fenster und –Balkontüren sowie das neu ausgebaute Dachgeschoss dafür, dass fast keine mehr Energie verloren geht. 

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Technisch besticht das zum Passivhaus sanierte Gebäude durch eine Grundwasser-Wärmepumpe für Heizung und Warmwasserbereitung sowie einer kontrollierten Wohnungslüftung, die jede Wohneinheit über ein zentrales Gerät mit frischer Luft versorgt. Zusätzlich deckt eine Photovoltaikanlage auf dem neuen Dach den Haushalts-Strombedarf der neu entstandenen Dachgeschosswohnungen.

Die Sanierungsmaßnahmen im Überblick:

  • Dämmung von Fassade und Kellerdecke
  • Ausbau des Dachgeschosses
  • Einbau von Passivhaus-Fenstern und Passivhaus-Balkontüren
  • Heizung und Warmwasserbereitung über eine Grundwasser-Wärmepumpe
  • kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung über eine zentrale Anlage
  • Photovoltaikanlage zur Deckung des Haushalts-Strombedarf der neuen Dachgeschoss-Wohnungen 

Mit Ausnahme der intensiven Phase, die etwa zwei bis drei Wochen dauerte, konnten alle Mieter in ihren Wohnungen bleiben. Außerdem wurden Sie während der Bauphase auch durch eine Senkung der Miete entlastet.

Das Pilotprojekt, das bereits im Frühjahr 2014 fertiggestellt wurde, entstand durch die finanzielle und fachliche Unterstützung des wohnfonds_wien und dient seither auch dem Gewinn neuer Erkenntnisse zur Passivhaus-Sanierung bewohnter Gebäude.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf passivhaus-austria.org: http://bit.ly/1H5ZF7M

 

Historischer Altbau – Neuer Glanz und energetische Unabhängigkeit

Das zweite Beispiel zeigt: Sanierung ist nicht nur zum Passivhaus möglich. Denn im sächsischen Freiberg konnte im Jahr 2011 einem stark angegriffenen historischen Altbau zu neuem Glanz und energetischer Unabhängigkeit verholfen werden. Um das zu erreichen, wurde das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert zum Ganzjahres-Solarhaus saniert.

Kernstück der neuen Anlage ist ein fast 25 m³ großer Pufferspeicher, der die kostenfreie Energie der Sonne aus dem Sommer bis in den Winter hinein speichert. Zur Installation musste der Behälter, der immerhin Wasser für nahezu 180 Badewannen-Füllungen beinhaltet, über eine Öffnung im Dach direkt in das Gebäude gehoben werden.

Nachdem das Loch wieder verschlossen wurde, sorgt nun eine 65 m² große Solar-Kollektorfläche dafür, dass genug erneuerbare Wärme geerntet werden kann. Mit einer errechneten Deckungsrate von 51 % kann das Haus dabei über weite Teile des Jahres ausschließlich mit der Solaranlage beheizt werden. Sollte der Energie-Vorrat doch einmal knapp werden, sorgen Kaminöfen in den Wohnungen nicht nur für die nötige Wärme, sondern auch für knisternde Romantik an kalten Winterabenden.

Neben der Anlagentechnik musste auch die stark angegriffene Gebäudehülle erneuert werden. Mit der Dämmung der Außenwände und dem Einbau neuer Fenster, konnten dabei unnötige Wärmeverluste reduziert werden.

Die Sanierungsmaßnahmen im Überblick:

  • Dämmung der Außenwände (Hofseite Außendämmung, Straßenseite Innendämmung)
  • Dämmung und Erneuerung des Dachs
  • Austausch der Fenster und Installation neuer, in die Kollektorflächen integrierter Dachfenster
  • zentraler Kombispeicher mit 23,37 m³ (9,50 m Höhe
  • Solaranlage mit 64,15 m² Kollektorfläche
  • 3 Wasserführende Kaminöfen mit je 14 kW Leistung
  • Warmwasserbereitung über Frischwassermodule in den Wohnungen
  • zusätzliche Gasbrennwerttherme

Traditionsbewusst und doch modern, das beschreibt die Sanierung des denkmalgeschützten Altbaus im sächsischen Freiberg wohl am Besten. Mit besonders niedrigen Nebenkosten ist das Sonnenhaus dabei nicht nur ein Gewinn für die Umwelt, sondern auch für die Mieter. Denn die bleiben zumindest bei der Heizung von anhaltend steigenden Energiepreisen verschont.

Weiter Informationen zum Projekt finden Sie auf sonnenhaus-institut.de: http://bit.ly/1j4QYPr

 

Kleine Kraftwerke – Sanierung zum Plusenergiegebäude

Dass ein Haus nach einer Sanierung mehr Energie erzeugen kann, als es eigentlich benötigt, zeigt das folgende Beispiel. Denn bereits im Jahr 2012 wurde in Darmstadt eine Sanierung zum Plusenergiehaus fertiggestellt. Ziel des Projekts von Professor Ulrich Tichelmann, Professor für Tragwerksentwicklung und Bauphysik an der TU Darmstadt, war es aber nicht irgendein x-beliebiges Haus bis zum Optimum zu tunen, sondern ein nachhaltiges Konzept zu entwickeln, dass bei der Sanierung 1.000er Häuser angewandt werden kann

So wurde für das Modellvorhaben ein 40 jähriges Bestandsgebäude gewählt, das in ähnlicher Weise 10.000-Fach gebaut wurde. Die Sanierung erfolgte dabei in einer üblichen Herangehensweise, bei der neben der Dämmung von Fassade und Dach und dem Austausch der Fenster auch die Heizungsanlage modernisiert wurde. 

Um den Anforderungen eines Plusenergiehauses gerecht zu werden, nämlich mehr Energie zu erzeugen, als das Haus selbst verbraucht, wurde für die Beheizung eine moderne Wärmepumpe installiert, die über selbst geernteten Solarstrom betrieben wird. Ein besonderes Plus: Die Photovoltaikanlage auf dem Dach liefert nicht nur Strom für das Gebäude, sondern auch für ein Elektro-Auto. Die Strom-Überschüsse reichen dabei theoretisch für eine Reichweite von etwa 23.000 km im Jahr.

Die Sanierungsmaßnahmen im Überblick:

  • Dämmung der Gebäudehüllflächen (Fassade und Dach)
  • Vergrößerung der Fensterflächen und Einbau neuer Fenster
  • 12,6 kWp Solarstromanlage für Haushalts-Strom, Wärmepumpe und E-Mobilität
  • Heizung und Warmwasser über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe
  • wasserführender Kaminofen für Gemütlichkeit und Heizungsunterstützung
  • Wärmeübertragung über ein Fußbodenheizsystem
  • zentrale Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung
  • Stromtankstelle für Elektromobilität

Auch wenn der Energiebedarf des innovativen Modellvorhabens höher als bei einem Passivhaus ist, verknüpft das Sanierungskonzept verschiedene erneuerbare Energieträger so effizient, dass theoretisch mehr Energie erzeugt wird, als es selbst verbraucht. Da das Konzept ohne Stromspeicher konzipiert wurde, muss vor allem im Winter noch Strom aus dem öffentlichen Netz gekauft werden. Grund dafür waren die hohen Kosten für Stromspeicher zur Zeit der Planung.

Schon heute, nur drei Jahre nach der Fertigstellung des Plusenergie-Hauses, sind die Kosten für kleine Stromspeicher spürbar gesunken. Durch neue Entwicklungen und das wachsende Angebot am Markt wird sich dieser Trend auch sicher fortsetzen.

 

Ein Blick in die Zukunft

Alle im Beitrag vorgestellten Beispiele sind „Extremlösungen“ der jeweiligen Gebäudekategorien und folgen ganz unterschiedlichen Ansätzen. Während es im Passivhaus um die maximale Reduzierung der Energieverbräuche geht, liegt der Schwerpunkt im Sonnenhaus auf einer maximalen solaren Deckungsrate. Das Ziel moderner Plusenergiehäuser ist es hingegen viel Strom zu ernten, um diesen effektiv auch zur Gebäudebeheizung verwenden zu können.

Sicher sind die Lösungen heute noch nicht massentauglich. Sie bauen aber auf vorhandene Technologien und zeigen Lösungswege auf, die das Feld der energetischen Modernisierung in Zukunft revolutionieren werden. Denn alle Beispiele haben eines gemeinsam: Sie beziehen Energie überwiegend aus erneuerbaren Quellen. Und nichts anderes wird in ferner Zukunft zur Verfügung stehen. 

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