Funktion und Arten der Fußbodenheizung

Fußbodenheizungen versorgen unsere Wohnräume mit wohliger Heizwärme. Damit das funktioniert, befinden sich schlanke Rohrleitungen im Fußboden, die im Betrieb von heißem Heizungswasser durchströmt werden. Das Wasser gibt thermische Energie an den Boden ab und erwärmt über diesen auch den darüberliegenden Raum. Abhängig vom Fußbodenaufbau einer Fußbodenheizung unterscheiden Experten dabei folgende Systeme:

Neben den wasserführenden Systemen gibt es auch eine strombetriebene Alternative: Die elektrische Fußbodenheizung. Diese besteht aus dünnen Heizmatten, die sich unter Spannung erwärmen. Sie liegen in der Regel direkt unter dem Bodenbelag und lassen sich günstig und schnell verlegen.

Wie viel eine Fußbodenheizung kosten kann, zeigt die folgende Tabelle im Überblick:

Art der Fußbodenheizung Kosten pro Quadratmeter Kosten für 100 Quadratmeter
Nasssystem 50 bis 100 €/m² 5.000 € bis 10.000 €
Dünnbett und Trockenbau 30 bis 60 €/m² 3.000 € bis 6.000 €
Einfräsen 30 bis 50 €/m² 3.000 € bis 5.000 €
Elektroheizung 20 bis 50 €/m² 2.000 € bis 5.000 €

Abhängig von der Situation vor Ort können bei wasserführenden Heizsystemen 500 bis 2.000 Euro zusätzlich für Rohrleitungen und Armaturen anfallen. Wie sich die Kosten einer Fußbodenheizung im Einzelnen zusammensetzen und worin die Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme liegen, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Fußbodenheizung: Kosten für Material und Verlegung

Geht es bei einer Fußbodenheizung um die Kosten, interessieren sich Verbraucher vor allem für die Ausgaben, die bei Anschaffung und Verlegung entstehen. Wie hoch diese sind, hängt dabei grundsätzlich von den jeweiligen Systemen ab.

Kosten einer Fußbodenheizung zur Nassverlegung

Bei einem Nasssystem liegen die Heizrohre auf speziellen Dämmplatten unter dem Estrich. Der vergleichsweise schwere Aufbau sorgt zwar für ein träges Heizverhalten, kann dafür aber auch viel Wärme speichern. So gibt eine Fußbodenheizung im Nasssystem auch dann noch Wärme ab, wenn die Heizung längst aus ist. Günstig ist das vor allem in Kombination mit einer elektrischen Wärmepumpe. Denn durch das hohe Speichervermögen der Fußböden lassen sich Sperrzeiten vom Versorger auch ohne zusätzlichen Pufferspeicher überbrücken. Das spart Kosten und Platz im Haus. Während Nasssysteme im Neubau inzwischen den Standard darstellen, sind sie bei einer Sanierung mit verschiedenen Herausforderungen verbunden. Nachteilig wirkt sich dabei meist der höhere Bodenaufbau aus. Die Systeme sind außerdem schwerer und werden vor allem von alten Holzdecken nicht immer getragen. Nachteilig ist bei einer Sanierung auch der deutlich höhere Aufwand. So müssen Hausbesitzer zunächst den alten Estrich entfernen, bevor sie die Flächenheizung samt Heizestrich einbringen können. Geht es bei einer Fußbodenheizung um die Kosten, müssen Sanierer daher mit zusätzlichen Ausgaben rechnen.

Kosten einer Fußbodenheizung im Nasssystem: Abhängig von der Situation vor Ort ergeben sich Preise von 50 bis 70 €/m² für Material und Verlegung. Im Altbau können 15 bis 30 €/m² für das Entfernen des alten Estrichs hinzukommen.

Ausgaben für Dünnschicht- und Trockenbausysteme

Die Dünnschichtfußbodenheizung besteht aus schmalen Trägerplatten, die Sanierer auch auf dem bestehenden Estrich ausbringen können. Die Elemente nehmen dünne Heizungsrohre auf und werden mit einer ausgleichenden Schicht überdeckt. Die Ausgleichsmasse leitet dabei die Wärme der Heizung an den Raum und verteilt die auftretenden Lasten gleichmäßig an den Unterboden. Ähnlich aufgebaut sind auch spezielle Trockenbausysteme. Hier verlegen Handwerker anstelle der Ausgleichsmasse jedoch stabile Bauplatten. Diese müssen nicht trocknen und können direkt nach dem Einbringen mit einem Bodenbelag versehen werden.  

Sowohl Dünnbett- als auch Trockenbausysteme für Fußbodenheizungen sind mit geringeren Kosten verbunden. Sie lassen sich schneller verlegen und kommen mit minimalen Aufbauhöhen aus. Während die Lösungen schneller auf geänderte Temperaturanforderungen reagieren, halten sie auch weniger Wärme vor. Das heißt: Ist die Heizung einmal abgedreht, heizen die Bodenflächen kaum nach.

Kosten der Fußbodenheizung im Dünn- und Trockenestrichsystem: Abhängig von der Situation vor Ort ergeben sich Preise von 30 bis 60 €/m² für Material und Verlegung. Bei einer Modernisierung können vorhandene Böden bestehen bleiben, sofern diese fest und tragfähig sind.

Einfräsen der Fußbodenheizung: Kosten im Überblick

Bei einer Sanierung können Hausbesitzer die Fußbodenheizung nachträglich einfräsen lassen. Dabei fräsen Handwerker schmale Kanäle in den vorhandenen Estrich, in denen sie anschließend die Heizungsrohre einbringen. Sind diese verlegt und angebunden, verschließen Handwerker die Schlitze mit einer speziellen Ausgleichsmasse. Von Vorteil ist, dass die Installation hier sehr schnell und günstig erfolgt. Die Systeme nutzen den Boden als Wärmespeicher und arbeiten träger als Dünnschicht- oder Trockenbaufußbodenheizungen. Wichtig ist jedoch, dass Verbraucher Decken über unbeheizten Räumen von unten mit einer Kellerdeckendämmung versehen. Diese verhindert, dass wertvolle Heizwärme die Keller- und Abstellräume erwärmt.

Kosten einer Fußbodenheizung zum Einfräsen: Abhängig von der Situation vor Ort ergeben sich Preise von 30 bis 50 €/m² für Material und Verlegung. Voraussetzung ist, dass der Estrich mindestens 4 Zentimeter stark und intakt ist. Bodenbeläge sind vor dem Einbau zu entfernen.

Ausgaben für den Einbau einer elektrischen Heizung

Eine elektrische Fußbodenheizung ist zumindest in der Anschaffung mit den niedrigsten Kosten verbunden. Denn sie besteht lediglich aus schlanken Heizmatten, die Experten unter dem neuen Bodenbelag verlegen. Die Matten sind mit dem Stromnetz zu verbinden und können den Heizbetrieb aufnehmen, sobald das erledigt ist.

Kosten einer elektrischen Fußbodenheizung: Abhängig von der Situation vor Ort ergeben sich Preise von 20 bis 50 €/m² für Material und Verlegung.

Heizkosten sinken durch eine neue Fußbodenheizung

Eine Flächenheizung sorgt mit wohliger Strahlungswärme für eine hohe Behaglichkeit. Da die gefühlte Raumtemperatur von der Luft- und der Oberflächentemperatur der Umfassungsflächen abhängt, funktioniert das sogar bei abgesenkten Raumlufttemperaturen. Ohne Einbußen im Komfort sinken mit einer Fußbodenheizung daher auch die monatlichen Heizkosten.

Zu sinkenden Kosten führt darüber hinaus auch die Kombination mit einer Brennwert- oder einer Umweltheizung. Der Grund: Fußbodenheizungen nutzen im Gegensatz zu Heizkörpern große Flächen, um thermische Energie an den Raum zu übertragen. Das begünstigt wiederum niedrige Heizwassertemperaturen, durch die eine Brennwerttherme mehr Energie aus dem Abgas gewinnen kann. Wärmepumpen müssen das Temperaturniveau der Umweltwärme weniger stark anheben und Solarwärme lässt sich auch an trüben Tagen noch zum Heizen nutzen.

Die Heizkosten verschiedener Fußbodenheizsysteme

Geht es bei einer Fußbodenheizung um die Kosten, sind neben den Preisen für die Anschaffung auch die laufenden Ausgaben besonders wichtig. Wie hoch diese ausfallen hängt dabei vor allem vom eingesetzten Energieträger ab. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick:

Energieträger Preis pro Kilowattstunde Kosten der Fußbodenheizung (Verbrauch von 15.000 kWh)
Pellets 5,05 ct/kWh 757,50 €
Erdgas 6,21 ct/kWh 931,50 €
Scheitholz (ofenfertig) 6,28 ct/kWh 942,00 €
Heizöl 6,70 ct/kWh 1.005,00 €
Flüssiggas 7,03 ct/kWh 1.054,50 €
Strom 29,12 ct/kWh 4.368,00 €

Die Tabelle zeigt, dass die Fußbodenheizung mit einem Pelletkessel am günstigsten arbeitet. Während die Brennstoffkosten für Gas, Heizöl und Flüssiggasheizungen relativ dicht beieinander liegen, ist die elektrische Fußbodenheizung mit den höchsten Kosten im Betrieb verbunden. Arbeitet Letztere dauerhaft, fressen die höheren Heizkosten die Einsparungen bei der Anschaffung daher schnell auf.

Fördermittel: Bei der Fußbodenheizung Kosten sparen

Was viele nicht wissen: Sanierer können bei einer Fußbodenheizung die Kosten mit Fördermitteln senken. Zur Auswahl stehen dabei steuerliche Vergünstigungen und Zuschüsse oder Darlehen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

KfW-Mittel für den Einbau einer Fußbodenheizung

Wer eine Fußbodenheizung nachrüsten lässt und gleichzeitig eine neue Öl- oder Brennwertheizung installiert, bekommt Fördermittel von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Zur Auswahl stehen dabei:

  • zinsgünstige Darlehen mit einem Tilgungszuschuss von 7,5 Prozent (KfW-Programm 152)
  • einmalige Zuschüsse in Höhe von 10 Prozent der Kosten (KfW-Programm 430)

Die Mittel gibt es jedoch nur, wenn Sanierer diese noch vor dem Einbau der Technik mit einem Energieberater beantragen. Während sie Zuschuss-Anträge direkt online bei der KfW einreichen können, sind Darlehens-Anträge über die Hausbank zu stellen.

Handwerkerkosten absetzen und Kosten der Fußbodenheizung senken

Stehen die KfW-Fördermittel nicht zur Verfügung, können Sanierer die Lohnkosten der beauftragten Handwerker absetzen. Auf diese Weise bekommen sie am Ende des Jahres 20 Prozent der Handwerkerkosten über die Einkommenssteuer erstattet. Mit einem Höchstbetrag von 1.200 Euro im Jahr, können sie dabei bis zu 6.000 Euro an Kosten angeben. Wie das funktioniert, erklärt der Beitrag Lohnkosten absetzen.

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