Ölheizung: Kosten für moderne Brennwertkessel

Ölheizungen versorgen etwa ein Viertel aller Wohngebäude in Deutschland mit Wärme für Heizung und Warmwasser. Sind die Geräte 15 Jahre oder älter, verbrauchen sie dabei deutlich mehr als nötig. Sie belasten die Umwelt und sorgen für hohe Heizkosten. Abhilfe schafft ein Heizungstausch, bei dem Hausbesitzer alte Standard- oder Niedertemperaturheizkessel durch moderne Brennwertheizungen austauschen. Diese arbeiten besonders sparsam und holen mehr Wärme aus der gleichen Heizölmenge. Aber wie viel kann eine neue Ölheizung kosten? Einen großen Teil der Ausgaben für eine neue Ölheizanlage nimmt der Kessel selbst ein. Geht es um den Einsatz in Ein- und Zweifamilienkosten liegen die Preise dafür bei etwa 3.000 bis 7.000 Euro. Während günstige Geräte meist nur mit 2-stufigen Brennern arbeiten, können höherpreisige Modelle ihre Leistung in vielen Fällen modulierend an den Wärmebedarf im Haus anpassen. Das sorgt für eine schonende und zugleich auch effiziente Betriebsweise.

Zusammengefasst: Eine Ölheizung kostet zwischen 3.000 und 7.000 Euro, wenn es um den Einsatz in Ein- und Zweifamilienhäusern geht. Höherpreisige Modelle können ihre Leistung an den Wärmebedarf im Haus anpassen. Sie arbeiten schonend und verbrauchen weniger.

Heizöltank für die Ölheizung: Kosten für Reinigung und Tausch

Heizöltanks bevorraten ausreichend Brennstoffe, um die Ölheizung etwa ein Jahr lang versorgen zu können. Während Hausbesitzer den alten Tank bei einem Heizungstausch oft weiterverwenden, ist in vielen Fällen eine Tankreinigung zu empfehlen. Das gilt zum Beispiel dann, wenn sich am Boden der Behälter bereits eine dicke Schlammschicht abgesetzt hat. Die Kosten der Reinigung belaufen sich dabei je nach Größe auf 100 bis 200 Euro. Bieten bestehende Heizöltanks nicht mehr genügend Sicherheit, müssen Experten diese fachgerecht austauschen. Die Kosten dafür liegen durch den hohen Aufwand bei 2.000 bis 3.000 Euro. Günstiger ist hingegen ein neuer Tank im Neubau: Hier fallen bei einer Ölheizung Kosten von 1.000 bis 2.500 Euro an.

Zusammengefasst: Bleiben alte Tanks bestehen, ist oft eine Tankreinigung für 100 bis 200 Euro ratsam. Ein neuer Tank kostet zwischen 1.000 und 2.000 Euro. Ist der alte Tank zu tauschen, müssen Käufer einer neuen Ölheizung mit Kosten von 2.000 bis 3.000 Euro rechnen.

Zusätzliche Ausgaben für feuchteunempfindlichen Schornstein

Eine Brennwertheizung kühlt die Abgase der Verbrennung weit herunter, wodurch der enthaltene Wasserdampf kondensiert. Das setzt latente Wärme frei, die das Heizungswasser erwärmt und den Brennstoffverbrauch senkt. Da Wasserdampf auch im Schornstein kondensieren kann, muss dieser feuchteunempfindlich sein. Bei einer Modernisierung sind bestehende Schornsteine daher meist zu sanieren. Möglich ist das mit Edelstahl- oder Kunststoffsystemen, die sich in vielen Fällen einfach in den vorhandenen Schornsteinzug einziehen lassen. Bei einer neuen Ölheizung verursacht das Kosten von 500 bis 1.000 Euro. Ist ein komplett neuer Schornstein nötig, können die Kosten auch 1.000 bis 2.000 Euro betragen.

Zusammengefasst: Die Abgase eine Brennwertheizung müssen über einen feuchteunempfindlichen Schornstein nach außen strömen. Ist der alte nicht geeignet, muss er saniert oder ausgetauscht werden. Bei einer neuen Ölheizung liegen die Kosten dafür bei 500 bis 2.000 Euro.

Wärmespeicher für Trinkwasser steigern den Warmwasserkomfort

Möchten Verbraucher Baden oder Duschen, muss die neue Ölheizung in kürzester Zeit viel Wasser erwärmen. Die Kessel benötigen dadurch eine höhere Leistung und arbeiten oft auch weniger effizient. Günstiger ist es, wenn eine Ölheizung das Warmwasser allmählich erwärmt und in einem Trinkwasserspeicher bevorratet. Auf diese Weise lässt sich der Kessel kleiner auslegen und warmes Wasser steht bei Bedarf sehr schnell zur Verfügung. Geht es bei einer Ölheizung um die Kosten, fallen durch den Speicher etwa 500 bis 1.000 Euro extra an. Der Vorteil: Der Speicher lässt sich auch von einer Solaranlage befüllen. Diese erwärmt das Trinkwasser dabei weite Teile des Jahres allein und senkt die Heizkosten spürbar. Nur dann, wenn der solare Ertrag nicht ausreicht, muss die konventionelle Ölheizung dabei noch anspringen.

Zusammengefasst: Ein Wärmespeicher sorgt für einen höheren Komfort und sinkende Heizkosten. Er ist für 500 bis 1.000 Euro zu haben und lässt sich sogar von einer Solaranlage aufheizen.

Solar und Ölheizung: Kosten steigen – Verbrauch sinkt

Eine Ölheizung mit Warmwasser- oder Pufferspeicher lässt sich auch mit der Solarthermie kombinieren. Die Technik erntet kostenfreie Wärme vom Dach und kann damit das Trinkwasser erwärmen oder die Heizung unterstützen. Das sorgt bei der Anschaffung einer Ölheizung zwar für höhere Kosten, senkt dafür aber den Brennstoffverbrauch. Während eine Warmwasserheizung zwischen 3.500 und 5.000 Euro kostet, gibt es die solare Heizungsunterstützung bereits für 8.000 bis 10.000 Euro. Soll die Solaranlage besonders viel Wärme in das Heizungsnetz einspeisen, müssen Verbraucher mit höheren Ausgaben rechnen. Sicherheit bietet dabei nur die individuelle Beratung durch einen erfahrenen Fachexperten.

Zusammengefasst: Eine Solaranlage kann die Ölheizung unterstützen. Die Kosten liegen bei 3.500 bis 5.000 Euro für die solare Warmwasserbereitung und bei 8.000 bis 10.000 Euro für die solare Heizungsunterstützung.

Montage und Wartung einer Ölheizung: Kosten im Überblick

Neben den technischen Komponenten selbst, entstehen bei einer Ölheizung auch Kosten für Rohrleitungen, Armaturen und Handwerker. Abhängig von den Bedingungen vor Ort liegen diese in der Regel bei 1.500 bis 5.000 Euro.

Zusammengefasst: Für Zubehör und Montage entstehen bei dem Einbau einer Ölheizung Kosten von 1.500 bis 5.000 Euro.

Ölheizung: Kosten für Technik und Montage im Überblick

Die Kosten einer Ölheizung lassen sich nur schwer pauschal bestimmen. Denn genau wie jedes Haus sind auch die Anforderungen vor Ort immer unterschiedlich. Mit passenden Richtwerten lassen sich die Ausgaben für eine neue Heizung jedoch grob eingrenzen. Die folgende Tabelle hilft dabei:

Bestandteil der Ölheizung Kosten
Brennwertkessel 3.000 bis 7.000 Euro
Öltankreinigung 100 bis 200 Euro
Heizöltank (Neubau oder Tausch) 1.000 bis 3.000 Euro
Schornstein/ Schornsteinsanierung 500 bis 2.000 Euro
Wärmespeicher 500 bis 1.000 Euro
Solaranlage (Warmwasser) 3.500 bis 5.000 Euro
Solaranlage (Heizung) 8.000 bis 10.000 Euro
Zubehör und Montage 1.500 bis 5.000 Euro
Gesamtkosten (ohne Solar) 5.000 bis 18.000 Euro
Gesamtkosten (mit Solar) 8.500 bis 28.000 Euro

Bei einer Ölheizung können Kosten von 5.000 bis 28.000 Euro anfallen. Während die geringere Preisangabe für einen 1-zu-1-Austausch mit günstiger Technik steht, enthält der höhere Preis besonders umfassende Sanierungsarbeiten mit der besten Technik am Markt. Durchschnittlich liegen die Kosten einer Ölheizung bei 6.000 bis 10.000 Euro – mit einer Solaranlage zwischen 9.000 und 20.000 Euro.  

Fördermittel für die Ölheizung senken die Kosten

Wer eine alte Heizung durch eine neue Brennwert-Ölheizung ersetzt, kann seine Kosten spürbar senken. Denn über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt es dabei hohe Fördermittel. Zur Auswahl stehen Sanierern:

  • günstige Darlehen mit Tilgungszuschuss von mindestens 7,5 Prozent (KfW-Programm 152)
  • einmalige Zuschüsse in Höhe von mindestens 10 Prozent der Kosten (KfW-Programm 430)

Damit bei einer Ölheizung die Kosten durch die Fördermittel sinken, müssen Hausbesitzer Letztere unbedingt vor dem Einbau der Technik beantragen. Nötig ist dazu auch ein Energieberater. Dieser bestätigt gegenüber der KfW, dass alle technischen Anforderungen erfüllt sind.

Zusammengefasst: Bei einem Heizungstausch gibt es günstige Darlehen oder hohe Zuschüsse von der KfW. Die Mittel sind vor Vorhabensbeginn zu beantragen.

Fördermittel gibt es auch für die Solarthermieanlage

Neben der neuen Ölheizung können Verbraucher auch die Kosten einer Solaranlage mit staatlichen Fördermitteln senken. Diese gibt es dabei über das Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ vom Bundesamt für Wirtschaft- und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Verfügbar sind mindestens:

  • mindestens 1.000 Euro für Heizungstausch und Warmwasser-Solaranlage
  • mindestens 2.500 Euro für Heizungstauch und Solar-Heizung

Auch hier gilt: Die Fördermittel sind vor Vorhabensbeginn zu beantragen. Möglich ist das online über das BAFA. Ein Energieberater ist dabei nicht erforderlich.

Zusammengefasst: Für die Kombination mit einer Solaranlage lassen sich bei einer Ölheizung die Kosten um mindestens 1.000 bis 2.500 Euro senken. Die Mittel sind vor dem Einbau zu beantragen.

Die Lohnkosten der Handwerker lassen sich absetzen

Kommt die Förderung über BAFA oder KfW nicht infrage, können Sanierer zumindest die Handwerker-Lohnkosten absetzen. Dabei bekommen Sie 20 Prozent der Ausgaben über das Finanzamt erstattet. Der Maximalbetrag liegt bei 1.200 Euro im Jahr. Die Kosten für den Einbau der Ölheizung sind dazu bei der Einkommensteuererklärung anzugeben.

Zusammengefasst: Über die Einkommenssteuererklärung gibt es 20 Prozent der Handwerkerkosten zurück.

Heizungstausch verspricht hohe Einsparungen

Eine Brennwertheizung nutzt das eingesetzte Heizöl deutlich besser aus. Sie verbraucht weniger und entlastet somit auch das Portemonnaie ihrer Besitzer. Wer einen alten Konstanttemperaturkessel austauschen lässt, kann seine Heizkosten somit um bis zu 30 Prozent senken. Im Durchschnitt liegen die Einsparungen immerhin noch bei 10 bis 15 Prozent.

Unser Tipp: Um wie viel die Heizkosten mit einer neuen Ölheizung sinken, hängt von der alten Heizung, dem Gebäude und dem Verhalten der Nutzer ab. Experten können alle Faktoren berücksichtigen und ganz individuell eine zuverlässige Aussage geben.

Heizölpreise beeinflussen die Kosten der Ölheizung

Geht es bei einer Ölheizung um die Kosten, spielen auch die Heizölpreise eine wichtige Rolle. Diese hängen allerdings von so vielen Faktoren ab, dass sie innerhalb weniger Tage besonders stark schwanken können. Aktuell gibt es den flüssigen Brennstoff für knapp 70 Cent pro Liter. Nach einem Preisrutsch bis Mitte März (66 Cent pro Liter) liegt er damit auf seinem bisherigen Jahreshöchstwert. Experten vermuten, dass er auf diesem auch weiterhin ausharren wird. Dafür sprechen Förderkürzungen der OPEC-Staaten, US-Sanktionen gegen Venezuela und der drohende Bürgerkrieg in Libyen. Auch erste Rückgänge in der bisher immer weiter hochgefahrenen US-Schieferölindustrie sprechen eher für steigende als für sinkende Preise.

Unser Tipp: Bei einer Ölheizung hängen die laufenden Kosten sehr stark von der globalen politischen Lage ab. Wer diese genau wie die Ölpreise immer im Auge behält, kann Heizöl in Niedrigpreisphasen kaufen und viel Geld sparen.

Im Vergleich zu Energieträgern wie Gas oder Holz rangiert Heizöl aktuell im oberen Preissegment. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.

Energieträger Energiepreis
Heizstrom 17,65 ct/kWh
Heizöl 7,14 ct/kWh
Flüssiggas 6,77 ct/kWh
Scheitholz (ofenfertig) 6,28 ct/kWh
Erdgas 6,02 ct/kWh
Holzpellets 5,05 ct/kWh

Die Preisangaben in der Tabelle verstehen sich als Richtwerte, die zeit- und ortsabhängig höher oder niedriger ausfallen können. Sie geben allerdings einen groben Einblick in die aktuelle Preissituation der verfügbaren Brennstoffe und helfen, bei einer Ölheizung die Kosten richtig einzuschätzen.

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