Was ist das Klimapaket der Bundesregierung eigentlich?

Das Klimapaket (auch Klimaschutzplan 2030) ist ein Bündel aus verschiedensten Maßnahmen, die eine Senkung der CO2-Emissionen in Deutschland herbeiführen sollen. Sie betreffen alle für den hiesigen CO2-Ausstoß relevanten Bereiche, wie den Verkehr, den Gebäudebereich, die Industrie oder die Land- und Forstwirtschaft. Ziel ist es, mit den politischen Instrumenten das mit der EU vereinbarte Klimaziel für 2030 einzuhalten. Dazu muss unser CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 40 Prozent sinken.

Überblick: Das bedeutet das Klimapaket für Hausbesitzer

Mit einem CO2-Ausstoß von 120 Millionen Tonnen pro Jahr verursacht allein der Gebäudebereich rund 14 Prozent der jährlichen Treibhausgasemissionen in Deutschland. Betrachtet man den Zustand bestehender Gebäude, wird sehr schnell klar: Hier schlummern große Potenziale. Aus diesem Grund nimmt der Gebäudebereich auch im Klimapaket der Bundesregierung eine Schlüsselrolle ein. Für Hausbesitzer ändert sich dabei in Zukunft einiges. Sie müssen für CO2-Emissionen bezahlen, dürfen keine neuen Ölheizungen einbauen und müssen Energieberater verpflichtend einschalten. Auf der anderen Seite profitieren sie jedoch von einer einfacheren Förderung und besseren Förderkonditionen.

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CO2-Emissionen sind ab 2020 von Hausbesitzern zu bezahlen

Eine zentrale Forderung des Klimapakets: Hausbesitzer müssen für ihren CO2-Ausstoß bezahlen. Während die Einstiegspreise mit 10 Euro pro Tonne im Jahr 2021 noch recht gering sind, steigen sie bis 2025 auf 35 Euro pro Tonne CO2 an. Die folgende Tabelle zeigt, wie sich der CO2-Preis auf die Energiekosten auswirkt, wenn Hausbesitzer mit einer Gasheizung (CO2-Emission von ca. 250 g/kWh) heizen.

CO2-Preis Mehrkosten bei
10.000 kWh/a
Mehrkosten bei
15.000 kWh/a
Mehrkosten bei
20.000 kWh/a
10 Euro 25 Euro pro Jahr 38 Euro pro Jahr 50 Euro pro Jahr
20 Euro 50 Euro pro Jahr 75 Euro pro Jahr 100 Euro pro Jahr
25 Euro 63 Euro pro Jahr 94 Euro pro Jahr 125 Euro pro Jahr
30 Euro 75 Euro pro Jahr 113 Euro pro Jahr 150 Euro pro Jahr
35 Euro 88 Euro pro Jahr 130 Euro pro Jahr 175 Euro pro Jahr

Die CO2-Emissionen hängen dabei vom eingesetzten Energieträger, der Effizienz der Heizung und dem Energiebedarf des Gebäudes ab. Mit einer modernen Heizung, erneuerbaren Energien und einem gut gedämmten Haus, wirkt sich das Klimapaket nur wenig auf Hausbesitzer aus. Teuer wird es allerdings für Verbraucher mit alten Heizungsanlagen auf Basis fossiler Energien in unsanierten Altbauten.  

Klimapaket für Hausbesitzer: Ölheizungen ab 2026 verboten

Um die CO2-Emissionen zu senken und das Klima zu schonen, wurde auch ein Verbot der Ölheizungen beschlossen. Es gilt ab 2026 und verbietet den Einbau der Heiztechnik in neuen und alten Häusern. Betroffen von der Maßnahme des Klimapakets sind also Hausbesitzer und Bauherren. Im aktuellen Gesetzesentwurf sind allerdings auch Ausnahmen enthalten. So soll das Verbot der Ölheizung nur dann greifen, wenn der Einbau einer umweltfreundlicheren Heizung (mindestens Gas oder Fernwärme) möglich ist. Weiterhin ist auch davon auszugehen, dass Hybridheizungen erlaubt bleiben. Die Anlagen kombinieren fossile und erneuerbare Energien und arbeiten dadurch klimafreundlicher.

Steuerliche Abschreibung von Sanierungskosten für 3 Jahre

Neben den einschränkenden Maßnahmen plant die Regierung auch finanzielle Erleichterungen mit dem Klimapaket. So können Hausbesitzer Kosten einer energetischen Sanierung in Zukunft steuerlich geltend machen. Nach dem aktuellen Entwurf sollen dabei 20 Prozent der Ausgaben über drei Jahre von der Steuer abschreibbar sein. Infrage kommt die steuerliche Vergünstigung zum Beispiel für den Austausch von Fenstern, Türen, Heizungsanlagen oder für ganzheitliche Sanierungsvorhaben.

Höhere Zuschüsse und Vereinfachungen im Förderdschungel

Eine weitere Forderung im Klimapaket: Hausbesitzer sollen einfacher an höhere Fördermittel kommen und sich so eher für eine Sanierung entscheiden. Möglich wird das mit der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Die Förderung vereint die aktuell verfügbaren Programme von KfW und BAFA in einem umfassenden Förderprogramm. So soll künftig ein Antrag ausreichen, um Zuschüsse für Maßnahmen am Haus und für die Einbindung erneuerbarer Energien zu beantragen. Die verfügbaren Mittel erhöht der Staat im gleichen Zuge. Während es für Einzelmaßnahmen sowie ganzheitliche Sanierungsvorhaben 10 Prozent mehr Geld gibt, soll die Förderung für einen Austausch alter Öl- und Gasheizungen auf 40 Prozent steigen. Neben der besseren Ausstattung erweitert die Bundesregierung mit dem BEG in Zukunft auch den Kreis der möglichen Antragsteller, der heute auf private Haus- oder Wohnungsbesitzer begrenzt ist.

Klimapaket für Hausbesitzer: Energieberatungen bald Pflicht

Um den CO2-Ausstoß im Gebäudebereich drastisch senken zu können, sollen Bürger ihre Einsparpotenziale besser erkennen. Möglich wird das mit einer weiteren Maßnahme im Klimapaket: Für Hausbesitzer soll die Energieberatung in Zukunft Pflicht werden. Das gilt zumindest zu bestimmten Anlässen, wie dem Eigentümerwechsel bei Kauf oder Erbe einer Immobilie.

Tipps: CO2 reduzieren und Umweltbelastungen verringern

Wer CO2 einsparen möchte, muss nicht bis zum Inkrafttreten des geplanten Klimagesetzes warten. Bereits heute gibt es zahlreiche Maßnahmen, mit denen Hausbesitzer Energie sparen und ihren CO2-Fußabdruck verkleinern können. Das Beste daran: Wer das Klima schützt, schont automatisch auch den eigenen Geldbeutel. Denn Maßnahmen zur CO2-Reduktion sorgen in aller Regel auch für sinkende Heizkosten. Und teuer müssen sie auch nicht sein, wie die folgenden Abschnitte zeigen.

Optimale Raumtemperatur einstellen und CO2 reduzieren

Auch ohne Klimapaket können Hausbesitzer einfach sparen. Und zwar mit der Wahl der passenden Raumtemperaturen. Lohnenswert ist das vor allem im Altbau. Denn durch ungedämmte Wände und zugige Fenster geht hier viel Energie verloren. Wer seine Durchschnittstemperatur um ein Grad Celsius absenkt, spart so rund 6 Prozent im Jahr. Geeignete Temperaturen zeigt die folgende Tabelle.

Raum Empfohlene Temperatur
Wohnzimmer 20 bis 22 °C
Schlafzimmer 16 bis 18 °C
Kinderzimmer 22 bis 24 °C
Badezimmer 22 bis 24 °C
Küche 18 bis 20 °C
Flure 15 bis 18 °C

Um Feuchte- und Schimmelprobleme ausschließen zu können, sollten Verbraucher die Temperaturen allerdings nicht zu weit herunterdrehen. Denn dann könnte Feuchtigkeit aus der Luft an kalten Wandflächen kondensieren. Es bildet sich ein optimaler Lebensraum für Pilze und Schimmel entsteht. Mehr zu diesem Thema erklären wir im Beitrag Wieso entsteht Schimmel.

Regelmäßig Stoßlüften und Umweltbelastungen verringern

Auch heute stehen viele Fenster im Winter auf Kipp. Verbraucher möchten so ihrer Wohnung lüften, ohne zu viel kalte Luft hereinzulassen. In der Praxis funktioniert das allerdings nicht. Besser ist es, im Haus oder in der Wohnung drei bis viermal täglich richtig stoßzulüften. Dabei reißen Verbraucher alle Fenster für fünf bis zehn Minuten sperrangelweit auf. Wichtig: Um keine Energie zu verschwenden, sollten sie die Heizkörper währenddessen abdrehen. Mehr dazu erklären wir im Beitrag über richtiges lüften.

Außenrollläden nachts schließen und CO2-Ausstoß senken

Wer Außenrollläden hat, kann noch mehr sparen. Denn im geschlossenen Zustand bildet sich eine ruhende Luftschicht zwischen Fenster und Rollladen. Die Wärmeverluste sinken und die Heizung verbraucht weniger Energie. Während das zu geringeren Heizkosten führt, sinkt natürlich auch die CO2-Emission der eigenen Heizungsanlage.

Heizung optimal einstellen und Energieeffizienz steigern

Wie viel Energie Hausbesitzer verbrauchen, hängt nicht allein vom energetischen Zustand des Gebäudes ab. Auch die Effizienz der Heizung und ihrer Regelung spielen hier eine wichtige Rolle. So kann eine verstellte Heizkurve dazu führen, dass die Anlage immer zu viel Wärme an das Haus abgibt. Sie verbraucht mehr Energie als nötig und verursacht hohe Heizkosten. Um dem vorzubeugen, sollten Verbraucher die Heizung einmal richtig einstellen lassen. Sinnvoll ist die Arbeit nach der Neuinstallation und immer dann, wenn sich die Heizlast durch Maßnahmen an der Gebäudehülle ändert. Wie das funktioniert, erklären wir im Beitrag Heizkurve einstellen.

Quelle: Youtube.com // Heizung.de

Heizungspumpe tauschen und Heizungsanlage Abgleichen

Nicht nur die Heizung selbst emittiert viel CO2. Auch Zubehörteile wie die Heizungspumpe. Vor allem alte Geräte laufen dabei andauernd mit zu hoher Leistung. Wer die Pumpen austauscht, kann Energie und Kosten sparen. Mit dem Verbrauch sinken auch die CO2-Emissionen.

Heizungsrohre im Keller dämmen und Verluste minimieren

Mit geringen Kosten ist auch der folgende Tipp zum CO2-Einsparen verbunden: Die Dämmung der Heizungsrohre im Keller. Führen diese durch unbeheizte Bereiche, verlieren sie oft viel Wärme. Sie wirken dabei wie Heizkörper und Kessel müssen mehr leisten, um die Verluste auszugleichen. Wenn Hausbesitzer die Rohre dämmen, geht weniger Energie verloren und der Energieverbrauch sinkt. Mit ihm fallen auch die Heizkosten und die CO2-Emissionen günstiger aus.

Alte Öl- und Gasheizungen durch Brennwertkessel tauschen

Bis zu 30 Prozent CO2-Einsparungen sind möglich, wenn Hausbesitzer alte Öl- und Gasheizkessel durch neue Brennwertgeräte ersetzen. Installieren sie stattdessen eine Wärmepumpe, eine Holz- oder eine Pelletheizung, sinken Energiekosten und CO2-Ausstöße in der Regel noch stärker. Der Vorteil: In Zukunft soll der Heizungstausch mit 40 Prozent gefördert werden. Hausbesitzer können viel sparen und die neue Heizung rechnet sich eher. Welche Systeme infrage kommen, zeigen wir im Beitrag Neue Heizung.

Mit einer neuen Solaranlage die Umweltbelastungen verringern

Verfügen Hausbesitzer bereits über eine effiziente Heizung, können sie auch eine Solarthermie-Anlage einbauen. Die Systeme erwärmen Heizungs- oder Trinkwasser mit kostenfreier Sonnenenergie und stoßen dabei selbst keine Abgase aus. Solaranlagen senken damit also den Energieverbrauch, die Heizkosten und den CO2-Ausstoß.

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