Aufbau und Funktion der Wärmepumpenheizkörper

Wärmepumpenheizkörper versorgen einen Raum genau wie konventionelle Heizkörper mit wohliger Wärme. Damit das funktioniert, bestehen die Systeme in der Regel aus einer oder mehreren vom Heizwasser durchströmten Platten, an denen Lamellen aus Kupfer oder Aluminium befestigt sind. Während die Heizplatten thermische Energie sonnengleich an den Raum abstrahlen, übertragen die Lamellen Heizwärme direkt an die Raumluft. Experten sprechen bei dieser Wärmetransport-Form von der Konvektion. Besonders an den Wärmepumpenheizkörpern sind aber die kleinen Ventilatoren im Inneren. Diese sorgen dafür, dass mehr Luft durch die Lamellen strömt und die Konvektion zunimmt. Die Folge: Bei gleicher Baugröße genügen niedrigere Vorlauftemperaturen, um die Leistung konventioneller Heizkörper zu erreichen.

Auch kompakte Heizkörper arbeiten mit niedrigen Temperaturen

Grundsätzlich lassen sich auch klassische Plattenheizkörper mit niedrigen Heizwassertemperaturen betreiben. Um eine hohe Leistung zu erreichen, sind diese dazu jedoch sehr groß auszulegen. Technisch ist das kein Problem. Architektonisch kann es aber eine echte Herausforderung darstellen, die großen Heizflächen sinnvoll im Raum unterzubringen.

Wärmepumpenheizkörper haben verschiedene Leistungsstufen

Ein Vorteil der speziellen Heizkörper für Wärmepumpen ist die individuell einstellbare Heizleistung. So arbeiten die Systeme im statischen Betrieb ganz ohne Unterstützung der Ventilatoren. Benötigt der Raum mehr Wärme, lassen sich die kleinen Lüfter zuschalten, um eine höhere Leistung zu erreichen. Nach Heizpausen, wenn die Räume ausgekühlt sind, ermöglicht die Boost-Funktion mit einer hohen Drehzahl ein schnelles Wiederaufheizen.

Übrigens: Ob und wie schnell sich die integrierten Lüfter drehen, hängt von den Zuständen im Raum ab. Dabei überwachen kleine Sensoren die Raumtemperaturen. Ein Regler wählt dann die optimale Drehzahl, um ein Gleichgewicht aus Leistung, Stromverbrauch und Betriebsgeräuschen zu erreichen.

Geräusche der Ventilatoren können den Wohnkomfort stören

Vor allem Wärmepumpenheizkörper älterer Generationen haben ein Problem: Die kleinen Lüfter geben Geräusche von sich, die den Komfort in Wohn- und Schlafräumen empfindlich stören können. Moderne Heizkörper für Wärmepumpen sind heute jedoch meist so konzipiert, dass die Ventilatoren im Komfortbetrieb kaum hörbar sind. Verbraucher nehmen sie dann nur bei der Boost-Funktion so richtig war. Diese ist jedoch immer nur für kurze Zeit aktiv.

Besonderes Extra: Die Kühlfunktion der Wärmepumpenheizkörper

Heizkörper für Wärmepumpen besitzen auch eine Kühlfunktion. So ist es im Sommer möglich, Heizungswasser mit niedrigen Temperaturen über die eigentlichen Heizflächen zu leiten. Das Medium nimmt thermische Energie der Raumluft auf und strömt mit höheren Temperaturen zur Wärmepumpe zurück. Während das passiert, kühlt sich die Raumluft ab, bevor sie mit niedrigeren Temperaturen aus dem Heizkörper austritt.

Übrigens: Wie die Kühlung im Detail funktioniert, hängt von der Art und der Funktionsweise der Wärmepumpe ab. Während die Luftwärmepumpe wie eine Klimasplitgeräte funktioniert, kann die Erd- oder Wasser-Wärmepumpe thermische Energie an das Erdreich oder das Grundwasser abgeben. Letzteres ist effizienter und weitaus günstiger. Wie die Technik im Detail funktioniert, erklären wir im Beitrag „Mit der Wärmepumpe kühlen“.

Einsatz: Heizkörper für Wärmepumpen und Fußbodenheizungen

Wie der Name bereits vermuten lässt, eignen sich Wärmepumpenheizkörper für den Betrieb in einem Heizsystem mit Wärmepumpe. Der Vorteil: Durch die Arbeit mit niedrigen Vorlauftemperaturen lassen sich die Heizgeräte effizienter betreiben. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) steigt und der Energieverbrauch sinkt. Warum das so ist, erklären wir im Beitrag zur Funktion der Wärmepumpe.

Aber auch Gasbrennwertthermen und Solarthermieanlagen profitierten von den positiven Eigenschaften der modernen Heizflächen. Im ersten Fall sorgen die Wärmepumpenheizkörper für niedrige Rücklauftemperaturen. Die Brennwertheizung kann das Abgas weiter herunterkühlen und so einen größeren Teil der darin verborgenen Wärme gewinnen. Die Folge: Weniger Wärme verschwindet über den Schornstein und die Heizkosten fallen.

Die thermische Energie einer Solaranlage lässt sich mit niedrigen Heizwassertemperaturen länger nutzen. Denn auch dann, wenn die Kollektoren nur noch wenig Wärme liefern (Solarflüssigkeit ist dann kühler), bringen Wärmepumpenheizkörper einen Raum auf hohe Temperaturen.

Übrigens: Heizkörper für Wärmepumpen lassen sich auch mit Fußbodenheizflächen kombinieren. Verbraucher können Letztere dabei herunterdrehen, während die kompakten Heizflächen schnell auf innere und äußere Wärmegewinne reagieren. Der Vorteil: Die Heizkosten sinken.

Kosten der Wärmepumpenheizkörper im Überblick

Heizkörper für Wärmepumpen sind preisintensiver als profilierte oder plane Plattenheizkörper. So schlagen sie in Größen von 500 x 600 Millimetern mit Kosten von 400 bis 500 Euro zu Buche. Während die Installation ähnlich einfach funktioniert, sind Wärmepumpenheizkörper fachgerecht mit dem Stromnetz zu verbinden. Aus diesem Grund können bei der Montage etwas höhere Kosten anfallen.

Auch im Betrieb entstehen bei den Heizkörpern kosten

Die Lüftereinheiten der Wärmepumpenheizkörper sorgen im Betrieb für laufende Kosten. Bei einem Stromverbrauch von etwa einem Watt pro Ventilator und einer Summe von sechs bis 15 Lüftern halten sich diese allerdings in Grenzen. Ein Grund dafür ist auch die geringe Laufzeit. Denn die Ventilatoreinheiten arbeiten nur dann, wenn es wirklich nötig ist. In der Regel also zum Aufheizen und dann, wenn Räume an kalten Wintertagen sehr viel Wärme benötigen.

Vorteile und Nachteile der besonderen Heizkörper

Wärmepumpenheizkörper erreichen auch mit kompakten Abmessungen und niedrigen Vorlauftemperaturen eine hohe Leistung. Sie sorgen für einen effizienten Betrieb von Wärmepumpen, Brennwertheizungen oder Solaranlagen und lassen sich auch im Altbau einfach installieren. Hausbesitzer müssen keine Fußbodenheizung nachrüsten und können bares Geld sparen. Nachteilig sind hingegen die Anschaffungskosten, die über denen klassischer Heizkörper liegen. Außerdem empfinden einige Verbraucher die Ventilatorgeräusche als störend. Die folgende Tabelle zeigt die Vor- und Nachteile im Überblick.

Vorteile Nachteile
kompakte Heizflächen für niedrige Vorlauftemperaturen (unter 40 °C) höhere Anschaffungskosten
höhere Effizienz und geringere Heizkosten Stromverbrauch im Betrieb (wenn auch gering)
intelligente Regelung wechselt meist automatisch zwischen statischem und ventilatorgestütztem Betrieb Ventilatorgeräusche können störend sein
schnelle Wärmeabgabe ermöglicht kurze Reaktionszeiten  
Heiz- und Kühlfunktion  
optimal für Wärmepumpen, Brennwertheizungen und Solaranlagen im Altbau  
auch für architektonisch anspruchsvolle Raumsituationen  

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