Gasflaschen für Flüssiggas: Eigenschaften im Überblick

Bei Gasflaschen handelt es sich um Druckbehälter aus Stahl oder Aluminium. Abhängig von ihrer Größe können sie unterschiedliche Gasarten und -mengen aufnehmen sowie bevorraten. Typisch ist dabei die Füllung mit Flüssiggas. Das Gemisch aus Propan und Butan lässt sich bereits unter geringem Druck verflüssigen und unkompliziert in Gasflaschen füllen. Bei der Entnahme wechselt Flüssiggas wieder in den gasförmigen Zustand, wobei sich sein Volumen um das 260-Fache ausdehnt. Das heißt: Mit einem Volumen von nur einem Liter flüssigem Propan lassen sich circa 260 Liter gasförmiges Flüssiggas bevorraten.

Verschiedene Gasflaschengrößen sind verfügbar

Wie viel Flüssiggas in einer Propangasflasche enthalten ist, hängt von der Gasflaschen-Größe ab. Hier ist heute ein besonders großes Spektrum erhältlich. Angefangen von Gaskartuschen zur Einmalnutzung für etwa 170 g Flüssiggas bis hin zu 33 kg Gasflaschen für Einsatzgebiete mit einem hohen Verbrauch. Geht es um den Einsatz in Industrie- oder Gewerbebetrieben sind sogar 320 kg Gasfässer verfügbar. Die mobilen Flüssiggastanks sind transportabel und zum Beispiel in der Landwirtschaft einsetzbar. Am gebräuchlichsten sind jedoch kleinere Gasflaschen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über Größen, Maße und Gewicht der Behälter.

Gasflaschengröße Maße
(Durchmesser x Höhe)
Gewicht
(leer / voll)
Inhalt
(circa)
5 kg Gasflasche 22,9 x 50,5 cm 5,0/13,0 kg 11,5 Liter
11 kg Gasflasche 30,0 x 60,0 cm 11,0/24,2 kg 27,2 Liter
19 kg Gasflasche 31,8 x 85,0 cm 19,0/42,0 kg 38,5 Liter
33 kg Gasflasche 31,8 x 129 cm 33,0/68,0 kg 79,0 Liter

Darüber hinaus gibt es Kartuschen und Flüssiggasflaschen in allerhand Zwischengrößen.

Entnahmemenge der verschiedenen Gasflaschen

Welche Gasflaschengröße zum Einsatz kommt, richtet sich nach dem Einsatzort, dem Bedarf und der möglichen Entnahmemenge. Letztere hängt von der Größe der Behälter ab und nimmt mit der Flaschengröße zu, wie die folgende Tabelle zeigt.  

Gasflaschengröße kurzzeitig periodisch dauerhaft
5 kg Gasflasche 1,5 kg/h 0,5 kg/h 0,2 kg/h
11 kg Gasflasche 2,0 kg/h 0,8 kg/h 0,3 kg/h
33 kg Gasflasche 3,0 kg/h 1,8 kg/h 0,6 kg/h

Wer die angegebenen Entnahmemengen deutlich überschreitet, riskiert, dass die Gasflasche vorübergehend vereist. Das passiert, da der Übergang vom flüssigen in den gasförmigen Aggregatzustand (Verdampfung) Energie aus der Umgebung aufnimmt. Ist zu wenig Wärme verfügbar, sinkt die Flaschentemperatur. Feuchtigkeit kondensiert und gefriert, sodass die Entnahme vorübergehend nicht mehr möglich ist.

Gasflaschen: Einsatzgebiete der Behälter für Flüssiggas

Flüssiggas ist nicht gewässerschädigend und daher grundsätzlich in jeder Region einsetzbar. Allerdings ist Propangas schwerer als Luft, sodass es den Sauerstoff aus der Atmosphäre verdrängen kann. Ein Grund, aus dem die Nutzung nur in gut belüfteten Räumen oberhalb der Erdgleiche erlaubt ist. Typische Einsatzgebiete der Gasflaschen sind dabei:

  • Grillen mit Gasgrills oder Beefern
  • Kochen oder Backen mit Gasküchengeräten
  • Heizen mit Terrassenstrahlern oder Gasheizgeräten
  • Beheizen von Wohnwagen, Zelten oder Tiny-Houses
  • Heimwerken (Schweißen oder Löten)
  • Übergangsversorgung, wenn noch kein Erdgasanschluss oder Flüssiggastank vorhanden ist
  • mobile Stromerzeugung mit Gasgeneratoren
  • Handwerk (Schweißen von Dachpappe, Bauheizung, Estrichtrocknung)
  • Straßenbau (Verarbeiten von Bitumen)
  • Landwirtschaft (Unkrautbrennen, Getreidetrocknung oder punktgenaue Beheizung)
  • Antrieb von Gabelstaplern und anderen Flurförderfahrzeugen

In allen genannten Bereichen punkten Gasflaschen durch eine einfache und sichere Handhabung. Sie lassen sich unkompliziert anschließen und an vielen Stellen auffüllen oder einfach gegen volle Behälter austauschen. 

Mieten, kaufen oder leihen: Was lohnt sich mehr?

Gasflaschen gibt es nicht nur zum Kaufen – Verbraucher können die Behälter auch mieten oder gegen ein Pfand ausleihen. Was zeichnet die verschiedenen Varianten aus und wann lohnt sich welche am meisten? Die folgende Übersicht gibt Antworten:

  • Gasflasche mieten: Anwender bekommen die Behälter für einen bestimmten Zeitraum zur Nutzung überlassen. Sie zahlen einen Tages-, Wochen- oder Monatspreis und können die Gasflaschen nur beim Vermieter auffüllen lassen. Sinnvoll ist diese Variante, wenn ein kurzzeitiger Bedarf besteht.
  • Gasflasche leihen: Anwender bekommen die Behälter auf unbestimmte Zeit zur Nutzung überlassen. Sie zahlen ein Pfand, den es nach der Rückgabe zurückgibt. Wann die Verbraucher die Gasflaschen an den Verleiher übergeben, spielt dabei keine Rolle. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass der Verleiher Eigentümer bleibt und nur sein Unternehmen die Gasbehälter befüllen darf. Die Variante lohnt sich für private und viele gewerbliche Nutzer.
  • Gasflasche kaufen: Anwender erwerben die Behälter und werden damit zum Eigentümer. Sie sind dann für die regelmäßige Wartung verantwortlich (alle 10 Jahre), dürfen die Gasflaschen aber an jeder Stelle befüllen lassen. Geeignet ist diese Variante vor allem für gewerbliche Nutzer mit hohem Bedarf.

Gasflaschen füllen: Wie funktioniert das am einfachsten?

„Flüssiggas (LPG) ist an vielen Tankstellen verfügbar – da kann ich die Gasflasche einfach selbst nachfüllen“. Diesem Irrglauben unterliegen viele. Denn in Deutschland ist es aus Sicherheitsgründen verboten, Flüssiggas selbst nachzufüllen. Aber das ist auch gar nicht nötig. Denn hierzulande gibt es viele Anbieter, die Gasflaschen nachfüllen können. Am einfachsten ist dabei das Tauschflaschensystem für Pfand- oder Eigentumsbehälter. Dabei bringen Kunden ihre leeren Flaschen zu einem Händler und bekommen sofort eine neue und voll gefüllte Gasflasche zurück. Anlaufstellen sind dabei:

  • Tankstellen
  • Baumärkte
  • Gartenmärkte
  • Supermärkte
  • Gas- oder Rohstoffhändler
  • Autohäuser

Wer Flüssiggas benötigt, kann Gasflaschen dabei in der Regel rund um die Uhr tauschen. Zumindest an vielen Tankstellen ist das möglich. Wer eine Miet- oder Leihflasche nachfüllen lassen möchte, kann das nur bei Anlaufstellen erledigen, die mit dem Vermieter oder Verleiher zusammenarbeiten.

Übrigens: Mit einer Waage oder einem Ultraschallmessgerät lässt sich ganz einfach feststellen, wie es um den Füllstand der Gasflasche steht.

Besonders einfach und komfortabel: Gasflasche liefern lassen

Ist die Zeit zu knapp oder der Behälter zu schwer? Dann können sich Verbraucher Gasflaschen liefern lassen. Anbieter bringen dabei neue Behälter und nehmen die leeren gleich mit. Für Kunden mit größerem Gasbedarf bieten Unternehmen dabei sogar eine turnusmäßige Belieferung an. Dabei tauschen Lieferanten in einem bestimmten Abstand automatisch leere gegen volle Flaschen aus. Kunden müssen sich um nichts kümmern und profitieren von einem sehr hohen Komfort.

Sicherheit: Transport und Lagerung der Gasflaschen

Flüssiggas ist ein vielseitig einsetzbarer Energieträger. Dennoch gehen von Gasflaschen einige Gefahren aus. Wer auf einen sicheren Transport und eine fachgerechte Lagerung achtet, senkt diese jedoch auf ein Minimum. Geht es um den Gasflaschentransport, kommt es dabei vor allem auf folgende Punkte an:

  • Transport ist nur ohne angeschlossene Verbrauchsgeräte erlaubt
  • falls vorhanden, ist die Ventilkappe auf die Gasflasche zu schrauben
  • Behälter dürfen nicht umkippen, rollen oder zusammenstoßen
  • offenes Feuer oder das Rauchen im Fahrzeug sind nicht erlaubt
  • beim Transport ist auf eine gute Belüftung im Fahrzeug zu achten
  • Gasflaschen sind nach der Fahrt sofort aus dem Auto auszuladen

Mit den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen ist auch der Transport im eigenen Auto kein Problem. Wer sich nicht an die oben genannten Punkte hält, riskiert jedoch schwere Unfälle und empfindliche Bußgelder, wenn es zu einer Polizeikontrolle kommt.

Lagerung von Flüssiggasflaschen: Worauf ist zu achten?

Wie beim Transport sind auch bei der Lagerung einige Punkte zu beachten. Am besten lassen sich Gasflaschen an einem kühlen und gut belüfteten Ort oberhalb der Erdgleiche aufbewahren. Während Verbraucher zwei 11 kg Gasflaschen in unterschiedlichen Räumen der eigenen Wohnung unterbringen dürfen, ist die Lagerung in der Nähe von Wärmequellen, in Schlafzimmern, Treppenräumen oder nötigen Fluchtwegen untersagt. Auch die Aufbewahrung im Keller ist nicht erlaubt. Im Sommer können Verbraucher die Behälter allerdings auch draußen aufbewahren. Denn die Druckgasflaschen sind für hohe Temperaturen und Druckwerte ausgelegt. Wichtig ist ein trockener und gut belüfteter Platz. Wer die Gasflaschen längere Zeit nicht benötigt, sollte allerdings alle Verbrauchsgeräte abbauen und das Ventil fest verschließen.

Unser Tipp: Um Leckagen und ausgetretene Gasmengen schnell zu erkennen, können Verbraucher einen Gaswarnmelder kaufen. Die kleinen Geräte sind vergleichsweise günstig und alarmieren mit einem schrillen Ton, wenn sie Flüssiggas in der Atmosphäre erkennen.

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