Mit Solarthermie im Bestand Energiekosten senken

Die Energiekosten für Ein- und Mehrfamilienhäuser im Bestand steigen mit der Verknappung fossiler Rohstoffe immer weiter an. Verschiedene Sanierungsmaßnahmen können dabei helfen, Kosten für Heizung und Warmwasser zu sparen und die monatlichen Belastungen der Haushaltskasse zu reduzieren. Ein Beispiel dafür ist die Nachrüstung einer Solarthermieanlage als Teillösung einer ganzheitlichen energetischen Modernisierung.

Mit Solarthermie im Bestand Energiekosten senken
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Die Sonne als Energiequelle …

Die in einem Jahr auf der Erde auftreffende Sonnenenergie ist 10.000mal höher als der weltweite Primärenergiebedarf. Die Solarenergie bietet damit ein hohes Potential für eine effiziente und nachhaltige Energieerzeugung. Bei der Nutzung dieser frei zur Verfügung stehenden Energie kann man zwischen Solarstrom- und Solarwärmeanlagen unterscheiden. Solarstromanlagen wandeln die Solarstrahlung mit Hilfe des photoelektrischen Effekts in Strom, während Solarwärmeanlage die geerntete Energie direkt für die Wärmeerzeugung nutzen.

Mit der Sonne bei der Heizung Energiekosten senken …

Solarthermie-, oder auch Solarwärmeanlagen, bestehen aus Kollektoren, einer Verteilung einschließlich Sicherheitstechnik und einem Wärmespeicher. Die zur Sonne ausgerichteten Kollektoren nehmen dabei die Strahlung der Sonne auf, wandeln sie in Wärme und übertragen sie auf eine Solarflüssigkeit. Angetrieben von einer Pumpe, zirkuliert diese Solarflüssigkeit kontinuierlich in einem Rohrleitungsnetz und transportiert die geerntete Energie zu einem Speicher. Da die gewonnene Wärme in der Regel erst zeitlich versetzt vom Heizungssystem genutzt wird, wird sie im Puffer gespeichert und bedarfsgerecht an die Heizung oder die Warmwassererzeugung abgegeben.

Um ein Einfrieren der Solarthermieanlage im Winter zu verhindern, besteht die Solarflüssigkeit selbst aus einem Frostschutz-Wasser-Gemisch. Ein Sicherheitsventil und ein Druckausdehnungsgefäß gewährleisten zusätzlich einen zuverlässigen Betrieb und Schutz vor Schäden in Folge zu hoher Drücke.

Die richtige Dimensionierung der Solarthermieanlage für ein Einfamilienhaus …

Die Installation einer Solarthermieanlage kann eine konventionelle Heizungsanlage stark entlasten und somit zur Reduzierung der Verbrauchskosten beitragen. Ausschlaggebend für die Dimensionierung ist dabei der Trinkwarmwasserbedarf, der korrekt geplant, überwiegend mit solarer Energie gedeckt werden kann.

Um auch an trüben Tagen mit geringer Strahlungsleistung einen ausreichenden Ertrag einfahren zu können, wird für die Planung immer der doppelte Tagesbedarf an Warmwasser zugrunde gelegt. Als Faustwert kann dabei eine Kollektorfläche von etwa 1 m² je Person angenommen werden. In Abhängigkeit der Kollektorart, also kostenintensive und leistungsfähige Vakuumröhrenkollektoren oder günstigere und weniger anfällige Flachkollektoren, schwankt dieser Wert zwischen 0,8 m² und 1,3 m². Mit dem Einsatz von Flachkollektoren eignet sich zum Beispiel für einen 4-Personen-Haushalt eine Fläche von etwa 5m².

Neben der Kollektorgröße richtet sich auch der Trinkwasserspeicher nach dem Warmwasserbedarf. Mit einer empfohlenen Auslegung von etwa 60 bis 80 Liter je Person ergibt sich dabei für einen 4-Personen-Haushalt eine Speichergröße von etwa 300 Liter.

Kosten und Ersparnis einer Solarthermieanlage …

Je nach Anbieter sind Solarthermieanlagen, wie hier vorgestellt, meist im Komplettpaket verfügbar und Kosten zwischen 3.000 € und 5.000 €. Der Strom für die Umwälzpumpe verursacht zusätzlich etwa 25 € jährlich.

Für eine Standardanlage kann man in der Regel eine Deckungsrate von 60% des jährlichen Energiebedarfs für Warmwasser annehmen. Unter Berücksichtigung der jährlichen Preissteigerung fossiler Rohstoffe von aktuell etwa 6%, kann man die Energiekosten mit einer Solarthermieanlage im Schnitt um 200 € bis 250 € im Jahr senken ein. Die Investitionen haben sich dabei nach etwa 12 bis 15 Jahren vollständig amortisiert. 

Solarthermie im System …

Soll eine Gas- oder Ölbrennwerttherme installiert werden, sind Solarthermieanlagen nahezu verpflichtend um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Besonders günstig sind sie allerdings in Kombination mit Wärmepumpen. Da die Effizienz der Wärmepumpen mit steigender Heizungstemperatur sinkt sind sie auf Niedertemperatursysteme, wie zum Beispiel Fußbodenheizungen angewiesen. Die Warmwasserbereitung, die deutlich höhere Systemtemperaturen benötigt, kann dabei über Solarthermie realisiert werden und es entsteht ein effizientes Gesamtsystem.

Nicht zu empfehlen ist eine Kombination aus BHKW und Solarthermie, da Blockheizkraftwerke auf eine möglichst hohe Laufzeit angewiesen sind um wirtschaftlich arbeiten zu können.

Hilfe vom Fachmann …

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Anlagentechnik Wärmeerzeugung Energieträger

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