Die wichtigsten Eigenschaften der Holzfaserdämmung

Holzfaserdämmung ist ein natürliches und nachwachsendes Material zur Dämmung von Gebäuden. Es besteht in Wesentlichen aus Weichholzarten wie Fichte, Tanne oder Kiefer. Bei der Herstellung können außerdem Wasser (vor allem aus dem Material selbst) und verschiedene Bindemittel aus Naturharzen hinzukommen. Sollen Holzfaser-Dämmplatten auch wetterfest sein, hydrophobieren, latexieren oder bitumieren Produzenten die Dämmstoffe. Für eine höhere Stabilität können außerdem Zement oder Magnesit zum Einsatz kommen.

Die bauphysikalischen Eigenschaften im Überblick  

Die Holzfaserdämmung ist ein ökologisches Naturprodukt mit hervorragenden Wärmedämm-, Schall- und Hitzeschutzeigenschaften. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen der Dämmstoffe aus Holzfasern. 

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Eigenschaften der Holzfaserdämmung Kennwerte
Wärmeleitfähigkeit 0,040 bis 0,055 W/(m·K)
Spezifische Wärmespeicherfähigkeit 2.000 bis 2.10 J/(kg·K)
Temperaturleitzahl 0,000432 m³/h
Wasserdampfdiffusionswiderstand 1 bis 10 (Einblasdämmung oder Platten)
Entfeuchtungsfähigkeit sehr gut
Brandschutzklasse B2 (normal entflammbar)
Rohdichte 30 bis 190 kg/m² (Einblasdämmung oder Platten)
Druckfestigkeit (Holzfaserdämmplatten) 0,07 N/mm²
Primärenergiegehalt 600 bis 1.500 kWh/m³
Stärke für U-Wert von 0,30 W/m²K 13 bis 18 Zentimeter
Einsatzbereiche (Kurzzeichen) DAD, DAA, DZ, DI, DEO, DES, WAB, WAP, WZ, WH, WI, WTR

Wie aus den Kennwerten hervorgeht, verbinden Holzfaserdämmstoffe gute Wärmedämmeigenschaften mit einer hohen Wärmespeicherfähigkeit. Die Materialien lassen also wenig Wärme hindurch und wirken sommerlicher Hitze besonders gut entgegen. Die hohe Masse sorgt außerdem für einen effektiven Schallschutz.

Holzfaserdämmstoffe sind zwar nicht luftdicht, schützen Dächer und Wände aber vor drückendem Wind. Sie lassen Wasserdampf diffundieren und leiten aufgenommene Feuchtigkeit über die Kapillarwirkung der Holzfasern zuverlässig ab. Günstig ist das vor allem bei der bauphysikalisch anspruchsvollen Innendämmung, da das Material vor Feuchte- und Schimmelschäden schützt.

Auf dem Fußboden bestechen Holzfaserdämmplatten außerdem mit ihrer federnden Wirkung, ohne aber in der Höhe nachzugeben. Eine Eigenschaft, die in der Praxis für gelenkschonende Fußbodenaufbauten sorgt.

Dämmung für ökologisches und gesundes Bauen

Geht es um die Gesundheit, wurde der Staub aus Holzfasern der MAK Kategorie 3 B zugeordnet. Lungengängige Partikel stehen damit vorsorglich unter Verdacht, ein krebserregendes Potenzial zu haben. Verwertbare Daten für diese Annahme liegen bis heute allerdings nicht vor. Wer sich für eine Holzfaserdämmung entscheidet, muss also keine Angst haben. Ganz im Gegenteil: Denn die atmungsaktiven Materialien wirken klimaregulierend und sorgen somit für eine hohe Wohngesundheit.

Übrigens: Die Holzfaserdämmung entsteht überwiegend aus Resten von Weichholzarten wie Fichte, Kiefer oder Tanne. Diese werden bei der Herstellung zerkleinert, zerfasert und entsprechend aufgearbeitet. Die resultierenden Dämmstoffe bestehen damit fast ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen, die sich in der Praxis sogar recyceln lassen.

Herstellung und Lieferformen der Holzfaserdämmung

Einblasdämmstoffe und Platten aus Holzfasern bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen, die überwiegend auch in heimischen Wäldern vorkommen. Sie sind daher als ökologisch günstig und nachhaltig zu bewerten. Bei der Holzfaserdämmungs-Herstellung unterscheiden Experten heute grundlegend zwei grundlegende Verfahren:

  • das Nassverfahren
  • das Trockenverfahren

Beide setzen auf Holzfasern weicher Nadelhölzer, die mit einer hohen Verfügbarkeit und einer guten Qualität punkten. Um diese zu gewinnen, zerkleinern und zermahlen die Produzenten Holzreste, die zum Beispiel in Sägewerken anfallen. Die folgende Tabelle erklärt, was anschließend bei den unterschiedlichen Verfahren zur Herstellung der Holzfaserdämmung passiert. 

Produktion von Einblasdämmung und Platten im Trockenverfahren

Trockner entziehen den Holzfasern ihre Restfeuchte, bevor sie mit geeigneten Bindemitteln beaufschlagt werden. Ist das erledigt, werden die Rohstoffe gepresst und mit Dampf gehärtet. Die Endlosstränge lassen sich anschließend zersägen, fräsen und für die Auslieferung vorbereiten. Das folgende Video der Firma STEICO zeigt, wie das in der Praxis funktioniert.

Herstellung natürlicher Holzfaserdämmung im Nassverfahren

Im Nassverfahren weicht Wasserdampf die zerkleinerten Holzfasern auf, sodass eine breiige Masse (der sogenannte Holzkuchen) entsteht. Diese wird anschließend in Form gebracht und dann bei Temperaturen von etwa 200 Grad Celsius getrocknet. Dieser Vorgang aktiviert das holzeigene Lignine, das als natürliches Bindemittel wirkt. Um spezielle Eigenschaften (Feuchteschutz, Stabilität) zu erreichen, lassen sich bei der Herstellung auch harze oder bitumenhaltige Stoffe beimischen. Abgesehen davon ist die Herstellung der Holzfaserdämmung im Nassverfahren komplett natürlich. Das folgende Video der Firma STEICO zeigt, wie das in der Praxis funktioniert.

Nachhaltige Produktion der Dämmstoffe mit kurzen Prozessketten

Vor allem bei dem Einsatz heimischer Rohstoffe, lassen sich Holzfaserdämmung mit sehr kurzen Prozessketten herstellen. Der hohe Primärenergieinhalt von 600 bis 1.500 kWh/m³ entsteht dabei durch die energieintensive thermische Behandlung der Ausgangsstoffe.

Vielseitige Einsatzbereiche der Holzfaserdämmstoffe

Die Holzfaserdämmung, die Hersteller wie STEICO oder Gutex in Form von Platten oder als faserige Materialien für die Einblasdämmung anbieten, sind heute vielfältig einsetzbar. So zum Beispiel zur Dach-, Fassaden- oder Bodendämmung. Die folgende Tabelle gibt einen umfassenden Überblick.

Einsatzbereiche Verarbeitung der Holzfaserdämmung Kennzeichen
Unterdeckung Als Unterdeckung geneigter Dächer kommen hydrophobierte Holzfaserdämmplatten zum Einsatz. Hier gewährleistet die Holzfaserdämmung eine regensichere Konstruktion. DAD
Aufsparrendämmung Holzfaser-Dämmplatten liegen auf einer aussteifenden Schicht aus Spundrettern sowie einer Dampfbremse mit verklebten Stößen über den Sparren. Die innenliegenden Bauteile unterliegen nicht den klimatischen Außenbedingungen. Außerdem bleiben Wärmebrücken aus. DAD
Zwischen- und Untersparrendämmung Die Zwischen- und Untersparrendämmung mit Holzfasern lässt sich auch ohne Neueindeckung von innen anbringen. Für die Dachdämmung zwischen den Sparren kommen dabei klemmbare Holzfaserdämmplatten zum Einsatz. Im Innenbereich sind flexible oder stabile Platten möglich. DZ, DI
Dämmung der obersten Geschossdecke (Dachbodendämmung) Die Holzfaserdämmung kommt in Form von Platten oder einblasfähigen Dämmstoffen auch zur Dämmung der obersten Geschossdecke infrage. Die Maßnahme ist einfach, günstig und besonders wirkungsvoll. DZ, DEO
Kellerdeckendämmung Mit einer Kellerdeckendämmung lassen sich die Heizkosten senken. Außerdem steigt der Wohnkomfort durch höhere Temperaturen der Fußböden im Erdgeschoss. DI
Dämmung der Außenwand mit Vorhangfassade Abhängig von der Art der Außenwand lassen sich Holzfaserdämmplatten direkt auf der Fassade oder in einem neu errichteten Gefach anbringen. Sie werden von Unterdeckplatten überdeckt, an denen Handwerker außen eine Lattung aufbringen. Diese trägt die Vorhangfassade (zum Beispiel eine Fassadenverkleidung in Holzoptik). Der Vorteil dieser Systeme: Die Wandbauplatten aus Holzfaserdämmung transportieren angefallene Feuchtigkeit sicher nach außen, wo sie durch den Windzug im Luftspalt trocknet. WAB
Dämmung der Fassade mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) Alternativ zur Holzfaserdämmung mit Vorhangfassade lassen sich die Dämmstoffe auch mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) verwenden. Dazu sitzen die Platten direkt auf der Fassade. Sie fungieren als Putzträgerplatte, werden von einer Putzschicht überzogen und so nach außen hin wetterfest abgeschlossen. Zu empfehlen sind hier System aus aufeinander abgestimmten Bauprodukten, die Hersteller wie STEICO oder Gutex anbieten. WAP
Dämmung von Trennwänden und Leichtbaukonstruktionen (zum Beispiel im Fertighausbau) Holzfaserdämmung eignet sich auch, zum Ausfüllen der Gefache in Trennwänden oder Außenwänden aus Holzkonstruktionen. Als Beplankungsmaterial kommen Gips-, Gipsfaser- oder Holzwerkstoffplatten sowie zementgebundene Bauplatten zum Einsatz. WH; WTR
Luft- und Trittschalldämmung Flache Holzfaser-Dämmplatten kommen auch als Luft- und Trittschalldämmung zum Einsatz. Die druckfesten Materialien lassen sich dazu unter Estrich, Trockenestrich oder Dielen einbringen. DEO, DES
Dämmung zum Hitzeschutz Die Holzfaserdämmung verfügt über eine hohe Wärmespeicherfähigkeit. Bei sommerlich hohen Temperaturen nimmt sie daher erst einmal einen großen Teil der Wärme selbst auf, bevor sie diese zeitversetzt nach außen oder innen abgibt. Diese Eigenschaft ist günstig für den Hitzeschutz an Wänden, Decken und Dächern. DAD, DAA, DZ, DI, WAB, WAP, WZ, WH, WI
Flachdachdämmung Stabile und druckfeste Dämmplatten aus Holzfasern eignen sich auch für die ökologische Flachdachdämmung (auch Gefälledämmung) unter einer wasserdichten Flachdachabdichtung. DAA
Innendämmung Auch die Innendämmung ist ein Anwendungsbereich der Holzfaser-Dämmstoffe. Zum Einsatz kommen dabei Wandbauplatten unter einer dampfbremsenden Konstruktion oder einer kapillaraktiven Putzschicht. Da sich diffusionsdichte Konstruktionen im Altbau praktisch kaum realisieren lassen, ist die diffusionsoffene Variante meist zu bevorzugen. Denn diese führt angefallene Feuchtigkeit nach innen oder außen ab und beugt Bauschäden vor. Wichtig ist allerdings, dass Handwerker die Holzfaserdämmung lückenlos auf der Innenseite der Außenwand verkleben. WI
Gefachdämmung Zur Gefachdämmung eignen sich flexible oder klemmbare Holzfaserdämmplatten. Anwendungsbereiche sind die Dachdämmung und die Wanddämmung. DZ, WAB, WAP, WZ, WH, WI, WTR
Einblasdämmung Einfach, schnell und sauber kommt die Holzfaserdämmung auch als Einblasdämmung zum Einsatz. Anwendungsbereiche sind hier Dächer, oberste Geschossdecken, Zwischendecken, Kellerdecken oder mehrschalige Außenwände. DZ, WZ, WTR, WH

Holzfaserdämmung: Hersteller, Produkte und Kosten

Wie der vorherige Abschnitt zeigt, kommen Holzfaser-Dämmstoffe heute in verschiedensten Bereichen zum Einsatz. Genauso unterschiedliche wie die möglichen Anwendungen sind dabei auch die Produkte, die Markenhersteller wie STEICO, Gutex, Pavatex, Schneider oder Udi unter zahlreichen Produktnamen anbieten. Geht es bei der Holzfaserdämmung um den Preis, entscheiden die Einsatzbereiche ebenso. Mit Unterschieden von 5 fünf bis etwa 40 Euro pro Quadratmeter lassen sich dabei kaum allgemeine Richtwerte nennen.

Unser Tipp: Haben Sie vor, Holzfaser-Dämmstoffe bei einem Projekt am eigenen Haus einzusetzen, sollten Sie das zunächst mit einem Experten besprechen. Architekten, Planer und Handwerker helfen dabei, die richtigen Werkstoffe zu finden und nennen auch konkrete Preise.

Fördermittel für die Dämmung mit Holzfasern

Wie für jeden anderen Dämmstoff gibt es heute auch für die Holzfaserdämmung hohe Fördermittel vom Staat. Hausbesitzer können sich dabei grundsätzlich zwischen zwei Fördervarianten entscheiden:

  • zinsgünstige Darlehen mit Tilgungszuschuss in Höhe von 7,5 Prozent über das KfW-Programm 152
  • einmalige Zuschüsse in Höhe von 10 Prozent der anfallenden Kosten über das KfW-Programm 430

Wichtig zu wissen: Die Fördermittel gibt es auch dann, wenn Hausbesitzer die Dämmarbeiten am Haus in Eigenregie durchführen. Voraussetzung ist jedoch, dass sie dabei die vorgegebenen U-Werte erreichen und die Förderung noch vor der Holzfaserdämmung mit einem Energieberater beantragen. 

Kommt die KfW-Förderung nicht infrage, können Hausbesitzer die anfallenden Handwerkerkosten für die Dämmarbeiten am eigenen Haus auch steuerlich geltend machen. Auf diese Weise bekommen sie 20 Prozent der Kosten (maximal 1.200 Euro im Jahr) vom Finanzamt erstattet. Wie das funktioniert, erklären wir im Beitrag Lohnkosten absetzen.

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