Boiler erwärmen das Trinkwasser zentral

Wer sich zwischen Boiler und Durchlauferhitzer entscheiden muss, sollte sich zunächst mit der Funktionsweise der Geräte vertraut machen. Ein Boiler oder Speicher ist dabei ganz allgemein ein Gerät, mit dem sich Wasser erwärmen und bevorraten lässt. Es besteht in seiner einfachsten Ausführung aus einem metallischen Behälter, dessen Außenseite mit einer starken Dämmschicht versehen ist. Im Inneren befindet sich warmes Wasser, das bei Bedarf zu einer Entnahmestelle im Haus strömt. Wie groß die Boiler sind, hängt dabei von ihrer Art und dem jeweiligen Einsatzbereich ab. So gibt es unter anderem:

  • elektrische Untertischgeräte mit einem Fassungsvermögen von 5 bis 15 Litern
  • elektrische oder direkt gasbeheizte Trinkwasserspeicher mit 30 bis 1.000 Litern
  • Brauchwasserspeicher für Heizungs- und Solaranlagen mit 100 bis über 1.000 Litern

Übrigens: Wer einen Boiler sucht, findet diesen heute unter ganz verschiedenen Bezeichnungen. So gibt es zum Beispiel Kleinspeicher, Untertischboiler, Wandspeicher, Standspeicher, Gasboiler sowie Warmwasserspeicher oder Brauchwasserbehälter für Heizungs- und Solaranlagen.

Die Funktionsweise der verschiedenen Boiler einfach erklärt

Anders als Durchlauferhitzer erwärmen Boiler Trinkwasser immer auf Vorrat. Möglich ist das mit Geräten für Strom, Gas oder die Heizung. Die folgende Tabelle zeigt, was diese voneinander unterscheidet.

Art der Boiler Funktion Einsatzbereiche
Elektrospeicher Elektrokleinspeicher sind überwiegend kompakte Geräte, die Trinkwasser mithilfe elektrischer Energie erwärmen. Möglich ist das mit einer Heizpatrone, die direkt im Boiler sitzt. Während sich die Geräte oft unkompliziert an die Steckdose anschließen lassen, können Verbraucher außen einfach die gewünschte Warmwassertemperatur einstellen. Elektrische Klein-, Tisch- und Wandspeicher eignen sich vor allem für kleinere Zapfmengen – etwa in privaten oder gewerblichen (Tee-)Küchen. Standspeicher mit einem Fassungsvermögen von bis zu 1.000 Liter können darüber hinaus auch Wasser für mehrere Wohnungen bevorraten. Letztere eignen sich in Kombination mit Photovoltaik.
Gas-Warmwasserspeicher Gas-Boiler bestehen neben dem isolierten Vorratsbehälter aus einem Brenner. Letzterer verbrennt Erd- oder Flüssiggas, um das Trinkwasser im Speicher zu erwärmen. Damit das funktioniert, muss ein Gasanschluss (Alternativ Flüssiggasanlage) und ein Schornstein vorhanden sein. Letzterer führt die Abgase der Verbrennung sicher nach außen. Gas-Warmwasserspeicher bevorraten meist 50 bis etwa 300 Liter Trinkwasser und eignen sich damit zur Warmwasserbereitung in Ein- und Zweifamilienhäusern. Auch die wohnungszentrale Bereitung von Warmwasser in Mehrfamilienhäusern war früher ein typisches Einsatzgebiet der Boiler.
Speicher für die Heizung Warm- oder Brauchwasserspeicher für die Heizung bestehen aus isolierten Behältern, die mit einem Wärmeübertrager ausgestattet sind. Dieser kann zum Beispiel in Form einer Heizschlange (gebogene Heizungsrohre) ausgeführt sein. Im Betrieb strömt heißes Heizungswasser durch den Wärmeübertrager. Es gibt Energie an das Trinkwasser ab, das sich dabei erwärmt. Möglich ist auch eine zweite Heizschlange, durch die Solarflüssigkeit von den Solarkollektoren auf dem Dach strömt. Brauchwasserspeicher für Heizungs- und Solaranlagen eignen sich für die zentrale Warmwasserbereitung in Ein- und Mehrfamilienhäusern.

Boiler oder Durchlauferhitzer: Vor- und Nachteile der Boiler

Genau wie Durchlauferhitzer sind auch Boiler mit zahlreichen Vor- und Nachteilen verbunden. Günstig ist dabei, dass die Geräte warmes Wasser ständig vorhalten. Öffnen Verbraucher einen Wasserhahn, steht das erwärmte Trinkwasser dabei meist schnell zur Verfügung. Elektrische Geräte lassen sich darüber hinaus sehr einfach an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Sie sind außerdem nah an den Verbrauchsstellen, sodass lange Leitungswege entfallen. Anders ist das bei größeren gasbeheizten Boilern und Speichern für die Heizung. Vor allem Letztere sind zentral im Haus untergebracht und abhängig von der Gebäudegröße oft weit entfernt vom Wasserhahn. Das Trinkwasser muss daher einen längeren Weg zurücklegen und es verstreicht mehr Zeit, bis es tatsächlich aus dem Hahn läuft. Bleibt der Bedarf längere Zeit aus, kühlt sich das Wasser in den Leitungen ab und Legionellen oder andere Keime könnten sich vermehren. Während vor allem Solarspeicher für Trinkwasser mit geringeren Betriebskosten verbunden sind, kostet der Strom für Elektroboiler viel. Vor allem dann, wenn der Bedarf regelmäßig groß ist. Bei geringen Zapfmengen punkten elektrische Boiler mit niedrigeren Verlusten und günstigen Betriebskosten.

Durchlauferhitzer arbeiten meist dezentral

Anders als Boiler arbeiten Durchlauferhitzer nur bei Bedarf. Sie können in kürzester Zeit viel Wasser erwärmen und sind dazu zum Beispiel mit einer leistungsstarken Heizpatrone ausgestattet. Letztere wandelt elektrische Energie in nutzbare Wärme um. Das Trinkwasser erwärmt sich und strömt dann direkt zur geöffneten Entnahmestelle im Haus.

Übrigens: Wie Boiler sind auch Durchlauferhitzer unter vielen Namen bekannt. So gibt es zum Beispiel Mini-, Kompakt- oder Komfort-Durchlauferhitzer. Auch Kombi-Thermen oder Frischwasserstationen arbeiten nach dem Durchlaufprinzip.

Die Funktionsweise der Durchlauferhitzer einfach erklärt

Genau wie Boiler gibt es auch Durchlauferhitzer für Strom oder Heizung. Die folgende Tabelle zeigt, was die verschiedenen Arten unterscheidet.

Art der Durchlauferhitzer Funktion Einsatzbereiche
Elektro-Durchlauferhitzer Elektrische Durchlauferhitzer sind sehr kompakte Geräte, die es heute in unterschiedlichen Leistungsbereichen gibt (ca. 2 bis 24 kW). Sie lassen sich optimal an die eigenen Bedürfnisse anpassen und verbrauchen nur dann Energie, wenn auch Warmwasser benötigt wird. Die Durchlauferhitzer befinden sich meist in der Nähe der Verbrauchsstellen. Sie kommen mit kurzen Anbindeleitungen aus und sorgen für eine optimale Hygiene. Keime und Legionellen haben dabei praktisch keine Chance. Je nach Leistung für Handwaschbecken oder zur zentralen Warmwasserbereitung einzelner Wohnungen.
Durchlauferhitzer für die Heizung Durchlauferhitzer für die Heizung sind meist in sogenannte Kombi-Thermen oder Kombi-Heizgeräte integriert. Ein Beispiel dafür ist die Gasbrennwerttherme. Benötigen Verbraucher Wasser, bringt das Heizgerät seine volle Leistung für die Warmwasserbereitung auf. Bis warmes Trinkwasser aus dem Hahn läuft, kann es allerdings etwas dauern. Die Geräte eignen sich zur zentralen Warmwasserbereitung in kleinen Häusern oder einzelnen Wohnungen. Letzteres jedoch nur dann, wenn ohnehin eine Gasetagenheizung im Einsatz ist.
Frischwasserstationen Frischwasserstationen bestehen ebenfalls aus einem Wärmeübertrager, der vom Heizungswasser durchflossen wird. Bei Bedarf gibt Letzteres thermische Energie an das Trinkwasser ab. Dieses erwärmt sich und strömt dann direkt zur Entnahmestelle. Befindet sich der Durchlauferhitzer in einer Wohnung, ist warmes Wasser immer schnell verfügbar. Bei einer gebäudezentralen Frischwasserstation könnte das etwas länger dauern. Frischwasserstationen kommen vor allem zur hygienischen Warmwasserbereitung in Mehrfamilienhäusern zum Einsatz. Hier sitzen sie in der Regel direkt in der zu versorgenden Wohnung.

Boiler oder Durchlauferhitzer: Vor- und Nachteile der Durchlauferhitzer

Vor allem die kleineren elektrischen Durchlauferhitzer verschwenden kaum Energie. Sie reagieren schnell und kommen ohne nennenswerte Energieverluste aus. Günstig ist außerdem, dass Verbraucher die gewünschte Warmwassertemperatur ganz einfach am Gerät selbst wählen können. Auch das senkt Verbrauch und Kosten der Technik. Ein großes Plus ist darüber hinaus die ausgesprochen hohe Wasserhygiene. Warmes Trinkwasser stagniert kaum und Keime wie Legionellen können sich nicht vermehren. Befindet sich der Durchlauferhitzer direkt in der Heizung, kann es allerdings recht lange dauern, bis das warme Wasser nach dem Öffnen eines Hahnes tatsächlich ankommt. Ein weiterer Nachteil: Die Warmwasserleistung ist in der Regel begrenzt. Die Versorgung mehrere Zapfstellen zur gleichen Zeit ist damit nur eingeschränkt möglich. Sind elektrische Durchlauferhitzer sehr viel im Einsatz, können sie wie Boiler ebenfalls hohe Energiekosten verursachen.

Boiler oder Durchlauferhitzer: Was ist besser?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage ist nicht möglich. Denn Boiler und Durchlauferhitzer sind beide mit eigenen Vor- und Nachteilen verbunden. Entscheidend ist daher vor allem der Einsatzbereich. Zu unterscheiden ist allerdings nicht nur zwischen Boiler oder Durchlauferhitzer, sondern auch zwischen den verschiedenen Arten der beiden Gerätetypen. Die folgende Tabelle gibt Aufschluss:

  Boiler Durchlauferhitzer
Warmwasser im Wohnhaus Brauchwasserspeicher für Heizung und Solar Kombi-Therme, Frischwasserstation
Warmwasser in der Wohnung Gas-Warmwasserspeicher, Brauchwasserspeicher für Heizung und Solar (Achtung: Legionellen!) Kombi-Therme (Etagenheizung), Frischwasserstation,
Warmwasser für Gästebäder   Elektro-Durchlauferhitzer
Warmwasser für selten genutzte Entnahmestellen   Elektro-Durchlauferhitzer
Warmwasser für Garten- und Ferienhäuser (Sommernutzung) Elektro-Boiler  
Warmwasser für Teeküchen in Bürogebäuden Elektro-Boiler Elektro-Kleinspeicher

Der Vergleich von Boiler und Durchlauferhitzer zeigt, dass keine der beiden Lösungen grundsätzlich besser ist. So kommen Durchlauferhitzer vor allem dann in Frage, wenn Entnahmestellen mit seltenem und kleinem Verbrauch zu versorgen sind. Geht es um konstante und höhere Bedarfe, lohnen sich Boiler eher. Diese sind im Betrieb zwar mit höheren Wärmeverlusten verbunden, verursachen in der Regel aber geringere Betriebskosten. Vor allem dann, wenn sie nicht elektrisch arbeiten.

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