Wie funktioniert Solarthermie?

Solarthermieanlagen bestehen aus einer Reihe von Komponenten, die solare Strahlungsenergie auffangen, in Wärme wandeln und für Heizung oder Warmwasser nutzbar machen. Diese sind:

  • die Kollektoren
  • der Solarkreis
  • der Speicher

Die Kollektoren werden in der Regel auf dem Dach installiert und haben die Aufgabe das Sonnenlicht aufzufangen. Damit das gut funktioniert, sollten sie in der richtigen Ausrichtung und im passenden Winkel zur Sonne installiert werden. Optimal ist eine Südausrichtung mit einer Neigung von etwa 40 bis 50 Grad. Ist die Ausrichtung nach Süden nicht möglich, müssen Hausbesitzer mit Einbußen im Ertrag rechnen – zeigen die Kollektoren nach Westen, sind das etwa 20 Prozent.

Der Solarkreis hat die Aufgabe, die Wärme aus den Kollektoren zum Speicher zu transportieren. Dazu besteht er aus einem Rohrnetz, das kontinuierlich von der sogenannten Solarflüssigkeit – mit Frostschutzmittel versetztem Wasser – durchflossen wird. Angetrieben von einer Pumpe nimmt diese die Wärme in den Kollektoren auf und transportiert sie zum Energiespeicher. Spezielle Sicherheitstechnik stellt darüber hinaus sicher, dass es auch bei temperaturbedingten Volumenänderungen im System nicht zu Problemen oder Schäden kommt.

Der Speicher nimmt die Solarwärme auf, wenn die Sonne scheint und hält sie so lange vor, bis sie im Haus benötigt wird. Je nach Einsatzgebiet besteht er dazu aus einem Behälter, der mit Trink- oder Heizungswasser befüllt ist. Damit sich die Solarflüssigkeit nicht mit anderen Medien durchmischt, fließt sie über einen Wärmeübertrager in Form einer Rohrschlange durch den Speicher. Die Energie wird dabei so ähnlich wie bei einem Tauchsieder an das Trink- oder Heizungswasser abgegeben. 

Warmwasserbereitung über Solarthermie: Kosten

Solarthermie-Anlagen zur Warmwasserbereitung nutzen die Wärme der Sonne allein zur Erwärmung von Trinkwasser. Sie sind vergleichsweise klein und dadurch in vielen neuen oder alten Gebäuden einsetzbar. Geht es um die Größe der Solarthermie, kann man als Daumenwert von etwa 1 Quadratmeter je Person im Haushalt ausgehen. Hinzu kommt ein Speicher von rund 60 bis 80 Litern pro Person. Dieser entspricht etwa dem doppelten des Tagesbedarfs an Warmwasser.

Geht es um die Solarthermie-Kosten, fallen für eine solche Anlage Investitionen von rund 3.500 bis 5.000 Euro an.

Heizungsunterstützung mit Solarthermie: Kosten

Solarthermie-Anlagen zur Heizungsunterstützung nutzen die Wärme der Sonne dagegen nicht nur zur Warmwasserbereitung, sondern auch zur Unterstützung der Heizungsanlage. Damit das funktioniert, sind sie vergleichsweise groß und eignen sich durch den damit verbundenen Platzbedarf nicht in jedem Altbau. Die Größe der Komponenten muss generell an Haus und Nutzer angepasst werden. Während übliche Systeme aus einer Kollektorfläche von etwa einem Quadratmeter je 10 Quadratmetern beheizter Fläche im Gebäude und einem Speicher von rund 50 Litern je Quadratmeter Kollektorfläche bestehen, gibt es nach oben kaum Grenzen. So können sogenannte Solarhäuser mit großflächigen Anlagen zum Beispiel mehr als die Hälfte des jährlichen Wärmebedarfes decken.

Geht es um die Solarthermie-Kosten, sind Anlagen in typischen Einfamilienhäusern für etwa 8.000 bis 10.000 Euro zu haben. Beachten sollten Sie jedoch, dass die Höhe der Solarthermie-Kosten auch von den örtlichen Gegebenheiten abhängt. Hat das Dach zum Beispiel eine ungünstige Neigung, muss die Kollektorfläche vergrößert werden und die Kosten steigen.

Fördermöglichkeiten für Solarthermie-Anlagen

Durch den Einsatz der Solarthermie im eigenen Haus sinken nicht nur die Heizkosten, sondern auch die Auswirkungen auf die Umwelt. So werden weniger fossile Rohstoffe verbraucht und der CO2-Aussotß sinkt. Aus diesem Grund unterstützt der Staat Hausbesitzer mit Fördermitteln, die die Solarthermie-Kosten senken. Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (kurz BAFA) gibt es dabei einmalige Zuschüsse.

Soll eine Solaranlage auf einem bestehenden Haus installiert werden, erhalten Hausbesitzer dabei:

  • 50 Euro je Quadratmeter für Warmwasser-Solaranlagen, wenn diese eine Mindestgröße von 3 Quadratmetern und ein Speichervolumen von mindestens 200 Litern haben. Die Mindesthöhe der Förderung beträgt 500 Euro.
  • 140 Euro je Quadratmeter für Solaranlagen, die nicht nur Trinkwasser erwärmen, sondern auch die Heizung unterstützen, wenn diese aus Vakuumröhrenkollektoren mit mindestens 7 Quadratmetern und einem Speichervolumen von 50 Euro je Quadratmeter oder Flachkollektoren mit mindestens 9 Quadratmetern und einem Speichervolumen von 40 Euro je Quadratmeter bestehen. Die Mindesthöhe der Solarthermie-Förderung beträgt hier 2.000 Euro.
  • 50 Euro jeden Quadratmeter Kollektorfläche, um den eine bestehende Anlage erweitert wird. Die Erweiterung muss dabei 4 bis 40 Quadratmeter betragen.

Eine höhere Solarthermie-Förderung gibt es dabei, wenn:

  • auch ein neuer Heizkessel installiert wird. Bonus sind hier 500 Euro.
  • die Solaranlage in einem besonders effizient sanierten Gebäude installiert wird. Hierfür gibt es einen Bonus von 50 Prozent der Basisförderung.
  • auch die bestehende Heizungsanlage optimiert wird. Hierfür gibt es 10 Prozent der Kosten, die bei der Optimierung anfallen.

Die Mittel der Basisförderung reduzieren die Solarthermie-Kosten teilweise erheblich und können von privaten Hausbesitzern direkt bei dem BAFA beantragt werden. Alle wichtigen Hinweise dazu gibt es hier: www.bafa.de.

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