Heizen ohne Strom: Welche Gründe gibt es?

Viele Kritiker warnen davor, dass unser Stromnetz zusammenbrechen könnte. Sie sehen große Blackouts voraus, in denen elektrische Energie für längere Zeit nicht verfügbar ist. Passiert das im Winter, drohen nicht nur hohe Einbußen im Komfort. Denn dann funktioniert die Zentralheizung nicht mehr. Das Haus kühlt aus und Wasserleitungen könnten bei Frost platzen. Mit einer Heizung ohne Strom lassen sich die schweren Folgen langanhaltender Stromausfälle vermeiden. Aber auch in weniger extremen Situationen ist das Heizen ohne Strom gefragt. So zum Beispiel in Gartenhäusern, Ferienhäusern oder Wohnmobilen. Weitere Bereiche, in denen Verbraucher ohne Stromanschluss Wärme beziehen möchten, sind beim Campen oder bei einem Fest auf der eigenen Terrasse.

Holz und Flüssiggas als mobile Ersatzenergieträger

Ist der Strom ausgefallen oder elektrische Energie generell nicht verfügbar, sind andere Energieträger gefragt. So zum Beispiel Holz oder Flüssiggas. Beide Rohstoffe lassen sich nahezu überall hin transportieren und mit der entsprechenden Technik ohne Hilfsenergie entflammen. Flüssiggas hat dabei den großen Vorteil, dass sich schon in kompakten Flaschen viel Energie bevorraten lässt. Die Nutzung ist darüber hinaus einfacher und deutlich komfortabler als bei Holz. Arbeitet die Heizung ohne Strom mit Scheitholz, versprüht sie allerdings einen ganz besonderen Charme – vor allem beim Campen oder im gemütlichen Wochenendhaus.

Fest installiert: Heizung ohne Strom im Haus

Heizen ohne Strom – im eigenen Haus funktioniert das zum Beispiel mit fest installierten Lösungen besonders komfortabel. Infrage kommen dabei Kamine und Kachelöfen. Aber auch Außenwandheizgeräte versorgen die eigenen vier Wände sicher und stromlos mit wohliger Wärme.

Kamine und Kachelöfen heizen ohne Strom

Wohlige Wärme, knisternde Romantik und ein gemütlich flackerndes Licht: All das bieten Kamine und Kachelöfen im eigenen Haus. Die Heizgeräte waren vor vielen Jahren der Standard in unseren Gebäuden und liegen heute wieder voll im Trend. Ein Grund dafür ist, dass sie mit Holz auf einen nachwachsenden Brennstoff setzen. Einziger Nachteil der Heizung ohne Strom: Sie stößt viel Feinstaub aus und sorgt damit für eine hohe Luftverschmutzung.

Steckbrief: Kamine und Kachelöfen Eigenschaften
Einsatzbereiche Wohnhaus, Ferienhaus, Wochenendhaus
Besonderheiten in vielen Varianten erhältlich; Schornsteinanschluss ist erforderlich; Platz zur Holzlagerung muss vorhanden sein
Kosten ab 250 Euro für einfache Schwedenöfen

Sie möchten einen Kamin nachrüsten? Möchten Sie selbst von den Vorteilen des knisternden Holzfeuers profitieren, können sie Schwedenöfen, Kamine oder Kachelöfen auch nachträglich einbauen. Worauf es dabei ankommt, welche Geräte zur Auswahl stehen und was eine solche Heizung ohne Strom kosten kann, erklären wir im Beitrag Kamin nachrüsten.

Komfortabel und sicher: Die Außenwandheizung

Sauber, sicher und komfortabel heizen ohne Strom? Das ist mit einer Außenwandheizung möglich. Die sogenannten Gasheizautomaten bestehen aus einem metallischen Gehäuse, das sich direkt an der Außenwand eines Hauses anbringen lässt. Im Inneren ist ausreichend Platz für einen Gasbrenner und eine Flüssiggasflasche. Sind Brenner und Gasflasche miteinander verbunden, lässt sich die Heizung ohne Strom mit einem zuverlässigen Piezo-Zünder starten. Während sich die Heizwärme mit der hindurchströmenden Luft im Raum verteilt, strömen die Abgase der Verbrennung sicher nach außen. Ein besonderer Vorteil: Die Leistung passen viele Geräte automatisch und modulierend an den aktuellen Wärmebedarf an. Nutzer müssen dazu lediglich die gewünschte Temperatur am Thermostat einstellen. Einfacher könnte das Heizen ohne Strom kaum sein.

Steckbrief: Außenwandheizung (Gasheizautomat) Eigenschaften
Einsatzbereiche Wohnhaus, Ferienhaus, Wochenendhaus, Wohnmobil
Besonderheiten kein Schornsteinanschluss erforderlich; in raumluftunabhängiger Ausführung erhältlich; Flüssiggas nimmt wenig Platz weg; später auf Erdgas umrüstbar
Kosten ab 450 Euro

Für einen sicheren Betrieb müssen Gasheizautomaten oder Außenwandheizer mit ausreichend Frischluft versorgt werden. Diese ist für die Verbrennung nötig und kann in dichten Gebäuden schon einmal zur Neige gehen. Aus diesem Grund ist richtiges Lüften unbedingt erforderlich. Eine Alternative stellt die raumluftunabhängige Heizung ohne Strom dar. Diese bezieht auch die Verbrennungsluft über ein Rohr durch die Fassade direkt von außen.

Flüssiggas-Durchlauferhitzer für warmes Wasser

Wer keinen Strom hat, muss auch auf warmes Wasser nicht verzichten. Denn das lässt sich mit einem Flüssiggas-Durchlauferhitzer nahezu überall bereitstellen. Die Geräte lassen sich fest installieren oder mobil benutzen und arbeiten, sobald sie mit einer Flüssiggasflasche verbunden sind. Diese liefert den Brennstoff für den integrierten Gasbrenner, der Wasser aus einer Leitung, einem Speicher oder einem See schnell auf hohe Temperaturen bringt. Die Abgase der Verbrennung strömen dabei entweder direkt in die Umgebung oder mit einem Abgasrohr über das Dach nach draußen. Letzteres ermöglicht das Heizen ohne Strom sogar in geschlossenen Räumen.

Steckbrief: Flüssiggas-Durchlauferhitzer Eigenschaften
Einsatzbereiche Wohnhaus, Ferienhaus, Wochenendhaus, Wohnmobil, im Freien
Besonderheiten überall warmes Wasser verfügbar; Anschluss der Heizung ohne Strom an Trinkwassernetz, Wasserspeicher oder mittels Pumpe an Seen sowie Flüsse; kein Schornsteinanschluss erforderlich; in raumluftunabhängiger Ausführung erhältlich; Flüssiggas nimmt wenig Platz weg; später auf Erdgas umrüstbar;
Kosten ab 125 Euro

Genau wie bei den Gasheizautomaten müssen Hausbesitzer auch bei den Flüssiggas-Warmwasserbereitern richtig lüften, wenn sie ohne Strom heizen möchten. Eine alternative sind raumluftunabhängige Geräte. Diese verfügen über zwei Außenluftanschlüsse, wobei einer Abgase nach draußen und ein anderer die nötige Frischluft zum Brenner führt.

Mobile und unabhängige Heizung ohne Strom

Wer beim Campen, im Wohnwagen oder im Ferienhaus Wärme benötigt, kann auch auf eine mobile Heizung ohne Strom setzen. Diese funktioniert in der Regel mit Flüssiggas und ist in unterschiedlichsten Ausführungen erhältlich.

Wichtig: Wer Gas oder Öl in Innenräumen verbrennt, muss unbedingt richtig lüften. Denn nur so lassen sich die Abgase sicher nach außen abführen. Außerdem sorgt ein ausreichend hoher Luftwechsel dafür, dass die Verbrennung genügend Sauerstoff bekommt. Ohne diesen würde ein Teil der Rohstoffe nicht vollständig verbrennen und giftiges Kohlenmonoxid könnte entstehen. In ausreichend hoher Konzentration führt das Gas sogar zum Tode durch ersticken. Vorher betäubt es seine Opfer jedoch, sodass diese kaum etwas von der Gefahr spüren. Unser Tipp lautet also: Nur Gasheizer mit entsprechender Sicherheitstechnik (Sauerstoffmangelsicherung) in Innenräumen nutzen und immer ausreichend lüften. Der Einsatz in Außenbereichen ist hingegen relativ gefahrlos möglich.

Transportable Gasheizöfen zum Heizen ohne Strom

Der Gasheizofen ist heute die erste Wahl, wenn Hausbesitzer stromunabhängig für Wärme sorgen möchten. Die Geräte lassen sich an eine Gassteckdose anschließen oder ganz einfach mit Flüssiggas betreiben. Sie bestehen dabei aus einem Brenner, der entweder die Luft im Raum erwärmt oder thermische Energie in Form von sonnengleicher Strahlung abgibt. Beispiele für die verschiedenen Ausführungsvarianten der Heizung ohne Strom sind Konvektorheizungen, Katalytöfen, Gasheizstrahler oder Terrassenstrahler. Was diese auszeichnet und wie viel Hausbesitzer für eine solche mobile Heizung ausgeben müssen, erklären wir im Beitrag zum Gasheizofen.

Steckbrief: Gasheizofen Eigenschaften
Einsatzbereiche Außenbereiche; kurzzeitig auch in Innenräumen (bei ausreichender Belüftung)
Besonderheiten tragbare und mobil einsetzbare Heizlösung; viele verschiedene Heizgeräte erhältlich (Wärmetransport in Form von Strahlung oder Konvektion); nur eingeschränkt in Innenräumen nutzbar;
Kosten ab 50 Euro

Viele Hausbesitzer schaffen sich einen Ethanolkamin an, um mit diesem die eigenen vier Wände zu beheizen. Die Geräte geben zwar ein schönes Licht ab, haben aber nur eine sehr geringe Heizleistung. Zum Heizen ohne Strom sind sie daher eher nicht geeignet.

Petroleumöfen heizen mit flüssigem Brennstoff

Der Petroleumofen ist ein kompaktes und tragbares Heizgerät, das flüssiges Petroleumöl verbrennt. Es eignet sich zum Campen oder als Notheizung auch im eigenen Haus. Da die Öfen Abgase einfach an ihre Umgebung abgeben, sollten Verbraucher die Heizung ohne Strom nur bei entsprechender Belüftung in Innenräumen verwenden. Die Wärmeübertragung erfolgt in Form von sonnengleicher Strahlung, die viele als sehr wohltuend empfinden.

Steckbrief: Petroleumofen Eigenschaften
Einsatzbereiche im Freien; bei entsprechender Belüftung auch in Innenräumen
Besonderheiten kompakte Baugröße; angenehme Strahlungswärme; eingeschränkt in Innenräumen nutzbar; Gerüche entstehen bei der Verbrennung
Kosten ab 50 Euro

Petroleum ist ein flüssiger Rohstoff, den Nutzer vor dem Heizen ohne Strom nachfüllen müssen. Nachteilig ist, dass im Betrieb auch störende Gerüche entstehen können. Außerdem ist der Brennstoff vergleichsweise teuer.

Eine Tontopfheizung zum Heizen ohne Strom

Wer mit einer geringen Heizleistung auskommt, kann seine Hände vor einem Egloo aufwärmen. Die Tontopfheizung besteht aus einer halbrunden Schale, die über zwei bis vier Teelichter gestülpt ist. Die Kerzen erhitzen den Tonkörper, der Wärme dann in Form von wohliger Strahlung an seine Umgebung abgibt. Die Heizung ohne Strom lässt sich einfach selbst herstellen. Sie ist günstig, reicht aber bei Weitem nicht aus, um einzelne Räume im Winter zu beheizen.

Steckbrief: Tontopfheizung Eigenschaften
Einsatzbereiche Wohnhaus, Ferienhaus, Wochenendhaus, Wohnmobil, im Freien
Besonderheiten Betrieb mit Kerzen möglich; sehr geringe Kosten; angenehme Strahlungswärme; sehr geringe Heizleistung (nicht als Raumheizung geeignet)
Kosten ab 10 Euro (Eigenbau)

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