Typische Gründe für eine Badsanierung

Die Badsanierung ist eine kostspielige Angelegenheit, die viele Hausbesitzer nur alle 10 oder 20 Jahre angehen. In dieser Zeit kann sich einiges verändern. So muss ein Badezimmer heute ganz andere Ansprüche erfüllen, als noch vor einem Jahrzehnt. Die funktionale Nasszelle hat sich mit den Jahren zu einem Ort der Ruhe und Entspannung entwickelt. Einer Wellnessoase in den eigenen vier Wänden. Nicht nur die Zeit selbst: Auch das Alter der Hausbewohner sorgt für andere Ansprüche an das Bad. Es soll der ganzen Familie viel Platz bieten und am besten auch barrierefrei sein. Denn so lässt es sich noch lange selbstbestimmt und ohne Hilfe nutzen. Ein weiterer Grund für die Badsanierung: Defekte an Fliesen oder Einrichtungsgegenständen, die sich nach vielen Jahren der Nutzung kaum vermeiden lassen. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die 3 Top Gründe, warum Hausbesitzer mit einer Badrenovierung Kosten und Aufwand auf sich nehmen:

  • defekte Fliesen und Einrichtungsgegenstände
  • Ansprüche an Freiheit und unbeschwerte Nutzung
  • Einrichtung entspricht Design-Vorstellungen nicht mehr

Übrigens: Ein altersgerechtes oder barrierefreies Bad ist nicht nur für ältere oder kranke Menschen geeignet. Vor allem eine barrierefreie Dusche lässt sich besonders stilvoll in das eigene Badezimmer integrieren. Sie bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten und sorgt für Komfort.

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In 5 Schritten von der Idee zum Traumbad

Die Badsanierung ist mit einem großen Aufwand verbunden. Wer die Arbeiten angeht, sollte dabei einige Dinge beachten, um Ärger und hohe Kosten zu vermeiden.

Schritt 1: Ideen, Vorstellungen und Wünsche festlegen

Noch bevor sich Hausbesitzer bei einer Badrenovierung mit Kosten, Fördermitteln oder Handwerkeraufträgen beschäftigen, sollten sie wissen, was sie möchten. Helfen können hier Besuche bei Freunden oder Spaziergänge durch Einrichtungshäuser. Auch beim Blättern durch die Kataloge der Hersteller und bei der Suche im Internet lassen sich viele Inspirationen finden.

Schritt 2: Badplanung mit 3D-Badplaner oder Fachmann

Ideen und Wünsche stehen fest? Dann kann es an die professionelle Planung gehen. Hier können Sanierer auf zahlreiche 3D-Planer zurückgreifen. Wer sich unsicher ist, ob und wie sich die eigenen Vorstellungen tatsächlich umsetzen lassen, kann auch einen Profi um Hilfe bitten. Aber Achtung: Hier können bei der Badrenovierung bereits die ersten Kosten entstehen. Rechnen können Hausbesitzer je nach Größe und Umfang der Planung mit 100 bis 300 Euro.

Schritt 3: Altes Bad mit Einrichtung und Fliesen entfernen

Bei einer kompletten Badsanierung kommen neben der Einrichtung auch neue Boden- und Wandbeläge ins Haus. Damit das funktioniert, müssen die alten natürlich erst einmal ab. Für die Demontage- und Abrissarbeiten bei der Badrenovierung entstehen Kosten von 500 bis 1.500 Euro. Wer die Arbeiten selbst übernimmt, kann bares Geld sparen.

Schritt 4: Mit Vorwänden für die Badrenovierung Kosten sparen

Ist das Bad entkernt, folgt die Vorbereitung für neue Böden und Einrichtung. Dabei kommt es nicht selten vor, dass sich bei der Badsanierung auch die komplette Raumaufteilung ändert. Einfach, günstig und schnell funktioniert das mit der sogenannten Vorwandinstallation. Dabei installieren Handwerker Gipskartonplatten an einem Gerüst aus Holz oder Metall. Die vorhandenen Leitungen verschwinden dahinter und auch die Unterbauten für neue Einrichtungsgegenstände lassen sich einfach versteckt anbringen. Für den Trockenbau entstehen bei der Badrenovierung Kosten, die sich auf etwa 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter belaufen. Planen Hausbesitzer Besonderheiten wie eine Schneckendusche, können die Preise auch höher ausfallen.

Übrigens: Mit etwas Geschick lassen sich die Trockenbau-Arbeiten auch selbst erledigen. Die Badrenovierungs-Kosten sinken dabei in der Regel auf 5 bis 10 Euro pro Quadratmeter. Hinzu kommen die Preise für die Befestigungselemente der Einrichtungsgegenstände.

Schritt 5: Neues Bad einbauen und Badsanierung abschließen

Nachdem alle Vorarbeiten abgeschlossen sind, kommen Handwerker ins Haus. Sie verlegen die Leitungen, kümmern sich um Fliesen, Putze, Tapeten oder Farben und installieren die neuen Einrichtungsgegenstände fachgerecht. Letzteres können Hausbesitzer mit handwerklichem Geschick auch selbst erledigen, wenn sie bei der Badrenovierung Kosten sparen möchten. Aber: Wir empfehlen die Hilfe vom Experte. Denn arbeitet zuverlässig und steht für Schäden oder eventuelle Baufehler gerade.

Die Badrenovierung: Kosten im Überblick

Steht eine Badsanierung an, müssen Hausbesitzer von vornherein erst einmal das eigene Budget festlegen. Denn das gibt den Spielraum für die möglichen Veränderungen und Umbauarbeiten. Die folgenden Abschnitte zeigen, wie viel eine Badrenovierung kosten kann, und helfen bei der Planung.

Übrigens: Jedes Haus, jedes Badezimmer und jeder Sanierer ist anders. Es ist daher kaum möglich allgemeingültige Preise für die Badsanierung zu nennen. Die hier angegebenen Kosten verstehen sich daher als Richtwerte. Wer es genauer wissen möchte, sollte ein Angebot bei einem Handwerker aus seiner Region anfordern.

Badrenovierung: Kosten für Planung und Vorarbeiten

In den vorherigen Abschnitten haben wir bereits einige Preise genannt. Diese beziehen sich vor allem auf Vorarbeiten wie Planung, Demontage und Trockenbau. Die folgende Tabelle zeigt, welche Kosten in diesem Zusammenhang bei einer Badsanierung anfallen.

Badrenovierung: Kosten für Vorarbeiten Kosten in Euro
professionelle Badplanung 200 bis 300 Euro
Demontage und Entsorgung 500 bis 1.500 Euro
Vorwandinstallation 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter
(+ Preise für Montageelemente der Einrichtungsgegenstände)

Kosten für eine neue Heizung bei der Badrenovierung

Heute ist es gang und gäbe, neue Bäder auch mit einer Fußbodenheizung auszustatten. Denn diese sorgt für warme Füße und beheizt den Raum mit wohltuender Strahlungswärme. Bei einer Badrenovierung können Hausbesitzer auch eine Fußbodenheizung nachrüsten. Die Kosten dafür liegen bei etwa 50 Euro pro Quadratmeter. Hinzu kommen noch einmal 100 bis 500 Euro für den Anschluss an die Zentralheizung, etwa eine Gasbrennwerttherme. Die folgende Tabelle zeigt die Kosten im Überblick.

Badrenovierung: Kosten für Fußbodenheizung Kosten in Euro
Heizflächen 50 Euro pro Quadratmeter
Anbindung an Zentralheizung 100 bis 500 Euro

Verlockend sind vor allen die günstigen Anschaffungskosten einer elektrischen Fußbodenheizung. Kommt diese ohne zusätzliche Heizkörper als Alleinheizung zum Einsatz, verbraucht sie allerdings viel Strom. So kann es passieren, dass nach der Badsanierung die Kosten für die Heizung sehr hoch ausfallen. Sinnvoll ist eine elektrische Flächenheizung in Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage oder als Zusatzheizung.

Ausgaben für Fliesen an Böden und Wänden im Bad  

Fliesen sind beständig gegenüber Wasser und eignen sich daher perfekt für die Badsanierung. Mit zahlreichen unterschiedlichen Dekoren und Farben lässt sich mit den keramischen Belägen so ziemlich jeder Traum erfüllen. Sogar Fliesen in Holzoptik sind heute verfügbar. Geht es bei der Badrenovierung um die Kosten, fallen die Preise der Fliesen sehr unterschiedlich aus. Während günstige Modelle bei etwa 10 Euro pro Quadratmeter beginnen, sind nach oben kaum Grenzen gesetzt. Für das Verlegen kommen noch einmal Handwerkerkosten von etwa 50 bis 80 Euro pro Quadratmeter hinzu. Wichtig zu wissen ist, dass die Preise vor allem bei großformatigen Fliesen oder nahezu fugenloser Verlegung teurer sind. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick:

Badrenovierung: Kosten für Fliesen Kosten in Euro
Fliesen (Materialkosten) 10 bis 100 Euro pro Quadratmeter
(je nach Bemusterung)
Handwerkerkosten für das Verlegen 50 bis 80 Euro pro Quadratmeter

Übrigens: Fällt doch einmal die Glas-Parfumflasche aus dem Badschrank, kann dies schnell Schäden an den Fliesen verursachen. Bei durchgefärbten Modellen fallen kleine Fehlstellen jedoch nicht gleich ins Auge. Außerdem lohnt es sich, rutschhemmende Fliesen auf dem Boden im Bad zu verlegen.

Badrenovierung: Kosten für die Einrichtungsgegenstände

Badewanne, Dusche, WC, Urinal oder Dusch-WC: Einrichtungsgegenstände gibt es viele. Und alle in unterschiedlichsten Farben, Formen und Ausführungen. Die Badeinrichtung verursacht meist die größten Kosten bei der Sanierung. Wie hoch diese ausfallen, hängt dabei maßgeblich von der Bemusterung ab. Da eine Badsanierung nur alle 10 bis 20 Jahre einmal erfolgt, lohnt es sich, Elemente mit hoher Qualität zu kaufen. Denn diese sind robuster und sehen länger wie neu aus. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick:

Badrenovierung: Kosten für Einrichtung Kosten in Euro
WC 100 bis 300 Euro
Stützklappgriffe für das WC 100 bis 200 Euro
Bidet 100 bis 300 Euro
Dusch-WC 300 bis 800 Euro
Urinal 100 bis 300 Euro
Waschtisch 100 bis 200 Euro
Doppelwaschtisch 300 bis 600 Euro
Waschtisch-Armatur inkl. Siphon 50 bis 200 Euro
Dusche 50 bis 300 Euro
Duschkabine 100 bis 700 Euro
Dusch-Armatur 100 bis 500 Euro
Dusch-Klappsitz 100 bis 200 Euro
Haltegriffe für die Dusche 50 bis 200 Euro
Dampfdusche 1.000 bis 4.000 Euro
Infrarotdusche 2.000 bis 6.000 Euro
Badewanne 200 bis 1.000 Euro
Whirlwanne 1.000 bis 3.000 Euro
Montage durch einen Handwerker (Fliesenleger, Installateur, Elektriker, Maler, Tischler 50 bis 80 Euro pro Stunde
(Kosten nach Angebot)

Die Tabelle zeigt, wie unterschiedlich die Preise für Armaturen sein können. Eine Grenze nach oben gibt es dabei nicht.

Badrenovierung: Kosten mit Förderung senken

Unter bestimmten Voraussetzungen können Fördermittel die Kosten der Badsanierung deutlich senken. Hausbesitzer sparen damit bares Geld und bekommen mehr für das gleiche Budget. Überregional verfügbar sind Förder-Programme der KfW, steuerliche Vergünstigungen für Handwerkerkosten und Zuschüsse der Pflegekasse.  

KfW-Förderung zum Senken der Badrenovierungs-Kosten

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert die Badsanierung mit Zuschüssen und Krediten. Relevant sind dabei die Programme:

  • 455-B für einmalige Zuschüsse in Höhe von 10 Prozent
  • 159 für zinsgünstige Darlehen

Die Mittel gibt es jedoch nur, wenn Hausbesitzer das Badezimmer barrierefrei sanieren. Außerdem müssen sie die Fördermittel noch vor dem Beginn der Bauarbeiten beantragen. Während das bei Krediten über die eigene Hausbank funktioniert, lassen sich Zuschüsse über das Online-Zuschussportal der KfW beantragen.

Wichtig: Da die Mittel im Programm 455 seit 2017 erschöpft sind, steht die Zuschuss-Förderung der KfW aktuell nicht zur Verfügung. Experten vermuten aber, dass der Staat die Fördertöpfe noch in diesem Sommer wieder auffüllt.

Update: Ab sofort können wieder Zuschüsse für Maßnahmen zur Barriere­reduzierung beantragt werden. / 20.08.2018

Handwerkerkosten der Badsanierung von der Steuer absetzen

Entstehen bei der Badrenovierung Kosten für Handwerker, lassen sich diese im selbstgenutzten Wohnhaus von der Steuer absetzen. Mit einem Zuschuss von 20 Prozent, bekommen Verbraucher dabei maximal 1.200 Euro im Jahr zurück. Dazu müssen sie die Ausgaben einfach in der nächsten Einkommenssteuererklärung angeben.

Förderung für den barrierefreien Badumbau der Pflegekasse

Erfolgt die Badsanierung aus gesundheitlichen Gründen, können Verbraucher auch einen Zuschuss bei der Pflegekasse beantragen. Diese prüft, ob die Maßnahmen erforderlich sind und zahlt bis zu 4.000 Euro. Wichtig ist hier jedoch, dass die Betroffenen auch pflegebedürftig sind. Die Beantragung erfolgt vor der Badrenovierung mit einem Kosten-Voranschlag bei der Pflegekasse. Unter Umständen schaltet diese zur Prüfung auch den medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) ein.

Übrigens: Um bei einer Badrenovierung die Kosten zu senken, können Verbraucher die Fördermittel auch kombinieren. Wichtig dabei ist nur, dass ein und dieselbe Maßnahme nicht über verschiedene Programme gefördert wird. Es ist allerdings möglich, alle Arbeiten in kleine Pakete zu teilen und diese getrennt fördern zu lassen. Dabei sind unbedingt auch unterschiedliche/eindeutige Rechnungen nötig.

Tipps zur Badrenovierung: Kosten einfach senken

Bei einer Badrenovierung fallen hohe Kosten an. Mit den richtigen Tipps, lassen sich diese jedoch deutlich senken:

  • viele Arbeiten in Eigenleistung durchführen (Beispiel Demontage und Abriss)
  • beim Einkauf auf Angebot der Bau- und Fachmärkte achten
  • Angebote verschiedener Handwerker vergleichen, um den besten Preis zu bekommen
  • bei Einrichtungsgegenständen auf hohe Qualität setzte und diese nicht mehrmals kaufen

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