Was ist Trockenbau und welche Einsatzbereiche gibt es?

Bei dem Trockenbau geht es darum, Wände, Decken oder Böden mit vorgefertigten Bauteilen herzustellen. Möglich ist das mit speziellen Tragwerken, den sogenannten Unterkonstruktionen. Diese können je nach System aus Holz oder Metall bestehen und lassen sich auf der Baustelle schnell montieren. Zum Einsatz kommen dabei Schraub-, Klemm- oder Stecksysteme. Steht oder hängt die Konstruktion im Raum, schrauben Heim- oder Handwerker üblicherweise Gipskartonplatten daran fest. Bis auf die Spachtelmasse zum Verschließen der Stoß- und Schraubstellen, kommt der Trockenbau komplett ohne wasserhaltige Baustoffe aus.  

Übriges: Eine Alternative zum Trockenbau ist der Massivbau. Dabei setzen Handwerker Wände Stein auf Stein. Die Montage ist aufwendiger. Sie erfordert den Einsatz wasserhaltiger Bauteile (Zum Beispiel Mörtel oder Putz) und nimmt deutlich mehr Zeit in Anspruch.

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Eigenschaften von Trockenbauwänden, -decken und -böden

Trockenbauwände sind zwar stabil, dafür aber nicht tragend. Sie haben im Vergleich zu massiven Wänden ein geringes Gewicht und kommen sogar auf wenig belastbaren Decken in Altbauten zum Einsatz. Hier lassen sich Wände aus Trockenbau einfach montieren. Möchten Hausbesitzer die Raumgestaltung später verändern, können sie die Trockenbauwände sogar wieder demontieren.

Zur Bekleidung der Unterkonstruktionen kommen neben den bereits erwähnten Gipskartonplatten auch Kunststoffplatten, Glasplatten oder Holzplatten zum Einsatz.

Einsatzbereiche der Trockenbaumaßnahmen im eigenen Haus

Mit Trockenbau ist es möglich, das Innere eines Hauses an verschiedene Lebenssituationen anzupassen. Während Familien mit Kindern eine Trockenbauwand bauen und große Räume teilen können, haben ältere Menschen die Möglichkeit, die Teilung nachträglich zu entfernen. Sie bekommen damit einen größeren Bewegungsspielraum und nutzen den Platz in den eigenen vier Wänden immer optimal aus.

Typische Einsatzbereiche für Trockenbauarbeiten sind:
abgehängte Decken aus Gipskartonplatten (Dachausbau, Verkleidung von Rohbaudecken oder Abhängung mit Dämmung zum Schall- oder Wärmeschutz)
stabile Raumtrennwände im Inneren eines Gebäudes (Abgrenzen und Teilen von Räumen)
Vorwandinstallationen und Installationsebenen (Verstecken von Heizungs- und Sanitärleitungen sowie Lüftungskanälen oder Elektroinstallationen)
Wandverkleidung, Raumtrennwände, Sichtschutzwände oder Einrichtungselemente (einfache und individuelle Raumgestaltung durch Wandelemente, Trockenbauregale oder Ähnliches; auch runde Wände möglich)
Einbauten in Tragwerke oder andere Konstruktionen (saubere Verkleidung von Kabel- und Leitungspaketen im Wohn- und Industriebau)

Trockenbau: Preise im Überblick

Neben den vielseitigen Einsatzmöglichkeiten und der schnellen Montage gibt es einen weiteren Vorteil vom Trockenbau: Die Preise. Denn diese sind mit 40 bis 80 Euro inklusive Arbeitsleistung, Material und Steuer vergleichsweise niedrig. Einen ersten Überblick über die Trockenbau-Preise verschafft die folgende Tabelle.

Bauelement Trockenbau-Preise pro Quadratmeter Trockenbau-Preise für 20 Quadratmeter
Trockenbauwand 30 bis 70 €/m² 600 bis 1.400 Euro
Trockenbaudecke 50 bis 80 €/m² 1.00 bis 1.600 Euro
Trockenbauboden 50 bis 70 €/m² 1.000 bis 1.400 Euro

Die genannten Trockenbau-Preise verstehen sich als Richtwerte, die abhängig von der Raumsituation und dem regionalen Preisgefüge abweichen können.

Wie die Trockenbau-Preise im Detail ausfallen und wie Hausbesitzer die Kosten einfach überschlagen können, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Trockenbau-Preise für Wände aus Holz oder Gipskarton

Wie bereits beschrieben, besteht eine Trockenbauwand aus einem Ständer- oder Tragwerk (der Unterkonstruktion) sowie den Trockenbauplatten. Für die ein- oder mehrlagige Beplankung eignen sich dabei zum Beispiel Holz- oder Gipskartonplatten. Sollen die Wände außerdem erhöhte Anforderung an den Brand-, Schall- oder Wärmeschutz erfüllen, lassen sich die Zwischenräume der Platten mit Dämmstoffen aus Stein- oder Glaswolle dämmen. Infrage kommen dabei auch Platten oder Matten aus natürlichen Materialien wie Hanf, Flachs oder Holzfasern. Die Trockenbau-Preise für fachgerecht erstellte Wände liegen heute in einem Bereich von 30 bis 70 Euro pro Quadratmeter. Das heißt: Wollen Hausbesitzer neue Wände mit einer Fläche von 30 Quadratmetern errichten, müssen sie mit Kosten von 900 bis 2.100 Euro rechnen.

Übrigens: Vor allem dann, wenn es um die Umsetzung durch Fachhandwerker geht, können sich die Trockenbau-Preise für ein und dasselbe Projekt stark unterscheiden. Aus diesem Grund sollten Verbraucher vor der Beauftragung von Experten mehrere Angebote einholen und vergleichen.

Wie die folgende Tabelle zeigt, sind die Trockenbau-Preise bei der Wandgestaltung höher, wenn Hausbesitzer Holz zur Beplankung der Unterkonstruktion verwenden.

Material zur Beplankung der Trockenbauwand Trockenbau-Preise pro Quadratmeter Trockenbau-Preise für 20 Quadratmeter
Gipskartonplatten 30 bis 60 €/m² 600 bis 1.200 Euro
Holzplatten 40 bis 70 €/m² 800 bis 1.400 Euro
Zusatzkosten Dämmung 5 bis 15 €/m² 100 bis 300 Euro

Die genannten Trockenbau-Preise verstehen sich als Richtwerte, die abhängig von der Raumsituation und dem regionalen Preisgefüge abweichen können.

Trockenbau-Preise für abgehängte Decken und Spanndecken

Auch Decken lassen sich mit Trockenbau einfach und schnell herstellen. Neben Bauelementen aus Gipskartonplatten kommen dabei auch sogenannte Spanndecken zum Einsatz. Erstere bestehen aus einer abgehängten Konstruktion aus Holz oder Metall, die sich mit sogenannten Abhängern an der bestehenden Decke befestigen lässt. Ist das erledigt, können Handwerker oder Heimwerker Gipskartonplatten von unten an der Unterkonstruktion befestigen. Wer gleichzeitig für einen besseren Schall- oder Wärmeschutz sorgen möchte, füllt den Raum zwischen alter Decke und Unterkonstruktion zuvor mit Dämmstoffen auf.

Wichtig: Dient die neue Trockenbaudecke dem Schallschutz, müssen spezielle Schallschutzabhänger zum Einsatz kommen. Außerdem ist darauf zu achten, dass rings um die Gipskartonplatten ein Luftspalt bleibt, der sich später mit elastischer Dichtmasse verschließen lässt. Feste Verbindungen zwischen Decke und Baukörper würden Körperschall transportieren und die Schallschutzwirkung mindern.

Eine Alternative zur typischen Trockenbaudecke ist die sogenannte Spanndecke. Dabei befestigen Handwerker eine starke PVC-Folie an einem Rahmen an den umlaufenden Wänden unter der alten Decke. Wie hoch die Trockenbau-Preise der Decken im Vergleich sind, zeigt die folgende Tabelle.

Art der Trockenbaudecke Trockenbau-Preise pro Quadratmeter Trockenbau-Preise für 20 Quadratmeter
Gipskartonplatten 50 bis 80 €/m² 1.000 bis 1.600 Euro
Spanndecke (unterschiedliche Qualitätsklassen) 70 bis 180 €/m² 1.400 bis 3.600 Euro
Zusatzkosten Dämmung (nur über Gipskartonplatten) 5 bis 15 €/m² 100 bis 300 Euro

Die genannten Trockenbau-Preise verstehen sich als Richtwerte, die abhängig von der Raumsituation und dem regionalen Preisgefüge abweichen können.

Trockenbau-Preise für Böden

Konventionelle Fußbodenaufbauten bestehen aus einer starken Estrich-Schicht, die Handwerker über dem Rohfußboden verlegen. In Altbauten kommt diese Lösung allerdings nicht immer zum Einsatz. Denn sie geht mit großen Aufbauhöhen einher und ist meist auch zu schwer für alte Holzbalkendecken. Eine Alternative ist dann der Trockenbau-Fußboden. Dieser besteht aus Bauplatten, die Handwerker direkt auf dem alten Boden aufbringen. Zum Einsatz kommen dabei neben Gipsfaserplatten auch Holzwerkstoffe, Dämmplatten oder spezielle Zementestrichplatten. Wichtig ist, dass die Materialien druckfest sind und den Belastungen aus dem darüberliegenden Raum standhalten. Ist das der Fall, lässt sich auf diese Weise sogar eine Fußbodenheizung nachrüsten. (Trockenestrich-Fußbodenheizung)

Wichtig: Der Einsatz von Trockenbauplatten am Fußboden kann sich auf einsetzbare Fliesenformate auswirken. Wer Fliesen auf dem neuen Fußboden verlegen möchte, sollte also prüfen, ob die gewählten Fliesen-Arten und -Maße auch für die Bauplatten zugelassen sind.

Eine Alternative zu den beschriebenen Trockenestrichkonstruktionen stellen Doppel- oder Hohlböden dar. Diese bestehen aus einem Ständerwerk am Boden, auf dem Handwerker die Fußbodenplatten verlegen. Der Zwischenraum bietet ausreichend Platz für Leitungen, Kanäle oder Rohre und lässt sich nachträglich komplett oder teilweise erreichen. Zum Einsatz kommt die Lösung in der Regel in Bürogebäuden. Wie hoch die Trockenbau-Preise der Böden im Vergleich sind, zeigt die folgende Tabelle.

Art des Trockenbaubodens Trockenbau-Preise pro Quadratmeter Trockenbau-Preise für 20 Quadratmeter
Trockenestrich 50 bis 70 €/m² 1.000 bis 1.400 Euro
Hohlboden 70 bis 150 €/m² 1.400 bis 3.000 Euro

Die genannten Trockenbau-Preise verstehen sich als Richtwerte, die abhängig von der Raumsituation und dem regionalen Preisgefüge abweichen können.

Kosten sparen mit Trockenbau in Eigenregie

Wer über handwerkliches Geschick verfügt und die Trockenbau-Preise senken möchte, kann die Arbeiten selbst übernehmen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Materialkosten, die dabei anfallen.

Bauelement Trockenbau-Preise pro Quadratmeter (nur Material) Trockenbau-Preise für 20 Quadratmeter (nur Material)
Trockenbauwand 5 bis 10 €/m² 100 bis 200 Euro
Trockenbaudecke 8 bis 12 €/m² 160 bis 240 Euro
Spanndecke 20 bis 30 €/m² 400 bis 600 Euro
Trockenbauboden 10 bis 15 €/m² 200 bis 300 Euro
Zusatzkosten Dämmung 3 bis 10 €/m² 60 bis 200 Euro

Die genannten Trockenbau-Preise verstehen sich als Richtwerte, die abhängig von der Raumsituation und dem regionalen Preisgefüge abweichen können.

Wir empfehlen allerdings, Dämmarbeiten vorher mit einem Energieberater abzustimmen. Wer sich unsicher ist und die Arbeiten komplett an einen Fachhandwerker abgeben möchte, bekommt dafür sogar Fördermittel. Denn Hausbesitzer können jedes Jahr Handwerksleistungen von bis zu 6.000 Euro steuerlich geltend machen. Mit einem Fördersatz von 20 Prozent, erhalten sie auf diese Weise jährlich maximal 1.200 Euro zurück. Wie das funktioniert, erklären wir im Beitrag Lohnkosten absetzen.

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