KfW 167: Wofür und für wen gibt es die Mittel?

Die Mittel aus dem Programm KfW 167 gibt es für den Austausch oder die Erweiterung alter Heizungsanlagen in Wohngebäuden. Sofern diese seit mindestens zwei Jahren in Betrieb sind, können Sanierer Fördermittel für folgende Technologien beantragen:

  • Thermische Solaranlagen (Solaranlagen für Warmwasser und/oder zur Heizungsunterstützung mit bis zu 40 m² Kollektorfläche)
  • Biomasseheizungen mit einer Leistung von 5 bis 100 kW (Holzvergaserheizung, Pelletofen mit Wassertasche, Pelletkessel, Holzhackschnitzelheizung)
  • Wärmepumpen mit einer Leistung von bis zu 100 kW (elektrische und gasbetriebene Wärmepumpe für Wasser, Erdreich oder Luft; keine KfW 167 Förderung für die Warmwasser-Wärmepumpe)
  • Hybridheizung aus Solaranlage, Biomasseheizung oder Wärmepumpe und Öl- oder Gasbrennwerttherme

Darüber hinaus gibt es die Fördermittel aus dem Programm KfW 167 auch für den Kauf sanierter Häuser. Wichtig ist dabei jedoch, dass die Kosten der neuen Heizungsanlage im Kaufvertrag gesondert ausgewiesen sind.

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Wichtig: Die Fördermittel gibt es grundsätzlich nur für Wohngebäude. Davon ausgenommen sind Ferienhäuser, Ferienwohnungen, Boardinghäuser sowie Beherbergungsbetriebe. Auch für Umschuldungen oder Nachfinanzierungen gibt es die Förderung der KfW nicht.

Antragsberechtigt sind Sanierer und Immobilienkäufer

Antragsberechtigt sind grundsätzlich alle, die eine bestehende Heizung austauschen oder modernisieren möchten. So zum Beispiel private Hausbesitzer, Wohnungseigentümergemeinschaften oder Mieter. Aber auch Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften, Bauträger oder Körperschaften profitieren von den Mitteln aus dem KfW-Programm 167. 

Technische Anforderungen für den KfW 167 Kredit

Wichtig ist, dass die neue Heizung den Anforderungen des BAFA-Programms Heizen mit erneuerbaren Energien entspricht. Ein Fachhandwerker muss die Technik einbauen und auch ein hydraulischer Abgleich ist erforderlich. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, kann einen zinsgünstigen Kredit aus dem Programm KfW 167 beantragen.

Die Konditionen der Förderung im Überblick

Über das KfW-Programm 167 gibt es Darlehen von maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit. Die Auszahlung erfolgt zu 100 Prozent in einer Summe oder in variabel wählbaren Teilbeträgen. Abrufbar ist der Kredit spätestens 12 Monate (mit Verlängerung 36 Monate) nach der Zusage durch die KfW. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass bereits 4 Monate nach der Zusage eine Bereitstellungsprovision anfällt. Die Höhe der monatlichen Provision beträgt 0,25 Prozent der noch nicht abgerufenen Kreditsumme. Während die Rückzahlung der Fördersumme in Form eines Annuitätendarlehens mit gleichbleibenden Raten erfolgt, können Hausbesitzer auch Sondertilgungen vornehmen. Wer den Kredit vor der vereinbarten Laufzeit zurückzahlt, muss jedoch eine Vorfälligkeitsentschädigung aufbringen. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die Konditionen im Programm 167 der KfW:

  • 1,35 % Sollzins pro Jahr
  • 4 bis 10 Jahr Laufzeit
  • 1 bis 2 tilgungsfreie Anlaufjahre
  • 10 Jahre Zinsbindung

Übrigens: Art und Höhe der Sicherheiten lassen sich ganz einfach mit einem Kreditinstitut vereinbaren. Dieses ist dann auch für die Beantragung der KfW 167 Mittel verantwortlich.

Zum KfW 167 Kredit gibt es hohe BAFA-Zuschüsse

Neben den Darlehen der KfW bekommen Sanierer für den Heizungsaustausch auch hohe Zuschüsse über die BAFA-Förderung der Heizung. So gibt es mindestens:

  • 500 Euro für eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung
  • 2.000 Euro für eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung
  • 2.000 Euro für einen wasserführenden Pelletofen
  • 3.000 Euro für einen neuen Pelletkessel
  • 3.500 Euro für einen Holzhackschnitzelkessel
  • 2.000 Euro für einen Scheitholzvergaserkessel
  • 5.000 Euro für einen Kombikessel  
  • 4.500 Euro für eine Gaswärmepumpe
  • 1.300 Euro für eine elektrische Luft-Wasser-Wärmepumpe
  • 4.000 Euro für eine elektrische Sole- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Höhere Zuschüsse gibt es für besonders effiziente Heizgeräte und zusätzliche Maßnahmen, die die Effizienz der Gesamtanlage verbessern. Gemeint sind damit zusätzliche Wärmeerzeuger, energetische Sanierungen oder Optimierungsmaßnahmen an der bestehenden Heizungsanlage.

Wichtig: Die Summe aus BAFA-Zuschüssen und KfW 167 Kredit darf die anfallenden Investitionskosten für die neue Heizungsanlage nicht übersteigen.

Mittel aus dem Programm KfW 167 beantragen

Wer Mittel aus dem KfW-Programm 167 beantragen möchte, muss zuerst ein Angebot von einem Experten aus der eigenen Region einholen. Der Heizungsfachmann berät zu den möglichen Fördermitteln und steht bei allen weiteren Schritten mit Rat und Tat zur Seite.

Stehen die Kosten fest, beantragen Hausbesitzer den Kredit über ihre Hausbank oder ein anderes Kreditinstitut. Die Experten nehmen alle Daten auf und leiten die Unterlagen anschließend an die KfW weiter. Hat diese ihr Ok erteilt, können Verbraucher den Kreditvertrag unterzeichnen und bei Bedarf auch einen BAFA-Zuschuss über die Webseite des BAFA beantragen. Anschließend beauftragen sie einen Handwerker, der mit der Sanierung beginnt.

Wichtig: Die KfW- und BAFA-Mittel sind unbedingt vor dem Einbau der neuen Technik bzw. vor der Auftragsvergabe an einen Heizungsfachmann zu beantragen. Ansonsten ist eine Förderung nicht mehr möglich und Hausbesitzer müssen mehr Geld für die neue Heizung zahlen.

Wer den Antragszeitraum verpasst hat oder eine nicht förderfähige neue Heizung einbauen lässt, kann zumindest die Lohnkosten absetzen. Gemeint sind damit die Kosten für die Arbeitsstunden der Handwerker. Über das Finanzamt gibt es dabei 20 Prozent, maximal jedoch 1.200 Euro im Jahr zurück. Wie das funktioniert, erklären wir im Beitrag „Lohnkosten absetzen“.

Wichtig: Wer bereits eine Förderung über BAFA und/oder das Programm KfW 167 in Anspruch genommen hat, kann die Handwerkerkosten nicht mehr absetzen. 

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