Schritt 1: Vor der Altbausanierung Wünsche festlegen

Bevor Sie Ihren Altbau sanieren, ist es wichtig, die Richtung festzulegen. Aus welchen Gründen entscheiden Sie sich für eine Altbausanierung? Möchten Sie den Wert Ihrer Immobilie erhalten oder möglichst viel Energie einsparen? Ist es Ihnen wichtig, den Wohnkomfort zu steigern oder müssen Sie gesundheitsbedingt Barrieren abbauen? Auch wenn es offensichtlich scheint: Antworten auf diese Fragen sind nicht immer leicht zu finden. Oft haben Hausbesitzer auch mehrere Gründe, aus denen sie eine Altbausanierung in Betracht ziehen.

Die häufigsten Gründe für die Sanierung im Altbau

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GfK zeigt, warum deutsche Hausbesitzer ihren Altbau sanieren möchten.  Auf Platz 4 steht dabei der Umweltschutz, den 3 Prozent der Befragten als Anlass zur Sanierung angegeben haben. 9 % gaben hingegen an, notwendige Instandhaltungsarbeiten umsetzen zu wollen. Mit einem Anteil von 12 Prozent steht ein besseres Wohnklima auf Platz zwei der häufigsten Gründe für eine Sanierung. Am wichtigsten ist es Hausbesitzern aber, Energiekosten zu sparen. Denn das gaben 76 Prozent aller Befragten als Hauptgrund für die Altbausanierung an.

Unser Tipp: Fertigen Sie sich eine Liste mit Maßnahmen an, die unbedingt umzusetzen sind. Neben einem defekten Heizkessel oder bröckelndem Putz kann darauf auch der Einbau einer bodengleichen Dusche oder das Schaffen von mehr Platz und Licht stehen. Ist das erledigt, sortieren Sie die Punkte auf der Liste danach, was Ihnen persönlich am wichtigsten ist.

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Schritt 2: Altbau sanieren? Nicht ohne Energieberatung

Haben Sie bereits eine grobe Vorstellung von Ihren Wünschen und Bedürfnissen, können Sie einen Energieberater hinzuziehen. Der Experte nimmt Ihr Gebäude erst einmal genau unter die Lupe. Er stellt Schwachstellen heraus und zeigt Maßnahmen, mit denen sich diese beheben lassen. Außerdem priorisiert der Energieberater anstehende Sanierungsarbeiten – so können Sie die Altbausanierung in einem Ruck oder verteilt über einen frei wählbaren Zeitraum umsetzen. Genau so, wie es Ihre zeitliche und finanzielle Situation zulässt.

Den richtigen Energieberater finden: So funktioniert es

Energieberater ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Und so passiert es, dass sich auch wenig qualifizierte Fachleute im Feld der Berater tummeln. Die angeblichen Experten beraten oft sehr einseitig und versuchen, vor allem eine Maßnahme umzusetzen. Diese bieten sie natürlich gleich selbst an, um möglichst schnell und unkompliziert zum Ergebnis zu kommen.

Eine qualifizierte Energieberatung läuft allerdings immer technik- und herstellerneutral ab. Sie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und sollte nur von erfahrenen Beratern durchgeführt werden. Die folgende Übersicht zeigt, wo Sie diese finden.

Möchten Sie auch Fördermittel für die Altbausanierung beantragen, ist die EEE-Liste des Bundes die beste Anlaufstelle. Denn hier finden Sie Experten, die auch für Förderanträge zugelassen sind. Qualifizierte Energieberater sind darüber hinaus auch in der GIH-Datenbank zu finden.

Unser Tipp: Geht es darum, einen ersten Eindruck von den möglichen Maßnahmen zu bekommen oder Detailfragen vor Ort zu klären? Dann finden Sie bei der Verbraucherzentrale für Energieberatung die richtigen Ansprechpartner. Das Besondere hier: Die Vor-Ort-Beratung ist staatlich gefördert und kostet nur 30 Euro.

Achtung: 80 Prozent Förderung der Energieberatung

Aktuell fördert der Staat ganzheitliche Energieberatungen mit hohen Zuschüssen. Diese liegen bei 80 Prozent der anfallenden Kosten - maximal 1.300 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Wie Sie von den hohen Zuschusszahlungen profitieren, erklären wir im Beitrag zur Energieberater Förderung.

Schritt 3: Maßnahmen für die Sanierung im Altbau

Mit Ihren eigenen Wünschen und den Informationen eines Energieberaters können Sie nun konkrete Maßnahmen zur Altbausanierung festlegen. Die folgende Tabelle zeigt typische Sanierungsarbeiten im Überblick. Folgen Sie den hinterlegten Links, um weitere Informationen zu Möglichkeiten, Kosten und Fördermitteln der einzelnen Lösungen zu erhalten.

Maßnahmen zur Altbausanierung Ziel
Dach neu decken Instandhaltung, Werterhalt
Dachdämmung Energieeinsparung
Fassadensanierung Instandhaltung, Werterhalt
Fassadendämmung Energieeinsparung
Dämmung der obersten Geschossdecke Energieeinsparung
Dämmung der Kellerdecke Energieeinsparung
Fenster einbauen Wohnkomfort, Platz
Fenster austauschen Instandhaltung, Werterhalt, Sicherheit Energieeinsparung
Türen austauschen Instandhaltung, Werterhalt, Sicherheit, Energieeinsparung
Heizung austauschen Instandhaltung, Energieeinsparung
Heizung optimieren Energieeinsparung
Kamin nachrüsten Wohnkomfort
Lüftung einbauen Wohnkomfort, Energieeinsparung
Elektrik modernisieren Instandhaltung, Sicherheit
Barrieren abbauen Wohnkomfort, Barrierefreiheit
Räume vergrößern Wohnkomfort
Bad sanieren Wohnkomfort, Barrierefreiheit
Dachgeschoss ausbauen Wohnkomfort, Platz
Keller ausbauen Wohnkomfort, Platz

Übrigens: Die beliebteste Maßnahme bei der Altbausanierung ist der Heizungstausch. Auf Platz zwei folgt der Austausch der Fenster noch vor der Dachdämmung auf Platz drei. Die viert beliebteste Maßnahme zur Sanierung im Altbau ist die Fassadendämmung. Platz fünf belegt die Heizungsoptimierung. Dieses Ergebnis brachte eine statistische Auswertung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Jahre 2014 zum Vorschein.

Schritt 4: Fördermittel prüfen und beantragen

Für viele Maßnahmen zur Altbausanierung bekommen Sie heute hohe Fördermittel. So zum Beispiel für den Einbau einer neuen Ökoheizung, die Dämmung oder den barrierefreien Umbau. Wichtig ist in aller Regel, dass Sie die Förderung noch vor dem Beginn der Sanierung im Altbau beantragen. Andernfalls bekommen Sie keine Zusage von den Fördergebern und verschenken viel Geld.

Welche Fördermittel Ihnen zur Verfügung stehen, hängt von der geplanten Maßnahme ab. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.

Förderung für die Altbausanierung Konditionen Fördergeber
Förderung für Dämmung und Fenstertausch 20 % Zuschuss oder Darlehen mit 20 Prozent Tilgungszuschuss KfW
Förderung für die neue Heizung 20 bis 45 % Zuschüsse BAFA
Ergänzungskredit zum Heizungstausch günstige Darlehen KfW
BAFA-Förderung zur Heizungsoptimierung 30 % Zuschuss für hydraulischen Abgleich, neue Heizungspumpen etc. BAFA
Förderung für die Solarthermie 30 Prozent Zuschuss BAFA
Förderung für die Photovoltaik günstige Darlehen und regional verfügbare Zuschüsse KfW und regionale Fördergeber
Förderung für die Lüftung 20 % Zuschuss oder Darlehen mit 20 Prozent Tilgungszuschuss KfW
Förderung für die Energieberatung 80 % Zuschuss BAFA
Förderung für die Baubekleidung 50 % Zuschuss für Energieberater KfW
Förderung für die Badsanierung 10 bis 12,5 % Zuschuss oder zinsgünstige Darlehen KfW
Steuerbonus für die Sanierung 20 % Steuerermäßigung für Sanierungskosten Finanzamt
Steuerbonus für Handwerkerarbeiten 20 % Steuerbonus für Lohnkosten Finanzamt

Neben den deutschlandweit verfügbaren Fördermitteln erhalten Sie in vielen Regionen Zuschüsse von Städten, Gemeinden oder Energieversorgern. Lassen Sie sich von einem Energieberater unterstützen, um keine Fördergelder zu verschenken.

Schritt 5: Den Altbau sanieren und wohlfühlen

Im letzten Schritt der Altbausanierung geht es um die Umsetzung der geplanten Arbeiten. Handelt es sich um Arbeiten an der Gebäudehülle, empfehlen wir Ihnen die Unterstützung durch einen Energieberater. Der Experte betreut die Umsetzung und stellt sicher, dass Ausführungsfehler ausbleiben.

Unser Tipp: Holen Sie zunächst verschiedene Angebote ein, um die Kosten der Altbausanierung zu vergleichen. Haben Sie ein Gefühl für das regionale Preisgefüge, können Sie sich für einen Fachbetrieb entscheiden. Bedenken Sie allerdings, dass das günstigste Angebot nicht automatisch das beste ist. Vergleichen Sie daher neben den Preisen auch die angebotenen Fabrikate. Ihr Energieberater unterstützt Sie dabei.

Die richtigen Planer und Handwerker finden

Auf der Suche nach erfahrenen Handwerkern können Sie sich bei Bekannten und Verwandten umhören. Oft haben diese wertvolle Tipps und empfehlen Fachleute. Experten aus Ihrer Region finden Sie darüber hinaus auch in unserer Datenbank. Nach einer kostenfreien Registrierung haben Sie hier die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Projekte gemeinsam umzusetzen.

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